Avocado

Eingestellt von am 15.04.2014
zwei unreife grüne Avocado mit Blättern am Stiel und eine halbe aufgeschnittene Avocado mit Avocadokern

Die Avocado.
Avocado / Avocat / El Aguacate / Avocado

Avocado ist gut für Dich! Avocados schmecken nicht nur gut, sie sind auch ungeheuer gesund und vielseitig.

Die Avocado (Persea americana) ist botanisch gesehen eine Beere und gehört zur Familie der Lorbeergewächse. Im tropischen und subtropischen Zentralamerika beheimatet, findet sie dort bereits seit über 10000 (!) Jahren Verwendung. Dementsprechend lang ist ihre Geschichte. Von Spaniern über die Karibik nach Chile und Madeira gebracht, ist sie seit dem 19. Jahrhundert in Afrika und Asien zu Hause und wird seit dem 20. Jahrhundert auch rund ums Mittelmeer angebaut. Der Avocadobaum wird heute in über 400 Kultursorten weltweit angebaut. Die beiden bekanntesten und ertragreichsten Avocadosorten sind „Fuerte“ und „Hass“. Die Fuerte birnenförmig, grasgrün mit glatter Haut, die Hass kleiner und oval, tiefdunkelgrün bis schwarz mit Krokodilshaut.

Wie das Wort Kakao ist auch die Bezeichung Avocado auf die alte mexikanische Aztekensprache Nahuatl zurück zu führen. (Nahuatl ist mittlerweile ausgestorben und wird nur noch von wenigen Schamanen mexikanischen Ursprungs benutzt.) Avocado in Nahuatl „ahuacatl“ heißt übersetzt Hoden. Auch wenn ich persönlich diese Assoziation noch nie hatte, die Ähnlichkeit ist tatsächlich nicht zu übersehen.

Der zart-cremigen Konsistenz ihres Fruchtfleisches und der birnenartigen Form hat die Avocado hierzulande ihren Namen als Butterfrucht oder Butterbirne zu verdanken.

Der Avocadobaum ist immergrün, schnellwüchsig und liebt es warm. Aufgrund der Bestäubungsphysiologie des Baumes, gibt es zwei unterschiedliche Arten von Blüten mit jeweils männlichen (Pollen produzierend) und weiblichen Blüten (pollen entlassend = gebärend). Voll und natürlich ausgewachsene Bäume können 10-15 Meter groß werden, wenn sie nicht, wie im Anbau üblich, zugeschnitten werden. Das Holz der Bäume ist weich, die Äste können bei Wind leicht abbrechen. Die Blätter sind kräftiger von erst Hell- bis später Dunkelgrün. Einmal im Jahr wirft der Baum wie ein Vogel sein altes Federkleid ab und bringt neue Blätter hervor. Erstaunlich ist, von der Blüte bis zur Reife einer Frucht vergehen durchschnittlich 7-9 Monate, fast so lange also wie eine Schwangerschaft.

Avocadofrüchte reifen nie am Baum. In der Natur fallen sie in einem harten Zustand zu Boden, wo sie schnell nachreifen. Im Anbau werden die Früchte abgepflückt sobald sie eine marktfähige Größe erreicht haben. Deshalb sind die Früchte im Handel meist sehr hart. Diese können aber bedenkenlos gekauft werden, da der Reifeprozess in wenigen Tagen vollzogen ist. Die Frucht ist reif, wenn sie ihren Glanz verliert und die Schale auf Druck leicht nachgibt. Beschleunigen kann man den Reifeprozess ganz einfach, indem man die Frucht bei Zimmertemperatur in Zeitungspapier einwickelt und somit das bei der Reifung entstehende und diese gleichzeitig fördernde Reifegas Ethen sammelt. Um ein Nachreifen bereits reifer Früchte zu vermeiden, bewahrt man diese am besten im Kühlschrank auf. Bei aufgeschnittene Avocados verhindert man das bräunliche Oxidieren, indem man frischen Zitronensaft über das Fruchtfleisch träufelt.

