Der Säure-Basen-Haushalt 3: Die Rolle der Ernährung

Eingestellt von am 03.09.2013
säure-basen-gleichgewicht_03

Im letzten Teil unserer Reihe zum Thema Säure-Basen-Haushalt geht es um die „wichtigste“ Komponente: die Ernährung. Sie ist zugleich die wohl umstrittenste …

Warum, das wollen wir heute erklären.

Der Problembegriff „säurebildend“

Völlig unumstritten, und zwar bei ganzheitlichen Medizinern, Naturheilkundlern und „stinknormalen“ Ärzten ist folgender Fakt: Es gibt basische und es gibt saure Substanzen. Klar ist auch: der Körper benötigt beides, basische und saure Substanzen, genauer: er benötigt ein Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen.

Und hier hören die Gemeinsamkeiten eigentlich auch schon auf.

Klassische Mediziner und Wissenschaftler halten wenig bis überhaupt nichts vom Einfluss der Ernährung auf den Säure-Basen-Haushalt. Sie sagen: „Alles O.K.“, selbst bei stark einseitiger Ernährung, denn die funktionelle Reservekapazität ist hoch und eine normale Nierenfunktion ausreichend, um den Säure-Basen-Haushalt dauerhaft im Gleichgewicht zu halten. Sie geben also „grünes Licht“ für die typisch deutsche stark fleisch- und milchlastige Ernährung.

Diese Sichtweise ist meiner Meinung nach nur im Ansatz richtig, aber nicht wirklich durchdacht, denn eine stark einseitige Ernährung kann auf Dauer nur auf Kosten der Mineralstoffdepots des Körpers aufrechterhalten werden.

 

Und mit genau diesem Satz haben wir das eigentliche Problem bereits umrissen: das Gleich – bzw. Ungleichgewicht der Mineralstoffe. Die Idee der Übersäuerung stimmt nämlich nur dann, wenn es um das Ungleichgewicht an Mineralstoffen geht, z.B. um einen Überschuss an Phosphaten.

Zu den phosphatreichen bzw. schwefelhaltigen und damit „säurebildenden“ Lebensmitteln zählen Käse, Fleisch und Getreide. Zur Ausscheidung gelangen solche (anorganischen) Säuren in Form von Harnsalzen – in chemischer Verbindung mit „basischen“ Elementen, z.B. Kalk, Kalium, Natrium oder Magnesium.

Zu den „basenbildenden“ Lebensmitteln zählen hingegen mineralstoffreiche, insbesondere kaliumreiche Lebensmittel, z.B. Obst, Gemüse und alle Arten von Blattgrün.

Dabei gilt, vor allem unter Naturheilkundlern folgende „Formel“: „säurebildend“ istgleich schlecht,  „basenbildenden“ istgleich gut.

Diese einfache Formel jedoch trifft es nicht.

Sie ist schlichtweg irreführend, da sie pauschalisiert. Pauschal zu sagen, dieses Lebensmittel sei säurebildend und jenes nicht, vereinfacht den nicht nur überaus komplexen Vorgang der Verstoffwechslung zu sehr, er lässt auch völlig die individuelle Konstitution außer acht.

Beide Aspekte sind jedoch immanent wichtig.

Fakt ist: Es gibt Körpertypen, die haben IMMER einen sauren bzw. basischen Urin – trotzdem ist das Gewebe weder zu sauer noch zu basisch.

Auch zum Speichel lassen sich pauschale Zuordnungen nur schwer vornehmen: Kaum eine Körperflüssigkeiten ändert derartig schnell ihren pH-Wert. Mundspeichel kann innerhalb von Sekunden (!), durch Stimmungsschwankungen verursacht, bis zu 100mal basischer bzw. saurer werden! Der Grund: Unser Speichel steht in Verbindung zum autonomen Nervensystem.

 

Weiter Beispiele gefällig?

Die Massai z.B. kennen keine säurebedingten Krankheiten und das obwohl sie große Mengen an – allerdings ROHEN – Milchprodukten verzehren. Ähnliches gilt auch für noch ursprünglich lebende Eskimos …

Die „basenbildenden“ Bananen können – ganz im Gegensatz zur allgemeinen Annahme – basenbildend, aber eben auch säurebildend sein! Das hängt einzig und allein vom individuellen Zustand der Person ab: Fehlt ihr das basische Mineral Kalium, dann wirkt eine Banane basenbildend. Der Grund: Sie enthält natürlicherweise sehr viel Kalium. Hingegen wirkt sie säurebildend, wenn die Person an einem Kalziummangel leidet. Der Grund: die Banane hat wenig Kalzium, aber sehr viel Phosphor. Und dies wiederum wirkt sich säurebildend in Bezug auf die Kalziumbilanz des Körpers aus!

