Karob

Eingestellt von am 24.04.2014
carob

Karob
Carob / Caroube /  La Algarroba / Carruba

Die süßeste Versuchung seit es Schokolade gibt…

Karob ist das süße, karamellig schmeckende, braune Pulver das aus den Früchten des Johannisbrotbaumes gewonnen wird:

Seine Herkunft

Der Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua) ist ein schöner, großer und immergrüner Baum, der auch Karobbaum genannt wird und zur Familie der Hülsenfrüchtler gehört. Sein biblisch anmutender Name gibt Anlass zur Spekulation. Noch heute ist man sich nicht einig, wie genau der Baum seinen Namen erhielt. Ob sich Johannes der Täufer nun wirklich von den Früchten des Baumes in der Wüste ernährte oder nicht, kann nicht mehr geklärt werden. Fest steht jedoch, dass der Baum eine lange Tradition hat und seine Früchte schon vor Tausenden von Jahren von Menschen gegessen und zur Fütterung von Tieren genutzt wurden. Erstmalig kultiviert wurde der Baum 200 v. Chr. von den Ägyptern, deren Pharaos Thutmosis II. und Ramses III. sein Holz zum Bau verwendeten. Aufgrund dieser Angaben, geht man heute davon aus, das es ursprünglich eine wilde, auf der arabischen Halbinsel beheimatete, Urform des Baumes gegeben haben muss, bevor der Baum erst durch die Römer im Mittelmeerraum und später durch die Spanier bis nach Süd- und Mittelamerika Verbreitung fand.

Alles spricht für eine Kultivierung des Karobbaumes.

Der Johannisbrotbaum ist sehr genügsam und geradezu anspruchslos. Mit majestätischer Anmut steht er auch in der unwirtlichsten Gegend. Sein grünes Blätterkleid und seine stattliche Höhe – er kann bis zu 30 Meter hoch werden – lassen ihn schon aus weiter Ferne erkennen. Er ist extrem resistent gegen Trockenheit und große Hitze. Sein Stamm ist kräftig, seine ausladend gespreizten Äste bilden eine halbkugelige Baumkrone, die eine großen Schatten wirft und gerade in heißeren, kärgeren Ländern Schutz vor der Sonne und Erholung im Schatten verspricht. Sein Holz ist hart, stabil, sehr widerstandsfähig und kann vielseitig verwendet werden. Obstbauern schätzen seine tiefe Wurzeln, die Plantagen vor allzu großen Sturmschäden und vor Austrocknung gefährdete Gebiete vor Erosion schützen. In Zusammenarbeit mit Knöllchenbakterien ist er zudem in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu binden und trägt somit zu einer Verbesserung des Bodens bei.

Ein dankbarer Baum mit Schlaraffenlandcharakter, der immer genügend Gewinn abwirft.

Vielleicht ist so auch seine „biblische Bedeutung“ zu erklären: Er ist vollkommen – er gibt reichlich, spendet Schatten und nährstoffreiche, köstliche Nahrung, ist selbst genügsam, verzeiht viel und ist wunderschön anzuschauen. 

Die Frucht

Die länglichen erst grünlichen später schokoladenbraunen, essbaren Früchte des Johannisbrotbaumes heißen Johannisbrot (oder Karoben). Sie sind platt, gebogen, glänzend, 10-30 cm lang und ca. 1 cm dick. In das Fruchtfleisch (Karob) der Schoten eingebettet sind die Samen, die getrocknet und geröstet und dann zu einem nähr- und ballaststoffreichen Pulver gemahlen werden und in Form von Johannisbrotkernmehl als Verdickungsmittel dienen. Dieses enthält neben 5 bis 9 Prozent Eiweiß eigentlich nur unverdauliche Polysaccharide (Ballaststoffe) und ist wegen seines hohen Quellvermögens weit verbreitet. (1 Gramm bindet 50 Milliliter kalter und 100 Milliliter warmer Flüssigkeit.) In ländlichen Gegenden wird die nahrhafte Hülsenfrucht frisch oder getrocknet verzehrt, zu Saft gepresst, zu Sirup verarbeitet oder zu alkoholischen Getränken vergoren.

Seine wohltuende, gesunde Wirkung und seinen einzigartigen Geschmack entfaltet Karob allerdings nur in seiner rohen Form. Zur Herstellung des rohen Karobpulvers wird das weiche, zartgelbe, fruchtig-süße Fruchtfleisch entnommen, schonend getrocknet bis es ganz hart ist und anschließend fein vermahlen. Fest verschlossen ist es viele Jahre haltbar.

Was ist drin?

Der karamellige Geschmack erinnert an Kakao, ist aber nicht so bitter, da Karob einen natürlichen Zuckergehalt besitzt. Für alle die eine Alternative zum Kakao suchen ist er ideal, denn im Unterschied zu Kakao ist Karob sehr fettarm und frei von anregenden Substanzen wie Koffein und Theobromin.