Avocados zeichnen sich durch ihren sehr hohen Nährstoffgehalt aus. Sie enthalten kaum Zucker und Fruchtsäure und haben einen angenehm weich nussartigen Geschmack. Mit rund 30% Fettanteil weisen sie von allen bekannten Obst- und Gemüsesorten den höchsten Fettgehalt auf. Angesichts der cremig-butterigen Beschaffenheit des Fruchtfleisches ist dies nicht zu verbergen. Früher dafür verschrien und vermieden, weiß man ihre gesunden Fette heute zu schätzen. Die wertvollen, ungesättigten Fettsäuren (hauptsächlich einfach ungesättigte wie Oleinsäure) wirken sich positiv auf den Blutfettspiegel aus. Sie sind gut für das Herz, weil sie den Cholesterin- und Triglyceridspiegel senken und so das Risiko für Herzerkrankungen vermindern. Außerdem enthalten Avocados fast 20 verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, wie Vitamin C, Folsäure, Kalium, Magnesium, Eisen und Kupfer. Zusammen mit einer frisch gepressten Zitrone deckt sie bereits den gesamten Tagesbedarf an Vitamin C, ihr Kaliumgehalt ist doppelt so hoch wie der einer mittelgroßen Banane. Zudem ist sie eine ausgezeichnete Ballaststoffquelle und wirkt sich somit positiv auf den Darm, das Herz und das Körpergewicht aus. Krebsabwehrende Carotinoide und hochwirksame Antioxidantien wie Vitamin E schützen zusätzlich vor Krebs und Herzkrankheiten. Von allen Früchten haben Avocados den höchsten Luteingehalt. Lutein ist eine der mehr als 600 Carotionoid-Arten, die für die üppige Palette an Rot-, Orange- und Gelbtönen von Obst und Gemüse verantwortlich sind, vor Herzkrankheiten und Krebs und die Augen vor altersbedingten Degenerationen schützen. Eine spezielle Kohlenhydratkombination sorgt dafür, dass Nerven und Gehirnzellen besser mit Energie versorgt werden. Damit ist die Avocado auch ein echter Stresskiller. Zusätzlich fördern Avocados die Nährstoffresorption, was die Bedeutung der Verwendung von Avocados in der Ernährung ebenfalls hervorhebt.

Während die Avocado noch vor 30 Jahren als Luxus-Lebensmittel galt, findet man sie heute ganzjährig in jedem Supermarkt. Ebenso vielseitig sind ihre Verwendungsmöglichkeiten. Brotaufstrich, Salaten, Sushi, Saucen oder Smoothies – ist alles leicht gemacht und erfährt durch Zugabe von Avocado nahrungsphysiologisch und geschmackstechnisch eine echte Aufwertung. Ganz zu Schweigen von der cremigen Konsistenz, die ein Avocado mit sich bringt. Pur auf’s Brot, geschnitten oder zerdrückt, mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft, ein Genuss. Ebenso lecker: selbstgemachte Guacamole. Man nehme Avocado, Zitronen- oder Limettensaft, frischen Koriander (wer’s nicht mag lässt es weg), eine Prise Salz und nach Belieben Tomaten, Chillis, Zwiebeln, Pfeffer und Knoblauch – fertig! In Salaten kann man sie gewürfelt oder in Scheiben geschnitten unterheben oder aber auch eine leckere Salatsauce aus Avocade, Zitrone, Salz, Pfeffer und Olivenöl herstellen.

Auch hier eigenen sich eine Reihe anderer Superfoods bestens zum kombinieren. Avocado und Gojibeeren – ein Traum! Rohes Mousse au Chocolat aus Avocado, rohem Kakaopulver, Honig oder Kokosblütenzucker und etwas Kokosöl oder Kokosmus – Göttlich! Tipp: Viel rohe Schokolade macht es ungeheuer schokoladig und lecker. Ich garantiere das beste Schokomousse aller Zeiten.

Für die Smoothie-Variante einfach mehr Kokosöl nehmen, mit Nussmilch strecken, wenn gewünscht Banane hinzufügen, Vanille und /oder Zimt und „on top“ noch ein Paar Bienenblütenpollen und Kardamonsplitter. KÖSTLICH! Das Schokomousse kann man auch Einfrieren und später als Eis löffeln. Eine gesunde und leckere Alternative zum herkömmlichen Eis. In grüne Smoothies bringt die Avocado Cremigkeit, reduziert die Säure und optimiert die Verdaubarkeit. Dutzende leckerere Grüne Smoothies Rezepte mit Avocados findet ihr unter der Rubrik Grüne Smoothies Rezepte.

Beauty: Avocados sind wahre „Schönmacher“, von Aussen und von Innen. Die Vitamine A, C und E und viele andere Inhaltsstoffe tun Haut und Haaren gut und lassen uns strahlen. Die Gesichtsmaske mit Avocado ist ein alter Klassiker, ebenso die Haarkur. Der eine mischt mit Öl, der andere mit Honig. Ich bevorzuge Kokosöl für Haut und Haar und esse die Avocados lieber. Denn: Schönheit kommt von Innen und Avocados machen mich glücklich!

Geniesst Eure Avocados und lasst es Euch schmecken. Den Avocadoliebhabern unter Euch empfehle ich: Verschenkt eine Avocado als Glücksbringer zum Geburtstag, so machen es die Südamerikaner auch. Manchmal kann eine Veränderung des Blickwinkels viel ausmachen!

Viel Spass dabei und beim Ausprobieren neuer Rezepte!

 

Alles Liebe,
Stephanie

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Grüne Smoothies

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