Trinkwasser

Eingestellt von am 23.05.2013
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Nachdem wir nun die (bio-)chemischen Grundlagen als auch die biologischen Zusammenhänge in groben Zügen kennen gelernt haben, ist es ab sofort, sprich: mit diesem und den darauf folgenden Artikeln soweit: wir werden praktisch!

In diesem Sinne: Heute geht es ums Wasser, und zwar ums Trinkwasser.

Bevor wir uns um die unterschiedlichen Wasseraufbereitungstechniken kümmern, die zur Herstellung von reinem, frischem, aufbereitetem, energetisiertem oder sonst wie „bearbeitetem“ Wasser empfohlen werden, stellen wir mit diesem und dem darauf folgenden Artikel sicher, dass klar ist, warum der Bedarf an den soeben genannten Aufbereitungstechniken begründet ist. Das nämlich liegt an unserem Trinkwasser.

Vorhang auf …

Unser Trinkwasser

Wasser zu Wasser

Drei viertel der Erdoberfläche unseres Planeten sind von Meeren bedeckt. Meerwasser jedoch, das weiß jeder, ist nicht trinkbar – zumindest nicht ohne gesundheitliche Risiken in Kauf zu nehmen.

Im Gegensatz zum Wasser aus dem Meer ist Grundwasser trinkbar.

Zumindest war das einmal so…

Grundwasser entsteht, wenn Niederschläge (an Land) verschiedene Bodenschichten durchdringen und dabei gereinigt – oder verunreinigt werden. Dieses Wasser sammelt sich über wasserundurchlässige Gesteinsschichten und bildet dann das Grundwasser.

Im Gegensatz dazu werden Bäche, Flüsse und Seen als Oberflächenwasser bezeichnet.

Gegenwart und Vergangenheit

Wie bereits angedeutet: früher war alles besser!

Grundwasser war früher sauber, man konnte es bedenkenlos trinken. Alles was dazu gebraucht wurde, war ein Brunnen. Heute sieht die Lage deutlich anders aus: In vielen Regionen ist es jetzt schon schwer (dazu mehr im nächsten Artikel), die nicht sonderlich restriktiven EU-Trinkwasser-Richtlinien einzuhalten.

So sieht die Situation – idealtypisch – aus:

  • Dorf: Regenwasser füllt die Grundwasserschicht, Abwässer sind „rar“, sickern also nur teilweise in den Boden. Nach Grundwasser kann in aller Regel „bedenkenlos“ gebohrt werden.
  • Stadt: Der Grundwasserspiegel sinkt. Immer mehr ungeklärtes Abwasser gelangt in das Grundwasser. Durch das Absinken des Grundwasserspiegels können Hohlräume entstehen. Das Grundwasser ist nur noch zum Teil trinkbar.
  • Ballungsraum: Die Förderung des Grundwassers unter der Stadt wird eingestellt. In aller Regel wird die Stadt durch Brunnen aus dem Umland versorgt. Private und industrielle Abwässer nehmen überhand, das Grundwasser wird dadurch unbrauchbar. Der Grundwasserspiegel steigt.
  • Ballungszentren: Das Wasser aus dem Umland wird knapp. Daher muss es aus größeren Entfernungen („virtuelles Wasser“) herangeschafft werden. Eine natürliche Selbstreinigung des Grundwassers findet nicht mehr statt.

(Wie gesagt: die soeben beschriebene Situation ist idealtypisch zu verstehen!)

Zeitraum der Wassererneuerung

Zur Veranschaulichung: Grundwasser braucht geschätzte 1.400 Jahre zur Erneuerung, Gletscher 1.600 und Ozeane 2.500 Jahre.

Das ist „nichts“ im Vergleich zu den Zeiträumen, die Polareis und Eis aus der Permafrostzone benötigen, um sich zu erneuern: Für Polareis müssen geschätzte 9.700 Jahre veranschlagt werden, für Eis aus der Permafrostzone 10.000 Jahre!

Das sollte uns ein wenig nachdenklich stimmen …

Zahlen und Fakten

Das Salzwasser in unseren Meeren wird auf 1 338 000 000 km3 geschätzt. Das macht ca. 96,5 % des Gesamtwasservolumens auf unserem Planeten aus. Aus dem Grund heißen wir zurecht „blauer“ und nicht „grüner“ Planet …

Wer nun denkt, bei den verbleibenden 3,5 % Wasser handelt es sich durchweg um trinkbares Grundwasser, irrt – und zwar gewaltig! Denn abzüglich des Eises in der Antarktis (1,56 %) sowie diverser anderer „Speicher“ (Bodenfeuchtigkeit, Bruchwasser, Wasser in Lebewesen und Pflanzen … ), bleiben nicht mehr als 0,76 % des Gesamtvolumens an Wasser, umgerechnet 10 530 000 km3, zur täglichen Wasserversorgung der Menschheit.

Macht Euch klar: Der Anteil an vorwiegend frischem Grundwasser beträgt lediglich 0,76 %! Und auch dieser Anteil sinkt stetig, denn wie bereits erläutert, von „frischem“ Grundwasser kann immer weniger die Rede sein …

Noch eine Zahl: Laut Schätzungen der UNESCO liegt der Anteil an tatsächlich verfügbarem Süßwasser bei sage und schreibe 0,0075 %. Nicht gerade viel. 0,0075 % sind umgerechnet ca. 9.000 bis 12.000 km3 pro Jahr pro Mensch. Das wiederum entspricht 1.3 – 1.8 Mio Liter pro Jahr pro Mensch! 

Eine ganze Menge – nicht wahr … Eine Menge die im Übrigen ausreicht, um ein Freibadschwimmbecken zu füllen!

Genug könnte man meinen … und doch: Die Verteilung des Wassers ist (natürlich) nicht gerecht: Um die derzeitige Weltbevölkerung mit sauberem Trinkwasser zu versorgen, müsste schon jetzt 17 Prozent mehr Trinkwasser zur Verfügung stehen!

Viele Menschen in den Entwicklungsländern haben bereits heute keinen direkten Zugang zu Trinkwasser. Alleine aus diesem Grund sterben Millionen jedes Jahr.

Kein Wunder also, dass die UN den Zugang zu sauberem Wasser 2010 zu einem Menschenrecht erklärte. 

Hier in Deutschland gehört das Wasser zumeist (noch) den Städten und Gemeinden – und damit uns allen. Das allerdings ändert sich gerade, denn die Privatisierung steht nicht nur zur Diskussion, sie schreitet bereits voran.

 

Im nächsten Artikel wird es um die konkrete Situation in Deutschland gehen. Um die Qualität des Trinkwassers, die Trinkwasser-Verordnung und den Verbrauch.

Bis dahin!

Euch Allen: alles Gute!
Carlos

Carlos

Carlos

Carlos trinkt seit vielen Jahren Grüne Smoothies und ist Blogger der ersten Stunde von GrüneSmoothies.de. Als ausgebildeter Ernährungs- und ganzheitlicher Gesundheitsberater sowie Personal Coach beschäftigt er sich intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Ernährung und Gesundheit. Ihn zeichnet seine leidenschaftliche Skepsis und Neugierde aus, denn er will es meistens ganz genau wissen.
Carlos vertritt die Auffassung, dass „Ernährung die vielleicht wichtigste Variable zur Gesunderhaltung ist, auf die jeder Mensch am besten Einfluss nehmen kann.“ Grüne Smoothies sind für ihn ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung, weil sie den Körper natürlich, einfach und wirkungsvoll mit allem versorgen, was er für einen guten Start in den Tag braucht.

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