Wasser im menschlichen Körper

Eingestellt von am 25.04.2013
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Herzlich willkommen zum dritten Teil unserer Reihe „Wasser ist Leben“.

Nachdem wir in Teil 1 und 2 die biochemischen Grundlagen erklärt haben, geht es nun um einige wichtige biologische Zusammenhänge.

Aquarium Mensch

Wasser ist der mengenmäßig wichtigsten anorganische Bestandteil des menschlichen Organismus. Der Gesamtwassergehalt des Organismus schwankt, abhängig vom Fettgehalt, zwischen 50 und 70 %.  Konstant hingegen ist der Wassergehalt der fettfreien Körpermasse. Er liegt bei ca. 73 %. 

Der Wasseranteil an der Körpermasse ist außerdem vom Alter abhängig! Beim Neugeborenen ist er mit etwas 80 % am höchsten, beim Erwachsenen mit 50 bis 60 % am niedrigsten. Wasserverluste erfolgen in den ersten Lebenstagen sowie während der gesamten Wachstumsperiode. Nach vollendetem Wachstum bleibt der Wassernateil weitestgehend konstant.

Der Körper hält den Wassergehalt des Organismus konstant, d.h. er schwankt lediglich in Größenordnungen von plus/minus 0,22 % des Körpergewichts!

Ein Zahlen(bei)spiel: Durst entsteht, wenn der Körper mehr als 0,5 % seines Gewichts an Wasser verliert. Bei 10 % Wasserverlust kommt es zu Verwirrungszuständen, Verluste von 20 % führen zum Tod!

Verteilung des Wassers im Organismus

Bei einem Körpergewicht von 80 kg entfallen ca. 50 Liter auf Wasser. Dieses Wasser verteilt sich wie folgt:

  • intrazellulärer Raum: Innerhalb der Zellen ist der Hauptanteil der Körperflüssigkeit gebunden. 70 % des Wassers entfällt auf diese Zellflüssigkeit. Die Zellflüssigkeit, d.h. die im Wasser gelösten Stoffe, sind für (fast) alle biochemischen Reaktionen innerhalb der Zellen mitverantwortlich, z.B. enzymatische Reaktionen.
  • extrazellulärer Raum: Der Raum außerhalb der Zellen wird unterteilt in a) Blutplasma und b) Lymphe (Gewebsflüssigkeit). Die Lymphe befindet sich in den Spalten zwischen den Zellen. Sie versorgt die Zelle mit allen Nährstoffen. Auch für den Abtransport von Stoffwechselendprodukten zeichnet sie sich verantwortlich. Die Lymphe stellt die Verbindung zwischen Zellflüssigkeit auf der einen und Blutplasma auf der anderen Seite her. 20 % des Wassers entfällt auf diese Gewebsflüssigkeit.
  • transzellulärer Raum: Verdauungstrakt und Niere. In den Verdauungstrakt ergießt sich täglich eine Wassermenge von ca. acht Litern! Diese Flüssigkeit, bestehend aus Speichel (1,0 l), Magensaft (2,0 l), Pankreassaft (1,0 l), Gallenflüssigkeit (1,0 l) und Dünndarmsaft (3,0 l), wird im unteren Dünndarm und Dickdarm rückresorbiert und ins Blut eingespeist!

Zwischen allen Wasserbereichen des Organismus findet ein ständiger Austausch an Stoffen und d.h. Wasser statt. Ihr seht: Ohne Wasser sind lebensnotwendige  Ausstauschprozesse nicht möglich!

Der Wasserkreislauf im Menschen

Wasser gelangt durch den Mund in die Speiseröhre und von dort in den Magen bzw. den Dünndarm, der „Endstation“, denn hier im Dünndarm wird das Wasser über die Darmzotten aufgenommen. Unterhalb der durchlässigen Schleimhaut der Darmzotten befinden sich Blut- als auch Lymphgefäße.

Die Darmschleimhaut weist eine positive elektrische Ladung auf, d.h. zieht negativ geladene Moleküle an und stößt positiv geladene Moleküle ab. Die positive elektrische Ladung der Darmschleimhaut erklärt auch, warum nicht ionisierte, im Wasser gelöste basische, d.h. positiv geladene Mineralien, wie z.B. das Calcium (Ca++) oder Magnesium (Mg+) eines Mineralwassers, nicht optimal aufgenommen werden können. Im Kontext pflanzlicher Nahrung hingegen, also als deren integraler Bestanteil, erfolgt die Aufnahme prinzipiell „problemlos“, denn Moleküle pflanzlicher Nahrung sind negativ geladen!

