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Oxymel selber machen: Köst­liches Heil- und Stärkungs­mittel aus Honig und Essig

Oxymel: Köstlich, gesund und ganz einfach mit dem Mixer herstellen

Seit Jahren begegnet uns im virtu­ellen Raum immer wieder die Rezeptur „Oxymel“. Dieses Mal hat uns der Pfeil des Oxymel-Amors ge­troffen. Genau genommen war es ein Hage­butten-Oxymel, dessen knallig rot-orangene Färbung die Lust auf ein eigenes Ex­periment in die Tat um­gesetzt hat. Endlich! Denn Oxymele haben nicht nur Tradi­tion als Heil- und Stär­kungs­mittel, sondern sie schmecken einfach köst­lich.

Bevor wir Basis-Rezeptur und Hage­butten-Oxymel-Rezept teilen, wollen wir kurz vor­stellen, was ein Oxymel ist, woraus es in seinen Basis-Zutaten besteht und warum es so gesund sein soll. Und natür­lich erfährst Du, wie Du selber ein Oxymel her­stellen kannst, welche Heil­kräuter oder Gewürze sich als Zusätze eignen und wie Du die Her­stellungs­dauer mit Hilfe eines Hoch­leistungs­mixers vor allem bei der Her­stellung des Hage­butten-Oxymels ver­kürzen kannst.

Oxymel-Rezepte: Themen im Überblick

Was ist ein Oxymel und wie schmeckt es?

Ein Oxymel ist ein Gemisch aus Honig und Essig. Es wird auch Sauer­honig genannt, was der Über­setzung von Oxymel aus dem Grie­chischen ent­spricht: Sauer heißt nämlich auf grie­chisch „oxy„ und Honig wird mit „mel“ über­setzt. Und damit wäre der Geschmack bereits be­schrie­ben: Oxymel schmeckt süß-säuer­lich. Je nach ver­wendeter Honig- und Essig-Sorte kann der Geschmack variiert werden. So schmeckt ein Oxymel mit Weiß­wein- oder Reis­essig etwas milder als mit Apfelessig. Gleiches gilt für die Honig­auswahl: Ein Akazien­honig ist deutlich weniger kräftig als ein Wald- oder Kas­tanien­honig.

Weil beide Haupt­zutaten extra­hieren­de und konser­vierende Eigen­schaften be­sitzen, eignet sich die Honig-Essig-Mischung wunder­bar zur Her­stellung von Heilpflanzen-Aus­zügen - z. B. von Wild­kräutern wie Löwen­zahn, Brenn­nessel oder Giersch, von Laven­del- und Kamille­blüten, von Ingwer und Zitrone, von Wurzeln, Gewürzen oder eben von Hage­butten. So kann man das Oxymel in der Wirkung, aber auch im Geschmack an die eigenen Be­dürf­nisse anzu­passen.

Und da es sich um ein alkohol­freies Extrak­tions­verfahren handelt, können selbst Kinder, Schwangere oder Menschen mit Alkohol-Un­ver­träglich­keit in den heil­samen Genuss der goldenen Tinktur kommen.

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Warum ist Oxymel gesund?

Die An­wendung von Oxymel als Heil- und Stärkungs­mittel hat eine lange Tra­dition. Schon in der Antike – also vor mehr als 2000 Jahren - soll der berühmte grie­chische Arzt Hippo­krates von Kos in der Be­hand­lung seiner Patienten davon Gebrauch gemacht haben. Später finden sich in unseren Breiten­graden im 12. Jahr­hundert etliche Rezep­turen und An­wendungs­empfeh­lungen in der Natur- und Heil­kunde von Hilde­gard von Bingen.

Wohl­tuende Eigen­schaften von Honig und Essig

Kein Wunder, denn beide Haupt­zutaten sind mit vielen wohl­tuenden Eigen­schaften ge­segnet. Honig ist wahr­schein­lich das ältestes bekannte Arznei­mittel der Ge­schichte und ein wunder­bares Geschenk der Bienen. Über 180 wert­volle Inhalts­stoffe soll er enthalten - u. a. sehr viele Anti­oxidan­tien. Bekannt ist er aber vor allem für seine ent­zündungs­hemmende, anti­septische, wund­heilende und anti­bakteri­elle Wirkung. Honig gilt als wärmend und ist für Klein und Groß einfach ein köst­licher Energie­lieferant. Wer schon mal gefastet hat und sich täglich mit einem 1 EL Honig unter­stützt hat, weiß nur zu gut, wie stärkend Honig ist.

