Vanille

Eingestellt von am 16.06.2014
drei Vanilleschoten mit Blüt

DIE VANILLE
VANILLA/ VANILLE/ LA VAINILLA/ VANILGLIA

Königin der Gewürze.

Die Vanille (Vanilla planifolia) ist rund um die Welt eine der beliebtesten und bekanntesten Gewürzpflanzen und mindestens genauso allgegenwärtig wie der ebenfalls aus Mittelamerika stammende Kakao.

Vanille ist nicht nur die einzige Orchideenart, deren Früchte man essen kann, sie hat auch äußerst positive und sehr unterschätzte Wirkungen auf den Organismus. Kaum einer weiß, das man Vanille bis ins 19. Jahrhundert hinein als Aufguss, Abkochung, Tinktur oder in Pulverform als Heil- und Arzneimittel in der Apotheke erhalten konnte.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Neben Cellulose und Mineralstoffen besteht die Vanilleschote zu 35 Prozent aus Wasser. Der stark antioxidativ wirkende Aromastoff Vanillin wird erst durch Trocknung und Fermentation freigesetzt.

Aphrodisiakum

Die aphrodisierende Wirkung von Vanille ist unbestritten. Das Geheimnis: Die Duftstoffe der Vanille sind eng verwandt mit den natürlichen Sexuallockstoffen des Menschen, den Pheromonen. Ganze Industriezweige bemühen sich, diesen Duft möglichst naturgetreu zu synthetisieren, um sich die Wirkung der Vanille zu Nutze machen zu können.

Schon früher wurde Vanille zur allgemeinen Kräftigung des Organismus und zur belebenden Wirkung der Geschlechtsorgane eingesetzt. Mit dem Parfum der Orchideenpflanze ließen sich nicht nur die Verehrer anlocken, sondern auch deren Liebeslust steigern. Überlieferungen zufolge rieben sich schon die Indianerinnen mit Vanilleschoten ein, um ihre erotische Anziehungskraft zu erhöhen.

Hautpflege

Die bedeutenste Heilwirkung der Vanille ist ihre stark pilztötende. Sie ist ein antimikrobielles, entzündungshemmendes Fungizid, das als Tinktur aufgetragen bei Ekzemen, Neurodermitis und anderen Hauterkrankungen gute Erfolge erzielen kann.

Vor Krebs schützend

Die Antioxidantien der Vanille schützen die Zellen vor Mutationen und können sogar zum Absterben bösartiger Zellen führen.

Beruhigt die Nerven

Aromatherapie mit Vanille hilft bei Schlafstörungen, Unruhezuständen, lindert Angstzustände und leichte Depressionen.

Hilft bei Übelkeit

Insbesondere in der Schwangerschaft soll die Einnahme eines Vanilleschoten-Pulver und Kurkumapulver-Gemisches gegen die allmorgendliche Übelkeit sehr hilfreich sein.

Außerdem steigert Vanille die Leistungsfähigkeit des Gehirns und die körperliche Ausdauer.
Wer rohe Vanille isst, duftet also nicht nur gut und wirkt anziehend, sondern tut gleichzeitig etwas für seine Konzentration!

Art und Herkunft

Die Vanillepflanze ist eine starkwüchsige, schlingende Kletterorchidee mit grünen, fleischigen Sprossen und kleinen, unscheinbaren, grün-weißen, duftenden Blüten, deren lianenhafte Ranken an Bäumen und Pfählen emporklettern. Paradiesisch schön.

Im unreifen Zustand sind die Vanilleschoten grün, später schwarzbraun und biegsam. Die an der Oberfläche abgesetzten Vanillin-Kristalle, versehen die Schote oft mit einer Art schimmernden „Reif“.

Ursprünglich ist die Vanille in Mexiko beheimatet. Schon die Azteken wussten um die Wirkung der Vanille und verehrten die bezaubernd schöne und „magische“ Orchidee als „tiefgründige Blume“. Ihren kakaohaltigen Schokoladentrunk „Xocolatl“, bestehend aus einem Gemisch aus Kakao, Gewürzen und Vanille, tranken sie mit Wasser und nicht wie die Europäer später mit Milch.

Die Geschichte erzählt, dass der letzte legendäre Herrscher der Azteken Montezuma II. täglich 50 Schalen der heilbringenden Mischung aus Kakao und Vanille trank, um sich zu stärken, zu schützen und die Götter wohl zu stimmen.

Mit der Entdeckung und Eroberung Mittelamerikas erfuhren auch die Spanier von der bedeutenden Pflanze. Erstmalig in Zutatenform für das schon im 17. Jahrhundert, in der feinen Gesellschaft Spaniens und Frankreichs, sehr beliebte kakaohaltige Getränk. Über 300 Jahre hielten die Spanier das mexikanische Vanillemonopol. Als die Vanille immer beliebter wurde versuchte man sie zu züchten und anzubauen. Zuerst auf der französischen Insel La Réunion, die früher Bourbon hieß – hiermit wurde auch das spanische Monopol gebrochen, später dann auf Madagaskar und Tahiti. Hauptexporteur, der nunmehr aufwendig von Hand bestäubten Pflanze, ist mittlerweile die ehemalige französische Kolonie Madagaskar, deren Bewohner noch heutzutage zu einem großen Teil vom Anbau der Vanillepflanze leben.

