Weizenwampe von William Davis

Eingestellt von am 17.10.2013
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In jüngerer Zeit bin ich wiederholt auf das Buch „Weizenwampe“ von William Davis angesprochen worden. In diesem Buch wird Weizen als Hauptursache für die meisten degenerativen Erkrankungen dargestellt, Davis spricht an einer Stelle von einer „Spur der Zerstörung“, die Weizen angerichtet haben soll.

Ich halte solche Bücher für problematisch, weil sich einige Fakten mit völlig aufgeblasenen Halbwahrheiten mischen und Menschen eher Angst gemacht wird, als dass eine sinnvolle Aufklärung stattfindet. In diesem Artikel will ich versuchen, die tatsächlichen möglichen Probleme des Weizenverzehrs von den Halbwahrheiten und Gerüchten zu differenzieren.

Zunächst einige Kritikpunkte an dem Buch:

  • Davis erwähnt, dass moderner Weizen polyploid sei und über tausend verschiedene Eiweiße produziert, als wäre das ein Riesenproblem. Allerdings produzieren fast alle essbaren Kulturpflanzen polyploid und 1000 Eiweiße sind wahrlich nichts Besonderes in einer Nahrungspflanze. Kein Grund, dass beim Weizen als Problem hinzustellen.
  • Davis behauptet, Weizen habe einen glykämischen Index, der die Kohlenhydrate des Weizens auf den Blutzuckerspiegel wie weißen Zucker wirken lässt, auch bei Vollkornprodukten. Das ist völliger Quatsch und ist empirisch durch die große Wirksamkeit der Vollwertkost nach Dr. Bruker bei Hypoglykämie und Blutzuckerschwankungen wiederlegt.
  • Davis erwähnt eine Studie, in der Menschen auf eine weizenfreie Ernährung gesetzt wurden (wegen Zöliakie) und dass dann viele Probanden an Gewicht verloren. Dies wertet er als Beleg, dass Weizen die Hauptursache von Übergewicht sei. Was er nicht erwähnt, ist der Umstand, dass viele dieser Probanden zu Beginn der Studie bereits normalgewichtig oder untergewichtig waren – da ist ein Gewichtsverlust nur wahrlich nichts Positives. Manche Probanden haben auch Übergewicht abgebaut, andere haben zugenommen. Insgesamt sind die Ergebnisse dieser Studie völlig ungeeignet, um eine Aussage über die Rolle von Weizen beim Thema Übergewicht zu machen.
  • Davis differenziert überhaupt nicht zwischen Junk-Food mit Weizen als Zutat, Weizenprodukte in minderwertiger Form und biologischen Vollkornprodukten.  Natürlich essen die meisten Menschen viel zu viel, auch vom Weizen, weil sie bei minderwertiger Nahrung keine zelluläre Sättigung erfahren. Echte Vollkornprodukte sättigen besser und wirken einem Überessen viel leichter entgegen. Außerdem wird ein Großteil des verzehrten Weizens in westlichen Ländern als Hamburgerbrötchen, Kuchen und Gebäck mit Zucker, Fertignudeln und anderen minderwertigen Gerichten gegessen – natürlich schadet das, ob diese Produkte mit Weizen oder einem anderen Getreide hergestellt werden, ist dabei weniger relevant.

Es gibt sicher einige Punkte, die in Bezug auf Weizen zu beachten sind, z.B.:

  • Menschen mit einer sehr sensiblen Psyche können eventuell auf Gluten stärker mit psychischem Unwohlsein reagieren. So ist bei Schizophreniepatienten der Anteil der von Zöliakie Betroffenen bei 17%, im Vergleich zu 1% der Gesamtbevölkerung. Glutenfreie Ernährung ist im Falle einer Schizophrenie oder anderen Manifestation einer besonders sensiblen Psyche durchaus sinnvoll.
  • Getreide sollte generell so gegessen werden, wie man es bei gesunden Völkern sehen kann: nach körperlicher Leistung und echtem Hunger. Brötchen zum Frühstück, Pasta als Beilage zum Mittagessen, Kuchen am Nachmittag und Brot am Abend, das ist sicher zu viel, vor allem wenn es um Gluten geht.
  • Getreide sollte mit hochwertigen Fetten wie Rohmilchbutter, Kokosfett, Oliven, Avocados etc. gegessen werden und idealerweise auch mit frischem Gemüse.  Brot mit Fertigaufstrichen aus der Packung hat eine andere Wirkung, als ein Brot mit Rohmilchbutter und dazu rohem Knabbergemüse.
  • Langsames Kauen ist bei Getreide besonders wichtig, weil dann ein klares Sättigungsgefühl erkennbar wird. Man kann sehr leicht zu viel Getreide essen, wenn man es nicht gründlich kaut.

