Basisches Wasser

Eingestellt von am 27.06.2013
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Nach Umkehrosmose heißt es heute: basisches Wasser – gut oder schlecht, sinnvoll oder weniger sinnvoll.

Bevor es so richtig losgeht, noch Folgendes vorweg: Für basisches Wasser gilt in ganz besonderem Maße das, was auch auf Umkehrosmose-Wasser zutrifft. Die allermeisten Behauptungen über die angeblichen gesundheitlichen Vorteile von solchen Wässern stammen von den Herstellern selbst und werden von deren Wiederverkäufern, Laien und anderen selbsternannten „Gesundheitsexperten“ gebetsmühlenartig wiederholt.

Wie heißt es so schön: Wenn man lange genug etwas wiederholt, dann glaubt man es früher oder später, unabhängig davon ob es stimmt oder nicht.

Ich persönlich bin ein großer Anhänger des Ansatzes: „Keep it simple and stupid“. Einfachheit ist Trumpf. Und Natürlichkeit …

Beide Wässer, Umkehrosmose-Wasser und basisches Wasser entsprechen diesem Grundsatz, wenn überhaupt, nur bedingt. Das alleine ist natürlich kein Argument, um ein solches Wasser „schlecht zu reden“ natürlich nicht! Das kann und will ich auch gar nicht. Was ich allerdings sehr wohl kann und mit diesen Artikeln auch beabsichtige: Licht ins Dunkel zu bringen. Die Hersteller jedenfalls informieren (verständlicherweise) seltenst wirklich „objektiv“.

Und was noch viel schlimmer ist: Wie bei Nahrungsergänzungen werden Umkehrosmoseanlagen und Wasser-Ionisatoren zur Herstellung von basischem Wasser über Unternehmen aus dem Multilevelmarketing vertrieben. Das hat den Nachteil, dass jeder (noch so ahnungslose) Wiederverkäufer zu einem Gesundheitsexperten mutiert.

Ein sehr sicheres Anzeichen für die Nachhaltigkeit eines Angebots ganz generell ist das damit zusammenhängende Produktversprechen: Wenn etwas als „Allheilmittel“ angeboten wird, sollte man vorsichtig werden …

Langer Rede, kurzer Sinn: keep it simple!

 

Und jetzt geht’s endlich richtig los!

Wie immer fangen wir mit einigen grundlegenden Bemerkungen an.

Basisches Wasser

Was ist basisches Wasser eigentlich?

Basisches Wasser wird mittels Elektrolyse gewonnen. Dieser Vorgang – auch Ionisierung genannt – produziert eine chemisch veränderte wässrige Lösung. Beim Vorgang der Ionisierung wird die Elektronenzahl eines (zuvor) neutralen Atoms oder Moleküls, d.h. dessen Ionenbindung verändert: entweder es werden (ein oder mehrere) Elektronen hinzugefügt oder aber sie werden abgespalten.

Durch diesen Vorgang entsteht eine Ladungsänderung (Ionisierung), wodurch ein negatives Ion (Anion) oder ein positives Ion (Kation) entsteht.

Bei dem soeben beschriebenen Prozess der Ionisierung wird in aller Regel ein Paar entgegengesetzt geladener Platinelektroden verwendet. Wenn Wasser im Wasser-Ionisator an den Elektroden vorbeiläuft, reagiert ein Gleichstrom mit den darin gelösten Mineralstoffen. Es entstehen gewissermaßen zwei Lösungen:

  1. Positive Ionen werden vom elektrischen Strom an der mit dem Minuspol verbundenen Elektrode (Kathode) angezogen. Dort nehmen sie negativ geladene Elektronen (Hydroxyl-Ionen) auf. Sauerstoff wird freigesetzt.
  2. Negativen Ionen werden von der mit dem Pluspol verbundenen Elektrode (Anode) angezogen und geben Elektronen ab. Dadurch sinkt das pH-Niveau.

Letztendlich bleiben zwei Phasen übrig: (50%) Anolyt (sauers Wasser) und (50%) Katholyt (basisches Wasser) in zwei getrennten Behältern.

Was kann basisches Wasser?

Glaubt man den Herstellern von Wasser-Ionisatoren: fast alles! Glaubt man hingegen den Herstellern von Umkehrosmoseanlagen: fast nichts! Die Wahrheit liegt (wie immer) irgendwo dazwischen.

