Grünkohl

Eingestellt von am 01.04.2014
Grünkohl

Der Grünkohl.
Kale / Chou Frisé / Col Crespa / Cavolo Ricci

Obwohl ich schon als Kind Gemüse in jeder Form mochte, konnte man mich mit Grünkohl jagen. Allein der Geruch, den er beim Kochen verströmte, rief Abscheu in mir hervor. Auch die Tatsche, dass unser damaliger Hund Grünkohl-Fan war,, konnte mich nicht umstimmen. Grünkohl war Fieskohl.

Heute liebe ich Grünkohl. Und ganz egal wo und zu welcher Jahreszeit ich von grünen Smoothies berichte, mache ich aus meiner Liebe zum Grünkohl kein Geheimnis und es ist mir nicht klar, wie es zu meiner frühkindlichen „Grünkohlstörung“ kommen konnte. Vielleicht war es die Art der Zubereitung, vielleicht war es auch die unwillkürliche Assoziation mit Kassler (ich mag kein Fleisch, erst recht kein Kassler). Ich weiß es nicht …

Jetzt steht für mich fest: Grünkohl ist fantastisch, ob gedünstet, blanchiert oder roh. Wer noch keine Grünkohlchips kennt, sollte sich unbedingt einmal daran versuchen. Einfach im Dörrgerät oder im Backofen bei niedriger Temperatur (unter 42°C, damit alle wichtigen Inhaltsstoffe erhalten bleiben) dörren, bis der Grünkohl Chipskonsistenz erreicht hat, also trocken und knusprig ist.

Eine ganz besondere Delikatesse ist der Grünkohl-Smoothie. Mein Favorit ist Grünkohl mit Birne, süßem Apfel oder Kaki, Petersilie oder Koriander und Vanille. Wir haben Euch schon viele wunderbare Grünkohl-Rezepte vorgestellt, einige findet ihr hier (nach Zutat „Grünkohl“ filtern).

In den USA erlebt Grünkohl schon seit Jahren einen wahren Boom. Es ist geradezu ein Hype um das kräuselige Blattgemüse entstanden, vor allem die Stars und Sternchen in Hollywood schwören drauf. Und das zu Recht, denn Grünkohl ist nicht nur hübsch anzuschauen, er ist prall gefüllt mit Nährstoffen und damit von Natur aus ein wahres Superfood. Warum das so ist, erkläre ich Euch in der nachfolgenden Warenkunde.

Grünkohl (Brassica oleracea) ist eine schnellwüchsige Blattgrünart. Er gehört zur Familie der Kreuzblütler wie Brokkoli, Weißkohl, Rosenkohl und Kohlrabi. Ursprünglich stammt er vom Wildkohl ab, der noch heute an der Mittelmeerküste, aber auch am Atlantik, zum Beispiel in Südengland, vorkommt. Der grüne Krauskohl wird seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. in Griechenland und Italien landwirtschaftlich angebaut. In der deutschen Hausmannkost hat der Grünkohl Tradition und findet nachweislich seit dem 16. Jahrhundert Verwendung.

Typische Anbaugebiete sind mittlerweile Mittel- und Westeuropa, Nordamerika sowie Ost- und Westafrika.

Als typisches Wintergemüse ist er bei uns nur von Dezember bis März frisch erhältlich. Das ist einerseits schade, führt aber dazu, das wir Ende des Sommers wieder anfangen, uns auf den Kräuselkohlkopf zu freuen.

Wartet mit der Ernte des Grünkohls bis zu den ersten Frostnächten ab. Erst danach erlangt er sein volles Aroma. Die Kälte lässt den Zuckergehalt im Blatt steigen. Bei niedrigen Sorten erntet man den ganzen Schopf, bei hochgewachsenen können die einzelnen Blätter an der Basis der Pflanze und dann nach und nach die weiter oben wachsenden abgeschnitten werden.

Der Grünkohl ist in seinem palmenartigen Wuchs nicht nur schön anzusehen, er ist auch ungeheuer gesund. Neben vielen anderen Nährstoffen weist er hohe Mengen an den Vitaminen A und C und an Mineralstoffen wie Eisen und Calcium auf. Schon 1 Tasse roher gehackter Grünkohl deckt mehr als 100% des täglichen Vitamin-A-Bedarfs, etwa 90% des benötigten Vitamin C und sogar 450-600% des Bedarfs an Vitamin K, das die Blutgerinnung und Bildung starker Knochen unterstützt und gleichzeitig das Krebsrisiko senkt. Denn mittlerweile weiß man, dass ein anhaltender Vitamin-K-Mangel ein Risikofaktor für  Krebs, Osteoporose und Arteriosklerose ist. Schon einmal 3 gute Grüne, mehr von diesem schönen Grün zu verspeisen …

Grünkohl hat einen hohen Gehalt an zahlreichen sekundären Pflanzenstoffen, unter anderem Carotinoiden und Glucosinulaten (schwefelhaltige Verbindungen), die ihm und anderen Gemüsen aus der Familie der Kreuzblütler diesen typischen, etwas stechenden Geruch und den bitteren Geschmack verleihen. Im Körper werden die Glucosinolate in aktive Verbindungen umgewandelt, unter anderem in Isothiocyanate wie Sulforan und Indole wie Indol-3-Carbonyl. Diese wichtigen Verbindungen unterstützen die Ausleitung von DNA-schädigenden und krebsverursachenden Substanzen und können die Ausbreitung bestimmter Krebszellen (Magen-, Darm- und Lungenkrebs) unterbinden. Aufgrund ihrer hormonellen Aktivitäten tragen sie darüber hinaus auch zur Prävention von Brust- und Prostatakrebs bei.

