Heidelbeeren

Eingestellt von am 10.06.2014
heidelbeere

DIE HEIDELBEERE
BLUEBERRY/ MYRTILLE/ EL MIRTILLO/ MIRTILLO 

Das kleine blaue Kraftpaket.

Klein, blau, rund und sehr lecker. Doch die kleine Beere kann noch mehr, als nur gut schmecken. Schon die dunkelblaue Farbe lässt uns ahnen – diese Beere hat es in sich! Sie gehört zu den bekanntesten Wildobstarten und ist regional auch unter den Namen Blaubeere, Waldbeere, Wildbeere, Bickbeere und in Süddeutschland und der Schweiz als Heubeere bekannt. Dank der Frostunempfindlichkeit der Wurzel ist die wild wachsende Blaubeere weit verbreitet – sie kann jedes Jahr auf’s neue Blühen und bringt reichlich Frucht hervor. Wer in verwilderten Wäldern noch wilde Blaubeeren findet, sollte sich an ihnen laben, denn nicht nur ihr dunkelrotes Fruchtfleisch, auch ihr Geschmack ist viel intensiver und aromatischer als das der aus Amerika stammenden gezüchteten Kulturheidelbeeren.

VORSICHT beim Pflücken in der Natur: Rauschbeere und Heidelbeere sehen sich sehr ähnlich und sollten nicht verwechselt werden. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal sind die kantigen, grünen Stängel der Heidelbeere. Außerdem sind ihre Blätter eher eiförmig mit gezähntem Rand.

Bald schon beginnt bei uns die Blaubeerzeit und ich werde nach altem, seit Generationen bestehenden, Familienritual, diesen Sommer wieder mit einem Körbchen auf das Feld gehen und behutsam die frischen kleinen Beeren ernten. Auch auf den Märkten sind die Beeren von Ende Juni bis September zu bekommen. Also, nichts wie ran an die leckeren Vitaminbomben!

Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Früchte und die Blätter haben es in sich. Sie sind gleichermaßen wertvoll und strotzen nur so vor vielen wichtigen Inhaltsstoffen.

Die Heilwirkungen im Überblick:

Heidelbeeren

  • Stärken das Immunsystem
  • Schützen die Zellen
  • Sorgen für eine schöne Haut
  • haben Anti-Aging Wirkung
  • Fördern die körperliche Leistungsfähigkeit
  • Wirken blutbildend
  • Beugen altersbedingten Krankheiten und Krebs vor
  • Verbessern die Sehkraft
  • Helfen bei akuten Hals- und Rachenbeschwerden
  • Lindern Magen-Darm-Beschwerden
  • Beugen Blasenschwäche und Harnwegserkrankungen vor

Die Beere

Heidelbeeren sind ein gute Quelle für viele wichtige Nährstoffe. Die reichlich in ihnen enthaltenen Vitamine C und E machen sie zu einem wahren Beauty-Food. Vitamin C stärkt nicht nur das Immunsystem und schützt unsere Zellen vor Stress, es fördert auch die Bildung von hauteigenem Kollagen und polstert die Haut so quasi von innen auf. Vitamin E sorgt für eine strahlende, schöne Haut.

Neben Mineralstoffen wie Magnesium und Eisen enthalten sie viel die Knochen aufbauendes Vitamin K, das sonst eher in grünem Blattgemüse vorkommt. Eine Tasse Heidelbeeren deckt satte 30 Prozent des Tagesbedarfs eines Erwachsenden.

Außerdem enthalten die Beeren gesunde Ballaststoffe und – das ist das wirklich Besondere – eine Fülle an Radikalfängern. Hoch wirksame Antioxidantien wie der blaue Farbstoff, das Anthocyan, auch Myrtillin genannt, das ein natürliches Antibiotikum ist, und Proanthocyan helfen dem Körper, freie Radikale abzufangen und zu neutralisieren. So schützen sie die Haut vor äußeren Einflüssen und vorzeitigen Alterungsprozessen.

Gleichzeitig können diese Polyphenole die körperliche Motorik, die Konzentration und die Leistungsfähigkeit verbessern. Sie halten die Blutgefäße elastisch, unterstützen die Blutbildung und tragen so dazu bei altersbedingte Krankheiten und Krebs vorzubeugen.