Begründet wird die „allheilende“ Wirkung von basischem Wasser vor allem durch dessen Redoxpotential. Dieses beschreibt das Reduktions- bzw. Oxidationspotenzial eines Stoffes im Rahmen einer Reaktion zweier Reaktionspartner. Diese Redoxreaktion ist durch den Wechsel von Elektronen zwischen den Partnern gekennzeichnet. Der Reaktionspartner, der Elektronen aufnimmt, wird reduziert. Der andere Partner wird entsprechend oxidiert. 

Reduktionsmittel geben also Elektronen ab.

Dabei gilt: je negativer ein Redoxpotential, desto stärker die Reduktionskraft.

Und jetzt kommt’s: Da basisches Wasser über eine sehr hohe Reduktionskraft verfügt, soll es in der Lage sein den Körper auf besonders effektive Art und Weise zu alkalisieren, d.h. als Säurepuffer bei der Neutralisation von Säureabfallstoffen zu wirken.

Und „sauer“, das sind wir ja gewissermaßen alle, nicht wahr?! Zumindest glauben wir das … (Mehr zum Thema Säure-Base-Haushalt in Kürze). Folgerichtig sollte auch „jeder“ möglichst regelmäßig basisches Wasser trinken. So – wen wundert’s – argumentieren vor allem die Hersteller …

Die goldene Mitte

Umkehrosmoseanlagen und basisches haben neben grundästzlichen Unterschieden eines gemein: ihnen wohnt eine extreme Vorstellung von „Natürlichkeit“ inne. Beide Wässer, Wasser aus Umkehrosmoseanlagen und basisches Wasser, stehen sich diametral gegenüber: Je nach Standpunkt gelten pH-Werte im sauren Bereich bei gleichzeitiger Entmineraliserung (Osmosewasser) oder aber das entgegen gesetzte Extrem: pH-Werte im sauren Bereich bei gleichzeitiger Mineraliserung, als heilbringend.

Über Sinn- und Unsinn beider Wässer lässt sich vortrefflich streiten. Aber ganz ehrlich: es gibt deutlich Wichtigeres. Hinzu kommt: (Fast) alle Aussage zu beiden Wässern sind typische konzeptioneller, d.h. modellhafter Natur. Es sind Annahmen, Theorien und zahlreiche nicht haltbare Wünsche darin verwoben.

 

Basisches Wasser kann einen vorübergehenden therapeutischen Effekt haben, wenn es gezielt und zeitlich begrenzt eingesetzt wird. In solchen Fällen ist die Last freier Radikale (/auch spürbar) reduzierbar.

Von einer dauerhaften Anwendung, einem regelmäßigen Konsum also, ist aus gegenwärtigem Standpunkt jedoch abzuraten.

 

Der Grund: basisches Wasser dauerhaft angewendet bringt den Körper aus dem Gleichgewicht. Basisches Wasser betont einseitig die basische Komponente, vernachlässigt jedoch die saure. Anders ausgedrückt: Leben funktioniert weder ohne Oxidation noch ohne Reduktion – darum heißt es ja auch Red-(Redox)Ox-(Oxidation)-Reaktion!

Auch freie Radikale sind keinesfalls von Natur aus „schlecht“. Im Gegenteil: Im Körper fallen sie als normale Stoffwechsel(neben-)produkte mit zahlreichen funktionellen Aufgaben an!

Das Problem ist – wie eigentlich immer: die Dosis. Die Abwesenheit freier Radikale ist genauso schädlich wie ein Zuviel davon!

 

Der goldene Mittelweg, und darauf möchte ich eigentlich hinaus, geht immer wieder zurück zum Einfachsten: zur Natur. Und eben jene kennt (meines Wissens) weder saures noch hoch basisches Wasser vergleichbar den Wässern aus Umkehrosmoseanlagen und Wasser-Ionisatoren.

Das Problem mit dem Nitrat

Nitrat, Nitrit oder Ammonium stellen typische Verschmutzungsindikatoren unseres heutigen Trinkwassers dar. Das Problem: Das aus diesen Stoffen gebildete Ammoniak ist in basischem Wasser beständig.

Das Fazit …

Noch einmal: Es sei jedem selbst überlassen, ob er basisches Wasser oder Wasser aus Umkehrosmoseanlagen trinken möchte.