Das ballaststoffreiche Pulver ist reich an den Mineralstoffen Magnesium, Kalium, Eisen und Calcium. 1 Tasse Karobpulver enthält 350 Milligramm Calcium, mehr als die gleiche Menge Milch und fast doppelt so viel die gleiche Menge Kakao – das muss man sich mal vorstellen!

2 Esslöffel Pulver enthalten etwa 5 Gramm Ballaststoffe, 15 bis 20 Prozent der täglich empfohlenen Menge.

Wie Kakao enthält Karob zahlreiche antioxidativ wirksame Polyphenole, die sich positiv auf das Herz auswirken und gleichzeitig der Krebsprävention dienen.

Was kann Karob außerdem?

In der Naturheilkunde wird Karob traditionell bei Durchfall und Verdauungsstörrungen eingesetzt, sowie ebenfalls bei Sodbrennen und Reizdarmsydrom empfohlen. Der hohe Gehalt an Tanninen, Polyphenolen die ähnlich wie Adstringentien wirken, beruhigen den Darm und lindern die Disbalance. Mehrmals täglich 1 bis 3 Esslöffel in der dreifachen Menge Wasser aufgelöst und eingenommen helfen meist sogar in schwierigen, chronischen Fällen.

Rezepte

Gerade aufgrund seines besonderen Geschmacks und seiner Eigenschaften ist Karob vielmehr als nur Schokoladenersatz. In Kuchen, Desserts, im Müsli oder in wunderbar leckeren und gesunden Smoothies ist er eine gesunde und nahrhafte Ergänzung zur täglichen Ernährung.

Übrigens: Roher Kakao, ob in Form von Schokolade oder Pulver, verträgt sich super mit Karob. Wer auf Kakao nicht verzischten möchte oder muss, kann beide Produkte mischen. Kakao und Karob ergänzen sich ganz wunderbar und heben in Kombination die Vorzüge des anderen Produkts hervor. Mutter Natur weiß was gut ist und bringt Dinge hervor, die zusammen noch besser sind als einzeln. Wenn das kein Zeichen ist…

Meine Rezeptvorschläge

Ein Brotaufstrich ist schnell gemacht, aus über Nacht eingeweichten Nüssen, Karob, etwas Honig oder Agavendicksaft und Kokosöl. Alles in den Mixer, nach Belieben mit feinem Salz, Chillipulver, Orangenöl oder -schale abschmecken – fertig! Herrlich cremig und auch als süßer Dipp verwendbar.

Das ganze als Smoothie wird noch besser indem man anstelle von Kokosmus oder Kokosöl eine junge, frische Kokosnuss öffnet und ihr Fruchtfleisch sowie einen Teil des Kokoswassers mit Karob und Kakao sowie Kakaobutter im Mixer fein püriert. Mit einer Prise Salz und Honig, Kokosblütenzucker oder Sirup abschmecken – et voilá! Ich garantiere Köstlichkeit, die den Wert natürlicher und roher Produkte ganz schnell erfahrbar macht.

Auch Schokolade (Schokoladeneis und Pralinés) auf Basis von Karob und/oder Schokolade ist ganz einfach selbst herzustellen. Einfach rohen Kakao und Karobpulver mit Kakaobutter und Kokosöl und etwas Wasser (nur so viel um die Masse mixbar zu machen) im Mixer ganz fein mixen, mit Salz, Vanille und einem Hauch von Zimt abschmecken und zum Schluss Gojis oder Maulbeeren unterheben. Alles in kleine Förmchen tun (Eiswürfelförmchen tun’s auch) oder Kugeln formen und ab in den Kühlschrank oder die Gefriertruhe. Meist reicht die Kälte des Kühlschranks schon aus, um die kleinen Bällchen erhärten zu lassen, denn Kakaobutter verändert schon bei nur mäßig kühler Temperatur seinen Aggregatzustand.

Wir stellen mal wieder fest: Gesund und lecker schließen sich nicht aus – ganz im Gegenteil. Und alles ist ganz einfach zuzubereiten und ohne viel Aufwand in der Küche umzusetzen. Zaubern ohne Zauberstab!

Wissenswertes zum Schluss

Bis heute haben die ganzen Kerne eine wichtige Bedeutung als Gewichtsmaß für Gold und Edelsteine. Weil sie unabhängig von ihrer Größe immer genau 0,18 Gramm wiegen, wurden sie schon im Altertum als Wiegegewichte benutzt. Diese Gewichtseinheit ist heute weltweit als „Karat“ bekannt. Der Name leitet sich vom lateinischen Namen des Johannisbrotbaumes „Ceratonia“ = Karat ab.

Das ist die Antwort auf die 1.000.000 Million Euro Frage. Wer hätte das gedacht.

 

Viel Spaß beim Experimentieren mit Eurem neuen tollen Superfood!

…. und alles Liebe,
Stephanie

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Grüne Smoothies

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