Ein weiterer willkommener Nebeneffekt der Inhaltsstoffe ist eine verbesserte Durchblutung der Netzhaut, die sich positiv auf das Hell-Dunkel-Sehen auswirkt.

Die Blätter

Sie enthalten fast genauso viele Nährstoffe wie die Beeren selbst. Blattaufgüsse waren früher ein bewährtes Hausmittel gegen Magen-Darm-Beschwerden. Diese Wirkung kommt von den in Blättern und Früchten enthaltenen Gerbstoffen. Sie wirken adstringierend, ziehen die Schleimhäute zusammen, dichten die Darmschleimhaut ab und wirken gleichzeitig antibakteriell und entzündungshemmend. Zusammen mit den Pektinen sind sie ein hervorragendes Mitte gegen Durchfall.

Außerdem hilft der Tee aus Heidelbeerblättern bei Gicht, Rheuma, Zahnfleischentzündungen und Blasenschwäche sowie Harnwegserkrankungen. Ähnlich wie Cranberries können sie das Anhaften schädigender Bakterien an der Blasenwand verhindern.

Das Blutzucker senkende Glukochinon macht Beeren und Blätter zu einem Helfer bei Diabetes.

Der Tee sollte nur über einen bestimmten Zeitraum getrunken werden, da seine intensiven Wirkstoffe auf Dauer (über mehrerer Wochen oder Monate getrunken) zu Vergiftungserscheinungen führen können. Der Körper weiß, wann es genug ist.

Der Saft

Der Saft der Beeren schmeckt wie süßer Wein, nur alkoholfrei. Außerdem eignet er sich hervorragend zum Färben von Stoffen. Dazu ist er mir allerdings zu lecker und zu wertvoll.

Rezepte

Beerenfrüchte sind ein gesunder Snack für Zwischendurch – ein Bonbon der Natur. Sie schonen die Zähne, sind gesund und dabei sehr lecker.

Marmelade

Aufgrund ihres hohen Pektingehalts lassen sich Heidelbeeren besonders gut zu Gelee und Marmelade verarbeiten. Als passionierte Marmeladenmacherin bin ich experimentierfreudig. Meine Favoriten unter den Heidelbeermarmeladen sind die „Heidelbeere & Holunder“, „Blaubeere & Banane“ und „Heidelbeere & Schwarze Johannisbeere“. Alle drei Sorten sind sehr zu empfehlen und sagenhaft lecker!

Sossen

Besonders geeignet sind Heidelbeeren auch zur Herstellung oder zur Aufwertung von Soßen. Ich esse zwar kein Fleisch, weiß aber von meiner Oma, dass sie ihre Bratensoße mit Blaubeeren verfeinert. Ich wähle lieber die „raw-vegan“ Soßen-Variante. Hierfür die Heidelbeeren einfach mit dem Personal Blender oder einem Pürierstab fein pürieren und mit Vanille veredeln. (Heidelbeeren und Vanille  ergänzen sich ganz hervorragend.) Wer mag kann mit Honig, Kokosblütenzucker oder Yakonsirup süßen.

Diese „Soße“ eignet sich ebenso zur Herstellung von Salatdressings und Dessertsoßen.

Eis

Gefrorene Bananen als Basis im Mix mit Blaubeeren – wer mag kann noch Kokosflocken dazugeben – ergeben ein wunderbar cremiges, leckeres und zuckerfreies Eis. Auch hier kann man einige Beeren vorher bei Seite legen und zu Soße verarbeiten. Das i-Tüpfelchen für später sozusagen.

Lucuma-Heidelbeer-Smoothiecreme

Alles im Mixer zu einer homogenen Masse pürieren, in eine Schale gießen, mit Blaubeeren und Bienenpollen garnieren – fertig! Wer noch mehr Power braucht, kann Mandeln oder Hanfsamen hinzugeben.

„Grüner“ Heidelbeer Smoothie

  • 2 Handvoll Wildkräuter
  • 2 Handvoll Blaubeeren
  • 2 Nektarinen
  • Saft einer Zitrone
  • Moringa
  • Wasser

Gegen das Blau der Beeren ist kein Gras gewachsen. Daher ist dieser Grüne Smoothie farblich dunkler. Auch wenn man das Grün des Chlorophylls nicht mehr als eindeutig als „Grün“ einordnen kann, ist es trotzdem vorhanden. Das Moringa-Pulver setzt dem Smoothie die Krone auf. In Kombination mit Heidelbeeren schmeckt es fantastisch! Ebenso wie Lucuma hat es eine andickende Wirkung und verleiht eine herrlich cremige Konsistenz. Alles in den Mixer – ich nehme gern etwas weniger Wasser – und fertig!