Unter den langlebigsten Völkern der Erde essen die meisten Getreide und einige auch Weizen.

Jeder dritte Bewohner der Kykladen wird über 100 Jahre alt und Brot aus Weizen gehört auch zur Ernährung dieser Menschen. Allerdings lassen sich diese Menschen auch richtig hungrig werden, arbeiten in ihren Gärten bevor sie essen, ergänzen ihre Nahrung mit frischen Kräutern und führen ein Leben in einer beschaulichen Geschwindigkeit, in der übermäßiges Essen zum Beruhigen des Nervensystems nicht notwendig ist…

Fazit: Man sollte also immer die Zusammenhänge beachten, bevor man ein Nahrungsmittel beurteilt.

Weizen ist für manche Menschen an sich problematisch, in den meisten Fällen stammen die Probleme jedoch von einem übermäßigem Verzehr, mangelnden Hungerphasen, schlechten Kauen und einem Mangel an guten Fetten und Pflanzengrün.

 

Vor einigen Jahren habe ich den Schwerpunkt in meiner Arbeit mit dem Thema Ernährung darauf gelegt, Menschen dahin zu begleiten, ihrem Körpergefühl wieder mehr zu vertrauen, als den Ratschlägen von Experten oder dem neusten Buch auf dem Markt.

In dem Buch „Befreite Ernährung“ findet man einen einfachen Leitfaden zum Erleben zellulärer Sättigung, was viel von der Verwirrung zum Thema Ernährung auflösen kann.

Manche Menschen haben durch Befreite Ernährung aufgehört, Weizen zu essen, weil dies dann ihrem Körpergefühl entsprach. Andere haben Weizen in ihrer Ernährung belassen auf eine Weise, die ihrem Körpererleben zugute kommt.

Unser Körper weiß mehr über die für ihn richtige Ernährung, als unser Verstand und wer sich von Verwirrung über die richtige Ernährung befreien will, kann im Körpergefühl im Laufe der Zeit einen verlässlichen Kompass finden.

Christian

Christian

Christian Opitz fiel in seiner frühen Kindheit durch seine Hochbegabung und sein großes Interesse für Naturwissenschaft auf.

Durch eigene Gesundheitsprobleme motiviert, wandte er sich bereits im Alter von 13 Jahren einem autodidaktischen Studium der Naturheilkunde und Ernährungslehre zu. 1990 begann er, seine Entdeckungen durch Vorträge, Seminare und Publikationen zu vermitteln.

Christian ist der Begründer des ganzheitlichen Lernsystems „Lernen wie ein Genie“ und der „Befreiten Ernährung“, welche die Quintessenz seiner 27-jährigen Forschung zum Thema Ernährung darstellt.

Christian Opitz leitet international Seminare zu den Themen Gesundheit, Ernährung, ganzheitliches Lernen und Bewegung. Darüber hinaus ist er als Lehrer für Qigong und Kunlun Neigong tätig.

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12 Kommentare

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Für Interessierte noch nachstehender Link.

Die Autorin setzt sich in ihrem Beitrag neben William Davis auch mit dem anderen amerikanischen Autor zum Thema auseinander: David Perlmutter und seinem Bestseller mit dem provokanten deutschen Titel "Dumm wie Brot. Wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört".