Essig steht dem Honig in der Be­deutung als natür­liches Heil­mittel in nichts nach: Anti­bakteriell und je nach Essigart wohl auch anti­mykotisch, des­infizierend, fieber­senkend, stoff­wechsel-an­regend etc. Wir schätzen Essig - sofern un­gefiltert und un­erhitzt - vor allem als pro­biotisches Nahrungs­mittel. Die ent­haltenen Milch­säureb­akterien, Hefepilze und Essig­säure­bakterien sind eine Wohltat für unsere Darm­flora. Sie sind nicht nur ver­dauungs­förder­lich, sondern sie stärken den Darm - eines der wichtig­sten Organe unseres Immun­systems. Neben den pro­bio­tischen Bakterien enthält roh-fermen­tierter Essig viele Nähr­stoffe wie Vitamine, Mineralien, Spuren­elemente oder Enzyme, die ihn wertvoll für eine gesunde Er­nährung machen.

Goldener Super­food-Sirup für die Haus­apotheke

Ein Oxymel könnte man auch als goldenen Super­food-Sirup be­zeichnen. Sein Einsatz­gebiet als sanftes Heilmittel dürfte riesig sein - ob bei Fieber und Husten, bei Immun­schwäche oder Ver­dauungs­störungen. Schon im Arznei­buch aus dem 15./16. Jahr­hundert – dem Anti­dotarium Mesue – soll stehen:

„In Honig und Essig ist eine Kraft, die aus ihrer Ver­mischung entsteht, so groß, wie sie in keinem von diesen beiden allein besteht..."

In unserer Haus­apotheke darf Oxymel jedenfalls nicht mehr fehlen. Wir folgen dem Rat des großes Hippo­krates und nutzen den Sauer­honig u. a. zur Stärkung des Körpers und des Immun­systems. Zu Beginn der kalten Jahres­zeit führen wir eine 3-6 wöchige Oxymel-Kur zur Vor­beugung von Er­kältungen durch – am liebsten mit einem selbst­gemachten Hage­butten-Oxymel. Das Rezept dazu findest Du hier.
Da ein Oxymel aber auch reich an Elektro­lyten ist, haben wir es als Er­frischungs­getränk nach dem Sport, bei heißem Wetter oder sogar bei Durch­fall entdeckt.

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Wie kann ich Oxymel selber her­stellen?

Ein Oxymel ist nicht nur köstlich und gesund, sondern es lässt sich so einfach und schnell her­stellen. In der Grund­rezeptur werden ledig­lich Honig und Essig in einem be­stimmten Ver­hältnis mit­einander ver­mischt. Wir haben mit 3 Teilen Honig auf 1 Teil Essig an­gefangen. Wenn Du den Geschmack von Essig gerne magst, kannst Du auch 2 Teile Essig ver­wenden. Es gibt sogar Rezep­turen, wo das Ver­hältnis Honig zu Essig um­gekehrt ist - d. h. man verwendet 2 Teile Essig und 1 Teil Honig usw. Da wir nicht nur Wert auf die Wirkung legen, sondern uns jeden Morgen auf das Oxymel freuen wollen, ver­wenden wir mehr Honig als Essig. Unser Oxymel Klassik findest Du hier.

Bei der Auswahl der Honig­sorte kannst Du nach Deinen ge­schmack­lichen Vorlieben gehen. Achte aber darauf, dass der aus­gewähl­te Honig natur­belassen und kalt ge­schleudert ist. Nur so kannst Du sicher sein, dass der Honig sein gesundes Poten­zial ent­falten kann. Als Essig eignen sich alle Sorten – ob Apfel­essig oder andere Obst-Essige, Weiß- oder Rot­wein­essig: Wichtig­stes Auswahl­kriterium ist, dass der Essig un­gefiltert und nicht erhitzt worden ist. Nur dann handelt es sich um einen hoch­wertigen Essig, der pro­biotische Kulturen enthält. Wir be­vor­zugen beide Zutaten in Bio-Qualität.

Hagebutte als Zusatz für Oxymel

Oxymel mit Heil- und Wild­kräutern, Früchten oder Gewürzen an­reichern

Ist das Basis-Oxymel fertig, kannst Du es durch die Wirkung und Eigen­schaften von Heil- und Wild­kräutern, Früchten oder Gewürzen an­reichern und auch neue ge­schmack­liche Nuancen hin­zufügen. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt - nahezu alle Heil- und Nutz­pflanzen können in Oxymel extra­hiert werden. Lass Dich einfach von Deinen kuli­narischen Vorlieben leiten.