Zucker und Aminosäuren werden über die Darmschleimhaut von den Blutgefäßen aufgenommen, Wasser und Fette von den Lymphgefäßen. Zucker und Aminosäuren gelangen durch die Pfortader zur Leber, in der Gifte herausgefiltert werden, Wasser und Fette über die Filtration durch Lymphknoten, in den Milchbrustgang, der über die Halsvene direkt in die Blutbahn eingespeist wird.

Die Wasserbilanz

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Die Flüssigkeitszufuhr erfolgt

  • durch Getränke,
  • durch feste und flüssige Nahrung (der durchschnittliche Wassergehalt der Lebensmittel beträgt 60 – 70 %) und
  • durch Oxidationswasser (entsteht beim enzymatischen Abbau von Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß in den Zellen).

Die Flüssigkeitsausscheidung erfolgt

  • mit dem Harn über die Nieren. Im Harn landen alle Stoffwechselendprodukte und überschüssige Mineralien (beim modernen Menschen ist das in erster Linie Kochsalz).
  • mit dem Stuhl durch den Darm. Die hierüber ausgeschiedene Wassermenge ist normalerweise sehr gering, es sei denn der Stuhl ist nicht normal, z.B. bei Durchfall. Dann ist die Flüssigkeitsmenge überdurchschnittlich stark erhöht.
  • mit dem Schweiß über die Haut. Die Schweißbildung ist abhängig von der Temperatur / Luftfeuchtigkeit.
  • mit der Atemluft als Wasserdampf über die Lungen. Die hierdurch ausgeschiedene Flüssigkeitsmenge steigt mit der Körpertemperatur und dem Atemvolumen und sinkt mit zunehmender Feuchtigkeit der eingeatmeten Luft.

Zur Veranschaulichung das soeben Gesagte in Zahlen: Die Wasserbilanz eine Erwachsenen (Körpergewicht 70 kg) in 24 Stunden: Wasseraufnahme 2,5 l insgesamt; davon Getränke: 1,2 l, Speisen 1,0 l, Oxidationswasser 0,3 l. Wasserausscheidung 2,5 l insgesamt; davon Niere: 1,4 l, Darm 0,1 l , Haut und Lungen 1,0 l.

Flüssigkeitsbedarfsdeckung

Die durch die Haut und Lunge abgegebene durchschnittliche Wassermenge plus die Mindestharnmenge von ca. 0,5 l erfordern eine tägliche Mindestwasserzufuhr von 1,0 bis 1,5 Litern.

Anmerkung (und diese Anmerkung gilt für ausnahmslos alle in diesem Rahmen genannten Zahlen …): „Durchschnittsmengen“ gehen von „Durchschnittsmenschen“ aus. Ein solcher  „Durchschnittsmensch“ existiert jedoch nicht. Was hingegen existiert sind Individuen mit ihren individuellen Bedürfnissen! Ob also eine bestimmte Flüssigkeitszufuhr empfehlenswert ist oder nicht, hängt ausschließlich von der individuellen Situation (Lebens- und – vor allem: Ernährungsstil) der Person ab! 

Eine Empfehlung á la „trinken sie täglich 2,5 l Flüssigkeit“ ist also – vor allem für grüne Smoothie-Trinker – mit, sagen wir: „Vorsicht“ zu genießen. Der Grund: Die regelmäßige Zufuhr grüner Smoothies führt bereits eine erhebliche Menge an Wasser zu! Kommen neben grünen Smoothies noch rohe gesättigte Fette zum Einsatz (so wie sie beispielsweise Christian Opitz empfiehlt), dann stellen sich die Empfehlungen zur Bedarfsdeckung schnell als „überholt“ heraus. Grüne Smoothie in Kombination mit rohen gesättigten Fetten (als getrennte Mahlzeit!) versorgen den Organismus nicht nur mit hochwertigem Wasser, sondern sorgen auerdem für eine Optimierung der körpereigenen Regulationsmechanismen.

Abgesehen davon. d.h. ganz grundsätzlich jedoch gilt:

  • Säuglinge haben einen relativ höheren Flüssigkeitskeitsbedarf als Erwachsene. Sie haben nicht nur einen höheren Grundumsatz, sondern benötigen vor allem deshalb größere Wassermengen, um die Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten zu optimieren.
  • Ältere Menschen trinken in aller Regel zu wenig, obwohl sie den gleichen Flüssigkeitsbedarf haben! Die Lösung: grüne Smoothies für Senioren …
  • gesteigert wird der Flüssigkeitsbedarf durch a) körperliche Betätigung und b) den Salzgehalt der Nahrung. Salzige Speisen rufen unmittelbar ein Durstgefühl aus, dass durch den erhöhten Kochsalzgehalt des Blutes hervorgerufen wird.