 

Klingt kompliziert?

Ist es auch. Vor allem aber ist es komplex.

Und aus genau diesem Grund ziehen alle östlichen – und viele vor-wissenschaftliche – westlichen Traditionen den ganzheitlichen Blick auf das Individuum vor. Dann nämlich verliert man sich nicht mehr so sehr im Detail, sondern kümmert sich um das große Ganze.

Soll heißen: Lasst ab von der Beschäftigung mit Detail-Aspekten des Säure-Basen-Haushalts, insbesondere von ellenlangen Listen an basen- bzw. säurebildenden Lebensmittel, die grundsätzlich gut bzw. grundsätzlich schlecht sein sollen, und wendet Euer Interesse vielmehr dem großen Ganzen zu. Und das große Ganze ist in diesem Zusammenhang Euer Körper. Und mehr als das: Es sind Eure Körperinstinkte.

Letztlich geht es um diese. Und NUR um diese.

Und um Eure Körperinstinkte zu schulen, sie gewissermaßen zu re-aktivieren, ist es notwendig sich grundsätzlich „gut“ zu ernähren. Und „gut“ heißt in diesem Zusammenhang typgerecht, nährend und (nachhaltig) sättigend.

Eine ebenso effektives wie effizientes Mittel dazu stellt der grüne Smoothie dar.

Er liefert ALLES, was Euer Körper benötigt – und im Rahmen einer betont basischen Ernährung sinnvoll ist. Integriert ihn in einem ersten Schritt – und ändert sonst NICHTS an Eurer Ernährung. Der zweite Schritt kommt dann wie von selbst. Und dieser zweite Schritt sieht bei jedem Menschen anders aus. Konzepte sind hier weitestgehend überflüssig. Ratschläge ebenso.

Während Typ 1 es lieber eiweißbetont und fettlastig mag, zieht Typ 2 eine kohlenhydratreiche Ernährung vor. Beides kann individuell richtig sein und im obigen Sinne nährend und sättigend. Der grüne Smoothie kann hier einen Weg aus dem Wirrwar der Ernährungsempfehlungen geben. Und vor allem: Einen ersten wichtigen Schritt hin zu mehr Selbstwahrnehmung und mehr Selbstermächtigung machen. Kurzum: Er kann in erheblichem Maße dazu beitragen Eure Körperinstinkte zu schärfen.

Wer mehr zu Körperinstinkten wissen möchte, dem sei das Buch „Befreite Ernährung“ von Christian Opitz ans Herz gelegt.

 

Mein Typ zu einem ausgeglichen Säure-Base-Haushalt ist also recht simpel – und umfasst alles, was man zum Säure-Base-Haushalt wirklich wissen muss: Esst mehr lebendige, grüne Nahrung. Esst weniger oft (nämlich nur dann, wenn Ihr hungrig seid) und genießt Euer Essen!

 

Klingt simpel?

Könnte man meinen … Ein Blick in den alltäglichen Ernährungswahnsinn belehrt Einen allerdings recht schnell eines Besseren …

Trotzdem: Wer sich an diese „Regeln“ hält, der muss sich um den Säure-Base-Haushalt keine Sorgen machen.

 

(Anders sieht es aus, wenn es um die Therapie spezifischer Erkrankungen geht. Dann nämlich muss sehr wohl und sehr genau darauf geachtet werden, was sonst noch neben dem grünen und lebendigen Anteil der täglichen Nahrung gegessen wird.)

 

Und genau aus diesem Grund ist der grüne Smoothie die ideale (tägliche) Nahrungsergänzung.

Er ist grün, er ist lebendig und er ist vollgepumpt mit allem, was Mann und Frau zum Leben aus dem Vollen brauchen.

Besser wird’s nicht!

 

Und genau aus diesem Grund spare ich mir ellenlange Listen mit säure- bzw. basenbildenden Lebensmitteln.

Und appelliere (erstmal) an Euren Verstand! Denn wie heißt es so schön: Es kommt anders WENN man denkt.