Am besten den Link kopieren, ausschneiden und ggf. in die Suchfunktion mehrerer Suchmaschinen einfügen, weil manchmal nur Fehlanzeige signalisiert wird. Ich hatte nur bei Google, Bing und Startpage Glück.

http://www.stern.de/gesundheit/ernaehrung/aktuelles/warum-die-verdammung-von-weizen-quatsch-ist-2164597.html

Der Mensch isst seit Jahrtausenden Fleisch und Fette wie Sie in der Natur vorkommen, kultiviert aber erst in einem zeitgeschichtlich kleinerem Zeitfenster Getreide. Noch kleiner ist das Zeitfenster in dem durch Technisierung und Düngereinsatz in unseren Breiten eine Überproduktion an Getreide und daraus folgend Getreideprodukten erfolgt.

Noch vor 100 Jahren war es sicherlich in dem Gebiet des heutigen Deutschlands nicht "State of die Art" täglich in massivem Umfange gezuckerte Getreideprodukte zu essen. Und dies schon garnicht für alle Bevölkerungsschichten.

Heute nun, propagierend unterstützt durch die Bundesregierung bzw. die BZGA und ihre kohlenhydratlastige Ernährungspyramide, glaubt ein Großteil der Bevölkerung seinen Kindern mit Cornflakes von Kelloggs oder einer Milchschnitte einen gesunden Start in den Tag zu ermöglichen.

Man mag Weizen nicht per se an den Pranger stellen, aber ich empfinde den vom Blogautor kritisierten Vergleich des Herrn Davis doch geeignet, um eine Sensibilität zu erhöhen, ohne Panik zu erzeugen. Auch greift das Argument von Christian hier nur schlecht, es gäbe auch Weizenvollkornprodukte. Auch diese enthalten Glutene und Lektine welche u.a. die Darmwand für Fremdkörper durchlässig machen, damit Entzündungen (z.B. Autoimmun-Reuma) wie Allergien verursachen etc.

.

Auch der Weizen in seiner Vollkorn-Variante ist eine schlechtere Wahl als andere zur Verfügung stehende Getreidesorten in ihrer jeweiligen Vollorn- Variante. Dies wurde im Blogg leider nicht erwähnt.

Carla von GrüneSmoothies.de
Carla von GrüneSmoothies.de

Hallo Jörg,
auch Dir vielen Dank für Deinen wertvollen Kommentar, der sicherlich zur weiteren Diskussion beiträgt.
Viele Grüße,
Carla

Guten Tag,

offensichtlich ist von vielen "Davis - Gegnern" das Buch nicht gelesen worden... Jeder, der irgendetwas im Internet veröffentlicht und mit eigenen Thesen seine eigenen Seminare, Bücher oder sonst dergleichen verkaufen möchte , sollte sich mal überlegen, was er da vom Stapel lässt.

Selbst die meisten Diäten oder Abnehmversuche führten letzten Endes IMMER zu einer Feststellung: nämlich, dass, wenn man Kohlenhydrate EXTREM minimiert, Weizen weglässt oder wie auch immer, man dadurch sehr gut abnehmen kann. Aber nicht nur das, man fühlt sich körperlich einfach besser, bitter, gesünder, keine Magenprobleme oder Sodbrennen mehr etc.!!

Ich habe so viele Sachen probiert und bin letzten Endes auch zu dem Entschluss gekommen, dass mir weizen - und glutenfrei echt gut tut.

Es ist doch nicht von der Hand zu weisen, dass man wirklich kein langes Sättigungsgefühl hat, und sämtliche andere Symptome wie Übelkeit, Magenschmerzen etc. zum Vorschein kommen, wenn man weizenhaltiges Zeug ist.

Außerdem schreibt er an einer Stelle die Wörter: "Selten oder gar nicht" soll man bestimmte Weizenkost zu sich nehmen.

Er sagt auch im Prinzip nichts anderes als: "Wenn ihr schon süchtig nach dem Zeug seit und es mit kleinen Portionen nicht hinbekommt, weil es eben süchtig macht, dann lasst es lieber ganz weg!!!"

Es ist wie mit Alkoholikern: Wenn die süchtig nach dem Suff sind, dann sagt man auch nicht, dass sie es auf ein bis zwei Gläser am Tag beschränken sollen, sondern einfach komplett weglassen, damit es nicht in Versuchung führt!! Nichts anderes sagt Davis auch.