Perfekte Durstlöscher sind (natürlich) reines, d.h. sauberes Wasser (was genau darunter zu verstehen ist – und was nicht, werden wir in den kommenden Teilen dieser Reihe erörtern …), Kräuteraufgüsse, (ungesüßte) Tees, frische Gemüsesafte … und: grüne Smoothies natürlich!

All‘ diese Getränke haben eines gemein: sie sind energie-, d.h. kalorienarm. Grüne Smoothies sind darüber hinaus noch überaus reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelemente, Aminosäuren, Enzymen und sekundären Pflanzenstoffen!

Wasserverteilung im Körper

Spitzenreiter, was den Wassergehalt einzelner Organe angeht, sind die …  Augen! Ihr Wassergehalt liegt bei 94 – 96%. Einen ähnlich hohen Gehalt an Wasser weist auch das Gehirn auf: hier sind es 91 – 93%.

Einige weitere Organe im Schnelldurchlauf: Herz (ca. 79%), Lungen (ca. 78%), Haut (ca. 70%), Knorpel (ca. 50 – 60%), Haare und Nägel (ca. 20 – 30%), Fettgewebe (ca. 10 – 20%), Zähne (ca. 10%).

Soweit für heute.

Im nächsten Beitrag zur Reihe wird es um die Regulierung des Wasserhaushalts gehen …

Bis dahin: alles Gute Euch!

Carlos

Carlos

Carlos

Carlos trinkt seit vielen Jahren Grüne Smoothies und ist Blogger der ersten Stunde von GrüneSmoothies.de. Als ausgebildeter Ernährungs- und ganzheitlicher Gesundheitsberater sowie Personal Coach beschäftigt er sich intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Ernährung und Gesundheit. Ihn zeichnet seine leidenschaftliche Skepsis und Neugierde aus, denn er will es meistens ganz genau wissen.
Carlos vertritt die Auffassung, dass „Ernährung die vielleicht wichtigste Variable zur Gesunderhaltung ist, auf die jeder Mensch am besten Einfluss nehmen kann.“ Grüne Smoothies sind für ihn ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung, weil sie den Körper natürlich, einfach und wirkungsvoll mit allem versorgen, was er für einen guten Start in den Tag braucht.

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1 Kommentar

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Mattheo Pfleger

Hallo Carlos,

danke für die vielen interessanten Infos.

Folgender Absatz erscheit mir allerdings sehr fragwürdig:

Die Darmschleimhaut weist eine positive elektrische Ladung auf, d.h. zieht negativ geladene Moleküle an und stößt positiv geladene Moleküle ab. Die positive elektrische Ladung der Darmschleimhaut erklärt auch, warum nicht ionisierte, im Wasser gelöste basische, d.h. positiv geladene Mineralien, wie z.B. das Calcium (Ca++) oder Magnesium (Mg+) eines Mineralwassers, nicht optimal aufgenommen werden können. Im Kontext pflanzlicher Nahrung hingegen, also als deren integraler Bestanteil, erfolgt die Aufnahme prinzipiell „problemlos“, denn Moleküle pflanzlicher Nahrung sind negativ geladen!

Zum einen erklärst du an einer anderen Stelle der WasserInfos, dass Mineralien im Wasser wichtig und wertvoll sind und Mineralien im Wasser sind meins Wissens immer ionisiert und damit positiv geladen (zumindest das Kation). Zum anderen schreibst du, dass Moleküle pflanzlicher Nahrung negativ geladen seien. Wenn ich mich recht erinnere an meinen Chemieunterricht, sind Moleküle immer elektrisch neutral, da sie ja eine genau stimmige Verbindung von negativ und positiv geladenen Teilchen sind.

Ich kann mir auch nicht wirklich vorstellen, dass unsere Darmschleimhaut im elektrischen Sinne als positiv geladen bezeichnet werden kann.

Also hier finde ich vergleichst du Äpfel mit Birnen und nährst damit die leidige Diskussion der anorganischen und organischen Mineralien. An anderer Stelle deiner Infos schreibst du nämlich, dass das im Grunde gar keinen Unterschied machen würde.

mit herzlichem Gruß

Mattheo

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