Neben unserem Hage­butten-Oxymel zur Er­kältungs­pro­phylaxe sind weitere Auszüge in Arbeit: Ein be­ruhigen­des Oxymel z. B. mit Melisse, Lavendel und Kamille, ein Anti-Husten-Oxymel mit Spitz­wegerich, Thymian oder Salbei. Und natürlich ein Früh­jahrs-Oxymel mit den ersten Wild­kräutern zur An­kurbelung des Stoff­wechseln - z. B. Giersch, Schar­bocks­kraut und Löwenzahn.

Ver­schiedene Ex­traktions­verfahren: langsam vs. schnell

Im her­kömm­lichen Ex­traktions­verfahren werden die Pflanzen­bestand­teile zer­kleinert in der Honig-Essig-Mischung für bis zu 2-3 Wochen in einem sterili­sierten Ein­mach­glas luft­dicht ein­gelegt. Wenn der Deckel des Glases aus Metall besteht, empfehlen wir ein Stück Pergamentpapier unter den Deckel zu legen, da der Essig mit dem Metall reagieren kann. Der Auf­bewahrungs­ort sollte kühl und dunkel sein; die Mischung sollte täglich ge­schüttelt werden, damit sich die gelösten Inhalts­stoffe besser ver­teilen können.

Nach der Reife­zeit werden die Pflanzen­bestand­teile mit einem Sieb heraus­gefil­tert und das Oxymel in einem sterili­sierten Glas auf­gefangen. Fertig!

Um die Reife­zeit des Oxymels zu ver­kürzen, haben wir uns ent­schieden, den Mixer bei der Zu­berei­tung unseres Hagebutten-Oxymels ein­zusetzen. Wir mixen Essig, Honig und die Hagebutten zu einer feinen Masse. Diese wird eben­falls in ein sterili­siertes Ein­mach­glas luftdicht ver­schlossen. Bereits nach ein paar Tagen kann die Mischung durch ein feines Sieb ab­geseiht werden. Warum so schnell? Durch das Mixen werden die Inhalts­stoffe des Hagebutten-Zusatzes schneller gelöst – sozu­sagen findet eine Turbo-Extrak­tion statt. Natürlich kannst Du das Oxymel auch länger ausziehen lassen, muss aber nicht sein.

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Wie lange ist Oxymel haltbar?

Wenn das Oxymel sorg­fältig her­gestellt wurde und in aus­reichend sterili­sierte Gläser ab­gefüllt wurde, ist es un­geöffnet bis zu einem Jahr haltbar. Ab der Öffnung sollte das Oxymel inner­halb von etwa 6 Monaten auf­gebraucht werden.

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Wie wende ich das Oxymel an?

Wir trinken unser Oxymel am liebsten gleich morgens.
Dazu ver­mischen wir 1 Ess­löffel Oxymel mit etwa 100 ml lauwarmem Wasser in einem Glas. Du kannst aber auch kaltes Wasser verwenden oder den Sauerhonig einfach pur einnehmen.

Eine intensive An­wendung kann eine Oxymel-Kur sein: Du nimmst über 3-6 Wochen ein Oxymel mit einer gewissen Wirkung täglich ein. So machen wir es mit unserem Hage­butten-Oxymel als Er­kältungs­pro­phylaxe zur Herbst-/Winter­zeit. Oder mit einem Früh­jahrs-Oxymel zur Anregung den Stoff­wechsels.

Weitere An­wendungs­möglich­keiten für Oxymel können aber auch Marinaden, Salat­dressings oder Saucen sein. Oder Du stellst Dir im Hand­umdrehen ein er­frischen­des Sport-Getränk her. Wir geben auf 300 ml Wasser etwa 2-3 EL Oxymel. Am besten Du orien­tierst Dich hier nach Deinem Ge­schmacks­empfinden.

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Oxymel-Rezepte zum Selber­machen

Oxymel Klassik - die Basis-Rezeptur

Das Oxymel Klassik ohne Zusätze lässt sich so einfach in ein paar Minuten her­stellen. Wenn Du die Kombi­nation aus Honig und Essig magst, dann solltest Du es un­bedingt aus­pro­bieren. Natürlich kannst Du das Ver­hältnis von Honig zu Essig an Deinen persön­lichen Geschmack anpassen - viel­leicht ex­perimen­tierst Du mal mit 2:1 oder auch 1:1. Ebenso kannst Du mit der Basis-Mischung gut die kuli­narischen Unter­schiede der ver­schiede­nen Honig- und Essig-Sorten kennen­lernen. Wir haben uns für den un­glaub­lich aroma­tischen Thymian­honig aus Kreta ent­schieden, der einem kräftigen Apfel­essig locker stand­halten kann. Schöner Zusatz­effekt: Kretischer Thymian­honig soll u. a. gegen Husten helfen. Die Kretaner be­zeichnen ihn deshalb auch als Kretas Flüssig­gold.