Chia „Pinole“ mit Heidelbeeren

Die Zubereitung des leckeren Pinole, dem porridgeähnlichen Brei aus Chiasamen, den schon die Azteken kannten, findet ihr unter „CHIA“. Frische Heidelbeeren dazugeben, wer mag, kann rohe Sahne unterrühren und mit Honig abrunden. Fertig!

Art und Herkunft

Die Blaubeere (Vaccinium myrtillus) gehört der Familie der Heidekrautgewächse an. Der reich verzweigte langlebige Strauch kann bis zu 50 cm hoch werden und bis zu einem Meter tiefe Wurzeln ausbilden. Die in kalten Wintern nur sommergrüne, sonst immergrüne Pflanze bringt wundervolle, zierliche weißlich-grüne bis blass rosa glockenförmige Blüten hervor. Die Blaubeere ist in der gesamten nördlichen Hemisphäre, von Nordeuropa über Asien bis nach Amerika, beheimatet und vom Tiefland bis in Höhenlagen von über 2000 Meter Höhe zu finden. Sie wächst auf leicht saurem, feucht-frischen oder sandigen Böden in lichten Nadelwäldern, Heidelandschaften und Moorgebieten. Die Kulturheidelbeeren, die das ganze über erhältlich sind, kommen vom anderen Teil der Erde der Südhalbkugel. Sie werden als „Exportware“ in großen Monokulturen in Südamerika, Südafrika, Neuseeland und Australien angebaut.

Der Namen „Heidelbeere“ ist in Deutschland übrigens tatsächlich entstanden, weil die Pflanze bei uns oft auf der Heide wächst.

Schon bei den alten Kulturvölkern gehörte die Heidelbeere zu den Grundnahrungsmitteln. Bei uns beschrieb Hildegard von Bingen erstmals im Mittelalter die Heilwirkung der blauen Beerenfrüchte.

Besser ohne Milch

Heidelbeeren eignen sich natürlich auch für vielerlei Arten von Kuchen und Desserts, und passen zu Müsli und Joghurt. Ich rate aber gänzlich auf behandelte Milchprodukte zu verzichten, sofern eine Wirkung der Antioxidantien erwünscht ist. Die in den Beeren enthaltenen Antioxidantien werden besser vom Körper resorbiert, wenn anstelle von Milchprodukten, Wasser oder auf Kokosnuss basierende Produkte benutzt werden. Ausnahme sind auch hier Milchprodukte in ihrem „rohen“, naturbelassenden Zustand.

Einkauf & Aufbewahrung

Am besten genießt man Heidelbeeren saisonal. Die heimischen Heidelbeeren schmecken meist nicht nur besser, sie tragen auch, ebenso wie die Wildkräuter, die vor Ort wichtigen Informationen und Inhaltsstoffe in sich. Abgesehen davon haben sie keine lange Lieferwege hinter sich und sind frischer und energiereicher als die Importware.

Heidelbeeren sollten beim Kauf frisch und prall sein. Die schrumpeligen gilt es schnell weg zu essen, denn diese fangen umgehend an zu schimmeln. Ein Merkmal für besonders frische Beeren ist der als „Reif“ bekannte „Duftfilm“. (Siehe Bild oben)

Die Beeren sind sehr druckempfindlich und sollten daher vorsichtig gepflückt, und ebenso umsichtig behandelt und gelagert werden. Im Kühlschrank aufbewahrt und erst kurz vor dem Verzehr gewaschen halten sie sich einige Tage.

Diese kleine „Urzeitbeere“ macht uns zu Jägern und Sammlern und verbindet uns mit unseren Vorfahren. Ich freue mich schon jetzt auf die heimische Heidelbeersaison und wünsche Euch derweil viel Vergnügen mit den aktuell reifen und köstlichen Erdbeeren.
Lasst es Euch gut gehen!
Stephanie

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Grüne Smoothies

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