Primäres Ziel dieser Artikel ist die Informationsweitergabe. Sie soll Euch letztlich in die Lage versetzen, selbst zu entscheiden, ob basisches Wasser oder Wasser aus Umkehrosmoseanlagen „unerlässlich“ ist oder nicht.

 

Im nächsten Artikel nehmen wir einen zusammenfassenden (tabellarischen) Vergleich zwischen den hier vorgestellten Auf- und Nachbereitungsmethoden vor! Alles auf einen Blick sozusagen …

Bis dahin!
Carlos

Carlos

Carlos

Carlos trinkt seit vielen Jahren Grüne Smoothies und ist Blogger der ersten Stunde von GrüneSmoothies.de. Als ausgebildeter Ernährungs- und ganzheitlicher Gesundheitsberater sowie Personal Coach beschäftigt er sich intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Ernährung und Gesundheit. Ihn zeichnet seine leidenschaftliche Skepsis und Neugierde aus, denn er will es meistens ganz genau wissen.
Carlos vertritt die Auffassung, dass „Ernährung die vielleicht wichtigste Variable zur Gesunderhaltung ist, auf die jeder Mensch am besten Einfluss nehmen kann.“ Grüne Smoothies sind für ihn ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung, weil sie den Körper natürlich, einfach und wirkungsvoll mit allem versorgen, was er für einen guten Start in den Tag braucht.

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8 Kommentare

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Hallo Carlos,

dein Artikel war mir sehr Hilfreich, besonders weil ich kurz vor einer Fehlentscheidung stand! Aber meine Frage lautet, was den dann das richtige Wasser zu tinken ist? Ich meine dem "Trinkwasser" aus dem Hahn kann man ja nicht wirklich trauen und die Mineralwässer sind meistens Teuer um damit wirklich jede nahrungstechnische Anwendung durchzuführen. Dein Rat würde mich sehr interessieren, danke.

lg, oscar.

Katharina von GrüneSmoothies.de
Katharina von GrüneSmoothies.de

Lieber Oscar, das freut mich, dass Dir der Artikel von Carlos geholfen hat. Ich persönlich nehme immer stilles Mineralwasser für meinen Grünen Smoothie. Das Wasser sollte hierbei natürliche Qualität haben und schmecken. Von kohlensäurehaltigem Wasser ist abzuraten, da es die basische Wirkung von Grünen Smoothies zerstört. Neben stillem Mineralwasser kann man - sofern man das Glück hat, in Reichweite eine natürliche Wasserquelle zu haben - auch frisches Quellwasser nehmen. Oder eben gefiltertes Leitungswasser (z. B. mit Mikroschwamm oder einem Kalkfilter). Im Büro haben wir einen https://gruenesmoothies.de/lotus-wasserfilter-esprit/ Das mit ihm gefilterte Wasser schmeckt sehr klar und frisch. Liebe Grüße zum Advent Katharina.

Hallo,

ich trinke seit mehreren Jahren basisches Wasser und bin positiv davon überrascht. Ich merke, dass mein Körper dieses Wasser besser aufnehmen kann. Ich fühle mich nicht mehr so träge sondern richtig fit!

Liebe Grüße
Waltraut

Hallo Carlos,

ein sehr gute Artikel von dir, der mir bei der Recherche über das Wasser aufgefallen ist! Ich setzte mir gerade mit diesem Thema auseinander und muss feststellen dass da viel Unfug mit dem Wasser betrieben wird. Vor allem der Satz: Wasser macht gesund! Ähm was soll uns da bitte gesund machen? Was befindet sich im Wasser das uns gesund macht? Ehrlich gesagt nichts. Die Mineralstoffe die da noch in kleinen Mengen eventuell erhalten sind nehme ich mit der Nahrung zu mir auf. Aber ich möchte hier jetzt kein Roman darüber schreiben. Diesen werde ich auf meinem Blog veröffentlichen 😉 Vielleicht hast du Lust vorbei zu schauen...

Viele Grüße,

Agnes von http://agani.tv

Hallo Calos, ich finde es klasse wenn jemand Licht ins Dunkel bringt, allerdings liegst du mit deiner Aussage nicht ganz richtig.