Oxymel Klassik - die Basis-Rezeptur

Mit Thymianhonig und Apfelessig
Vorbereitung 0 Min
Zubereitung 2 Min
Gesamt 2 Min
Menge 400 g
Kalorien 937 kcal
Speiseart Sirup
Autor Carla von GrüneSmoothies.de
Oxymel Klassik
3.57 von 7 Bewertungen
 

Zutaten

  • 300 g Thymianhonig naturbelassen und kalt geschleudert
  • 100 g Apfelessig ungefiltert und unerhitzt
 

Anleitungen

  1. Zuerst den Essig in ein sterilisiertes Aufbewahrungsglas geben. Dann den Honig hinzufügen und beides gut miteinander vermengen.
  2. Fertig ist das Oxymel!
  3. Am besten täglich etwa 1 EL Oxymel verdünnt mit 100 ml Wasser genießen.
  4. Ungeöffnet ist das Oxymel mindestens 1 Jahr lang haltbar. Nach Öffnung sollte es innerhalb von 6 Monaten verbraucht werden. Es muss geöffnet nicht im Kühlschrank stehen.
  5. Viel Genuss und Freude mit dem Oxymel Klassik!

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Hage­butten-Oxymel mit Zimt

Hage­butten gehören zu den Vitamin-C-reich­sten Früchten der Welt, und wir lieben ihren Ge­schmack. Für das Hage­butten-Oxymel kannst Du noch feste Hage­butten ver­wenden, aber natürlich auch die weichen Wild­rosen­früchte. Sie werden im Ganzen ver­arbei­tet, schenken ein wunder­bares Aroma und ver­leihen dem Sauer­honig noch mehr Power zur Er­kältungs­prophy­laxe.
Um ein Maximum des Hage­butten­aromas zu schmecken, haben wir eine milde Honig- und Essig­sorte aus­gewählt: Akazien­honig und Weiß­wein­essig. Dazu passt eine Prise Zimt nicht nur ge­schmack­lich, sondern Ceylon-Zimt soll auch anti­bak­teriell wirken. Da wir das Hagebutten-Oxymel mit einem Mixer zu­berei­ten, durch­läuft es eine Turbo­extrak­tion und kann schon nach ein paar Tagen ab­gefil­tert werden. Genial!

Hagebutten-Oxymel mit Zimt

Mit Akazienhonig und Weißweinessig
Vorbereitung 10 Min
Zubereitung 20 Min
Gesamt 30 Min
Menge 470 g
Kalorien 1099 kcal
Speiseart Sirup
Autor Carla von GrüneSmoothies.de
Hagebutten-Oxymel
3.60 von 5 Bewertungen
 

Zutaten

  • 300 g Akazienhonig naturbelassen und kalt geschleudert
  • 100 g Weißweinessig ungefiltert und unerhitzt
  • 100 g Hagebutten
  • 1 Prise Ceylon-Zimt optional
 

Anleitungen

  1. Hagebutten waschen, Stiele und braune Kappen entfernen.
  2. Alle Zutaten in den Mixbehälter geben und auf höchster Stufe gut durchmixen. Die Mischung anschließend in ein sterilisiertes Einmachglas füllen und luftdicht verschließen. Für etwa 2-3 Tagen ruhen lassen. Nun das Hagebutten-Gemisch durch ein feines Sieb abseihen. Dazu die Masse mit einem Essloffel gegen das Sieb ausdrücken. Das fertige Oxymel in einem sterilisiertem Glas auffangen.
  3. Am besten täglich etwa 1 EL verdünnt mit 100 ml Wasser genießen.
  4. Ungeöffnet ist das Hagebutten-Oxymel an kühl und dunkel gelagert etwa 1 Jahr lang haltbar. Nach Öffnung sollte es innerhalb von 6 Monaten verbraucht werden. Es muss geöffnet nicht im Kühlschrank stehen.
  5. Viel Genuss und Freude mit unserem Hagebutten-Oxymel!

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Hast Du schon mal Oxymel aus­probiert oder selber gemacht?

Über Dein Feedback freuen wir uns hier!

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