Gruß, Nadine

Carla von GrüneSmoothies.de
Carla von GrüneSmoothies.de

Hallo Nadine,

vielen Dank für Deinen engagierten Kommentar, der sicherlich zur weiteren Diskussion zum Thema Weizen einlädt.
Viele Grüße aus Berlin, Carla

Hallo, bei den Erklärungen die sie oben machen frage ich mich ob sie das Buch wirklich gelesen haben.Ich nehme auch nicht alles wörtlich was in dem Buch steht und ich sehe einiges differenzierter. Ich habe das Buch aber auch gelesen.

Er schreibt das so damit sich sein Buch verkauft und sie wollen durch ihre "nicht ganz korrekten" Auszüge ihre Seminare verkaufen.

Ich verstehe das, aber richtig ist beides nicht.

Mit besten Grüßen

Carsten

hallo ich suche grüne smoothe aus weizen

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Irmgard Stirnimann Schweiz

Sehr geehrter Herr Christian Opitz

Bin sehr begeistert von Buch Befreite Ernährung. Dankeschön

Kurz eine Frage.??? Bei den Smoothies werden ja Salate Vitamine mit Früchten gemixt für die zelluläre Sättigung. Wie ist das mit fettlöslichen Vitaminen zu verstehen ? Sollte man dann noch wenig Kokosmus zufügen oder kann der Körper dies ohne Fett so fein gemixt auch aufnehmen? Ich freue mich sehr, wenn ich eine Antwort bekomme.

Mit freundlichen Grüssen auch mit gleichem Lebensjahrgang 1970.!!!!!!

Irmgard Stirnimann Ruswil us de Schwiz

Carlos

Hallo Irmgard!

Carlos hier.

Da ich die Frage schon schon dutzende Male beantwortet habe, leite ich sie gar nicht erst an Christian weiter, sondern beantworte sie selbst:
Schau mal hier, ein ganzer Artikel zum Thema: https://gruenesmoothies.de/blog.php/fette-ole-vitamin-a-d-e-k-fettloslich-betacarotin-carotine/

Die Kurzversion: Lass das Fett besser weg - von bewussten Ausnahmen abgesehen.

Liebe Grüße!
Carlos

Laurence Wuillemin

Grüß Gott aus MÜnchen,

Ihr Artikel finde ich sehr interessant weil es eben der Individualität entspricht: Was einem gut tut, muss nicht zwangsweise gut für den anderen sein.

Wegen dem sehr fundierten Buch eines Franzosen (leider nicht auf Deutsch erschienen)über moderne vor allem Weizensorten und ihre Rolle auf unseren Darm, habe ich meinen Glutenkonsum sehr eingeschränkt und meine, dass es mir gut tut. Aber mit alten Getreidesorten wie Emmer oder Einkorn habe ich weniger Probleme.

In der Ernährung, meiner Meinung nach, zählt Qualität, für mich ist das Naturbelassenheit und biologische Lebensmittel oder ungespritztes Gemüse und Obst. Mit Ruhe und Entspannung so wie Genuß, ist es das Kostbarste, was wir unserem Körper geben können.

Beste Grüße

Laurence

wozu es meines Wissens auch keine Studie gibt ist die Frage, ob das genmanipulierte Hybrid-Saatgut eine Rolle in unserer Gesundheit spielt. Ganz sicher belasten Angst und Wut die Verdauung. Hier wird meines Erachtens viel zu wenig angesetzt. Der Ernährungscraze geht meiner Meinung nach völlig über Bord und wir werden wieder lernen müssen, selbst zu denken. Danke für den Beitrag.

Hallo Christian,

vielen Dank für die differenzierte Betrachtung! - Gluten und Psyche gehen wohl tatsächlich eine Wechselwirkung ein, die nicht immer nur zuträglich ist.

Aber wichtig ist, das nicht zu verallgemeinern oder zu dramatisieren.

Und sich achtsam zu üben, was Nahrungsaufnahme (und alles andere!) betrifft, ist sicher ein ganz wichtiger Schritt.

Viele Grüße

Ulrich