"Und jetzt kommt’s: Da basisches Wasser über eine sehr hohe Reduktionskraft verfügt, soll es in der Lage sein den Körper auf besonders effektive Art und Weise zu alkalisieren, d.h. als Säurepuffer bei der Neutralisation von Säureabfallstoffen zu wirken."

Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun, es sei den es wird so behauptet und das finde ich auch nicht seriös. Basisches Wasser hat keine Pufferkapazität, darum bricht auch der pH-Wert relativ schnell herunter. Es gibt auch Artikel die den positiven Einfluß von basischem Wasser im Darm beschreiben und ausserdem geht es auch weniger um den Basenwert als um das Redoxpotential was ja nachweislich gute Quellen mehr oder weniger haben. Vielleicht sollten wir uns auch darüber Gedanken machen warum das Leben im Mutterleib im pH-Bereich von 8 entsteht?! So schlecht kann das also nicht sein.

Zum Thema Absorbation von Schadstoffen sind sicher die Filterqualitäten entscheidend und einzelne Stoffe aus dem Zusammenhang zu nehmen und zu bewerten ist sicher nicht ganz objektiv da es vielleicht wichtigere Stoffe gibt auf die man sein Augenmerk setzen sollte. Speziell beim Nitrat sollte man bedenken, dass die meisten Menschen durch Verzehr von Salat und erst Recht von Salami das eingenommene Nitrat erheblich mehr ist als im Wasser. Nitrat wird im einem guten Wasserionisierer zudem auch reduziert. Nitrit und Ammonium liegt dabei immer noch weit unter dem erlaubten Grenzwert. Nitrat wird zum Teil durch die reduzierende Wirkung von Aktivwasser zu Nitrit und Ammonium reduziert. Das geschieht im Übrigen auch im menschlichen Stoffwechsel mit Nitrat.

Alles in Allem gibt es mittlerweile auch langjährige Studien die die positive Wirkung von Aktivwasser bestätigen.

Übrigens: Im basischen Wasser ist der Sauerstoffgehalt reduziert, darum auch reduziertes Wasser, dafür ist der aktivierte Wasserstoff in der Lage den Sauerstoff im Körper besser zu verwerten.

Weiter habe ich viele positive Erfahrungen und das öffentlich zu schreiben würde sicher eine Abmahnung verursachen. Darum belasse ich es hiermit mit meinem Kommentar und freue mich wenn es auch dir und deinen Lesern einen weiteren Anstoß gibt sich mit gutem Wasser zu beschäftigen.

Herzliche Grüße, Eddy

Carlos

Hallo Eddy!

Erstmal DANKE für Deinen Input!!!

Den von Dir zitierten Text findest Du ständig, vor allem bei Vertretern von basischem Wasser (wurde mir erst auf der letzten Gesundheitsmesse wieder erklärt ...). Darum diese „harsche“ kritik an dem Satz.

Wie gesagt: THERAPEUTISCH, KURZFRISTIG kann basisches Wasser durchaus helfen. ICH würde langfristig wirklich davon abraten. Das machen übrigens auch wieder die Japaner, die eine zeitlang, auch von offizieller Stelle aus, selbiges empfohlen haben. Jetzt kam die Kehrtwende.

Um den Körper „basischer“ zu machen, hilft eine grundsätzlich „gesündere“ Ernährung. Das wäre der meiner Meinung nach wichtigere Aspekt.
Zum Thema Säure-Basen-Gleichgewicht gibt's bald eine kleine Reihe!

Wenn basisches Wasser, dann NIEMALS zusammen mit der Mahlzeit einnehmen!

Liebe Grüße!
Carlos

Hallo Carlos,

der Sauerstoffgehalt von gutem Quellwasser würde höher liegen als der von Leitungswasser...wäre eine zusätzliche Sauerstoffanreicherung des Leitungswassers also gut? Und wie zu machen? Oder nur bei speziellen Krankheiten sinnvoll?

Vielen Dank und liebe Grüße,

Claudia

Carlos

Hallo Claudia!

Das brauchst Du für den alltäglichen Bedarf MEINER MEINUNG nach nicht.
Für was sollte das denn gut sein.

Um besser mit Sauerstoff versorgt zu werden (falls das Dein Ziel sein sollte), bieten sich eher Atemübungen an.

Liebe Grüße!
Carlos

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