Tipp: Verwendet Grünkohl innerhalb von 1-2 Tagen nach dem Kauf. Aufbewahren lässt er sich am besten, indem Ihr ihn in ein feuchtes Geschirrtuch einschlagt oder -wickelt und in den Kühlschrank legt.

Die Enzyme im Grünkohl, die die Glucosinolate in wirksame, krebsabwehrende Verbindungen umwandeln, erfordern, dass wir die harten Zellwände der Grünkohlblätter aufbrechen. Am besten gelingt das mit einem sehr guten Hochleistungsmixer. Nur so können wir uns die gesamten gesunden Inhaltsstoffe einverleiben.

Wie immer gilt auch hier bei der Zubereitung eines grünen Smoothies, dass reifes Obst verwendet wird. Sonst kann es schnell zu „kohlig“ werden.

Sofern Ihr noch Grünkohl bekommen solltet, wünsche ich „bon appétit“!

Herzliche Grüße!
Stephanie

Grüne Smoothies

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6 Kommentare

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Hallo,

zählt Weißkohl zu den Kohlsorten die im Smoothie gemixt werden können oder sollte man besser auf Wirsing ausweichen?

Grüße

Nici

Katharina von GrüneSmoothies.de
Katharina von GrüneSmoothies.de

Liebe Nicole, auch Weißkohl ist reich an Nährstoffen und Vitaminen und kann gut für Grüne Smoothies verwendet werden. Alles, was oberhalb der Erde wächst und um die Hand gewickelt werden kann, wie auch die einzelnen Blätter des Weißkohls, eignet sich als Zutat für Grüne Smoothies. Was den Chlorophyll-Gehalt betrifft, so liegt der bei Wirsing und vor allem bei Grün- und Palmkohl natürlich etwas höher als bei Weißkohl. Vielleicht kannst du einfach deinen Smoothie mit Weißkohl und zusätzlich etwas dunklerem Blattgrün mixen. Einfach ausprobieren. Liebe Grüße, Katharina.

Jürgen Becker

Eine Frau namens Jutta Bruhn, Heilpraktikerin aus Berlin, rät von grünen Smoothies ab und verweist gleichzeitig auf einen Herrn Pollmer oder so ähnlich. Was ist da dran. Sie selbst empfiehlt eine Knoblauch - Zitronen Kur.

MfG

Ja. Beckers

Carlos

Hallo Jürgen!

Pollmer in allen Ehren, aber bild' Dir doch ganz einfach Deine eigene Meinung. Hier ist sein Artikel: http://www.deutschlandradiokultur.de/gefaehrlicher-kuechentrend-gruene-smoothies-nierensteine.993.de.html?dram:article_id=284981 Lass' ihn auf Dich wirken und lies' dir dann vielleicht ein paar der Kommentare durch. Pollmer sagt da nichts wirklich Essenzielles, nicht wirklich Wahres, aber ganz schön viel unsäglichen Quatsch. Da er deutlich intelligenter ist, als das, was er hier schreibt, geh' ich davon aus, dass er entweder keinen Bock hatte sich überhaupt, um das Thema zu kümmern oder er tatsächlich geschmiert ist.

Whatever... ist nichts dran. Und ich würde mir als Heilpraktikerin, die den Artikel kennt und nichts Merwürdiges daran erkennt, so meine Gedanken machen...

Liebe Grüße!
Carlos

Ich liebe auch Grünkohl! Ich komme aus Amerika und kann leider nicht bis jetzt kein Grünkohl finden! Bitte! Helfen Sie mir! Ohne Grünkohl bin ich so trauerig!

Liebe Grüße,

Sarah

Carla von GrüneSmoothies.de
Carla von GrüneSmoothies.de

Hallo Sarah,

kulturell bedingt ist es leider so, dass in Deutschland die Grünkohlsaison auf die kalte Jahreszeit begrenzt ist. Was Du aber schon jetzt bekommen kannst, ist Palmkohl - auch Schwarzkohl - genannt, der mit dem Grünkohl verwandt ist und über einen ähnlich potenten Nährstoffgehalt verfügt. Er schmeckt etwas milder - auf 2 Liter Grünen Smoothie sind 5-6 Blätter völlig ausreichend.

Viele Grüße,
Carla