 

Zum Abschluss noch ein Satz zur Ermittlung der Säurelast (auf die die Idee basen- bzw. säurebildender Lebensmittel aufbaut): Diese nämlich erfolgt logischerweise nicht „in-Vivo“, also am oder besser im lebenden Menschen, sondern „in-Vitro“, also im Labor! Und das geht wie folgt: Man verbrennt ein Lebensmittel, z.B. eine Banane und analysiert anschließend die Asche auf ihren basischen Gehalt. Das Problem bei dieser Vorgehensweise: Unser Körper verbrennt nicht bei Feuertemperatur! Zucker kann im Reagenzglas einfach verbrannt werden, im Stoffwechsel jedoch verbraucht dieser Vorgang basische Mineralstoffe (Chrom, Magnesium …). Die Folge: Süße Früchte verbrennen unter Laborbedingungen immer basisch, während sie in einem mit Früchten bzw. Kohlenhydraten überladenen Körper durchaus säurebildend wirken können!

Das allerdings nur am Rande …

 

Merkt Euch folgendes – und damit habt Ihr das wirklich Wichtige zum Säure-Base-Haushalt verstanden. Bei noch „vollständiger“ Gesundheit gilt:

Her mit lebendiger Nahrung!

Her mit knalligem Grün!

Und her mit gesunden Fetten (dazu zählt im übrigen auch die ROHE Butter, aber das ist ein anderes Thema …)!

Bei der Anwendung dieser Prinzipien könnt Ihr durchaus radikal sein, OHNE Euch beschränken zu müssen! Denn wenn Ihr darauf achtet, dass ein gewisser Bestandteil Eurer täglichen Ernährung diesem Prinzip folgt, ist ALLES andere gut und erlaubt!

Und das beinhaltet auch: Bloß keine Extreme – in jeglicher Hinsicht …

 

Soweit. So gut?
Carlos

Carlos

Carlos

Carlos trinkt seit vielen Jahren Grüne Smoothies und ist Blogger der ersten Stunde von GrüneSmoothies.de. Als ausgebildeter Ernährungs- und ganzheitlicher Gesundheitsberater sowie Personal Coach beschäftigt er sich intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Ernährung und Gesundheit. Ihn zeichnet seine leidenschaftliche Skepsis und Neugierde aus, denn er will es meistens ganz genau wissen.
Carlos vertritt die Auffassung, dass „Ernährung die vielleicht wichtigste Variable zur Gesunderhaltung ist, auf die jeder Mensch am besten Einfluss nehmen kann.“ Grüne Smoothies sind für ihn ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung, weil sie den Körper natürlich, einfach und wirkungsvoll mit allem versorgen, was er für einen guten Start in den Tag braucht.

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6 Kommentare

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Auch ich beschäftige mich mit gesunder Ernährung und lese viel und erkundige mich auch immer mal wieder. Seit März 2015 habe ich den grünen SM in die Ernährung mit aufgenommen. Und der Bianco macht jeden Tag seine Arbeit.

Super Artikel, klasse Aufklärung. Danke für den tollen Artikel.

Carla von GrüneSmoothies.de
Carla von GrüneSmoothies.de

Liebe Ulrike,
schön, dass Dir unser Säure-Basen-Special gefallen hat. Und danke für das schöne Feedback - vor allem auch, dass Du mit Deinem Mixer zufrieden bist. Alles Gute weiterhin mit den Grünen Smoothies,
Carla

Vielen Dank für diese sehr erhellende Artikelserie.

Der Druck etwas komplett falsch zu machen in meiner Ernährung ist weg.

Grüne Smoothies, lebendige frische Ernährung und viel Bewegung an der

frischen Luft.

Bin sehr gespannt.

Herzlichen Dank

Danke Carlos für diesen fundierten Artikel,

endlich einmal entspannte Klarheit zu diesem komplexen Thema,dass mich seit zwei Jahrzehnten immer mal wieder umtreibt und verunsichert hat….

Auch ich stellte mir schon oft die Frage,warum wir nicht alle schon sterbenskrank versauert sind ,ob der ganzen “Säuren”.

Auch ich habe mich teilweise sehr einseitig ernährt,jedoch zeigte mein Blutbild immer perfekte Werte!Nur ich sah im Gesicht schlecht aus und war ziemlich kraftlos…

Nach nur einer Woche grüner Sm. bin ich fitter ,bin besser gelaunt und meine Haut freut sich.

und der neue Bianco Primo von Euch hat gut zu tun!

Danke nochmals

Guter Artikel. Danke

Carlos

Bitteschön 🙂
Carlos

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