Der spanische Name „Vainilla“ bedeutet übrigens „kleine Hülse“ oder „kleine Schote“.

drei Vanille Schoten mit Blüte auf weißem Hintergrund

Verwendung

Das wunderbare Aroma der Vanille kann vielfältig verwendet werden und bereichert nahezu alle Arten von Speisen. Ob warme Gerichte oder rohe Zubereitungen wie Nussmilch, Smoothies, Fruchtaufstriche, Müslis, Torten und Desserts, Obstsalate, selbstgemachte Eiscreme, Dressings, Salate, Suppen oder Soßen – Vanille passt zu Herzhaftem genau so gut wie zu Süßem und verleiht allem eine verlockende Note.

Ich verwende Vanille gern und auch oft. Besonders liebe ich sie in nahezu jeglicher Art Grünem Smoothie, in meinem selbstgemachten Xocolatl oder zu Rohkostbrot mit Sauerkraut. Die Rezepte:

Der exotische wilde Smoothie

  • 2 große Handvoll Wildkräuter (Brennnessel, Giersch, Vogelmiere, Wegerich, Löwenzahn, …. )
  • 1 reife Mango
  • 1 reife Maracuja oder Grenadilla
  • ½ Banane oder ½ Avocado
  • 2 Teelöffel Moringa
  • eine Messerspitze Vanilleschoten-Pulver
  • Kokoswasser (am besten frisch, oder selbstgemachte Kokosmilch mit Dr. Goerg Kokosmus oder –flocken)

Erst das Grün klein gezupft in den Mixer geben, danach das Obst, dann Moringa und Vanille (ohne währenddessen Auszuatmen!) dazugeben und schließlich mit dem Kokoswasser zu der gewünschten Konsistenz auf höchster Stufe pürieren. Delicious!

Die Matcha-Xocolatl

  • 300-400 ml Mandelmilch
  • 2 Esslöffel rohes Kakao
  • 4 Medjool Datteln
  • 1 Esslöffel Maca oder Carob
  • 1 Teelöffel Matcha
  • Zimt
  • Rohes Vanilleschoten-Pulver (im Winter zusätzlich Anis, Kardamon und Ingwer)

1/4 der Mandelmilch mit den übrigen Zutaten im Mixer auf höchster Stufe fein pürieren, dann den Rest der Milch dazugeben. Auf diese Weise ist es einfacher eine gleichmäßig cremige Konsistenz herzustellen. Im Winter kann man den Mixer ein bisschen länger laufen lassen, um eine rohe „heiße Schokolade“ zu bekommen. Das Mixen mit hoher Umdrehungszahl sorgt übrigens nicht nur für die gewünschte Konsistenz, sondern auch für einen leckeren Schaum! Ich garniere gern mit Gojis und Bienenpollen oder mit Korinthen und Zimt. Sooooo lecker!

Wer noch einen super super grünen Kick dazu möchte und Algen mag, kann anstelle des Matcha-Pulvers auch Spirulina nehmen, dafür aber kein Carob. Probiert es aus!

Raw Sauerkrautbrot mit Sauerkraut, Gojis und „Kümmel-Vanille“

  • 2 Scheiben Rohkostbrot auf Basis von Sauerkraut (entweder aus dem Bioladen von „life food“ oder mit Liebe selbstgemacht)
  • Rohmilchbutter zum Bestreichen
  • 4 Esslöffel rohes, frisches Sauerkraut
  • 1 kleine reife Birne (in Scheiben geschnitten)
  • Gojis (vorher in Wasser eingeweicht)
  • Ganzer Kümmel
  • Rohes Vanilleschoten-Pulver
  • Salz und Pfeffer

Das Sauerkrautbrot dick mit Rohmilchbutter bestreichen, die eingeweichten Gojis mit dem Sauerkraut vermischen und auf die Scheiben geben, und darauf die dünn geschnittenen Birnenscheiben legen. Den Kümmel mit dem Vanilleschoten-Pulver im Mörser mahlen und großzügig über die Brote verteilen. Nach Belieben mit Salz und Pfeffer bestreuen.

Ebenso passen hier auch Sternfrucht oder Kaki und eine Prise Zimt. Et voilá!

Die Qualität

Die echte Vanille ist ein sehr wertvolles Gewürz, das nichts mit dem synthetisch hergestellten (aus Ligninsulfonsäure, einem Abfallprodukt der Papierindustrie, bestehenden) Vanillin gemein hat. Der aufwändige Anbau und eine wochenlange Verarbeitung führen zu Recht zu den hohen Preisen.

Kaum zu glauben: Eine frische Vanilleschote schmeckt eigentlich nach nichts – sie ist geschmacksneutral. Mit Hilfe von sanfter Wärme und Fermentationsprozessen, werden die Aromastoffe durch enzymatische Reaktionen erst freigesetzt. Der Geschmack echter Vanille ist eine unwiderstehliche und harmonische Komposition aus nahezu 200 verschiedenen natürlichen Einzelsubstanzen.

Vanille aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) wächst und reift ohne Pestizidbehandlungen und wird zudem meist fair gehandelt, so das nicht nur eine intakte Umwelt und die Gesundheit der Menschen gewährleistet wird, sondern auch ein ausreichender Lohn für die Arbeiter gesichert ist.

Entweder man kauft die Schote im Glasröhrchen oder das frisch gemahlene Pulver, welches direkt vor Ort schonend verarbeitet, in der Sonne getrocknet, fermentiert und gemahlen wird. Ich bevorzuge hier eindeutig das Pulver, da es nicht nur günstiger, sondern auch qualitativ hochwertiger ist.

Lasst Euch von unseren heimischen, saisonalen Produkten inspirieren und bereitet Euren Gaumen Freude!
Viel Freude dabei wünscht

Stephanie

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Grüne Smoothies

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