Umkehrosmose

Eingestellt von am 20.06.2013
wasser_10

Das heutige Thema: Umkehrosmose / Wasserdestillation.

Im letzten Beitrag schrieb ich ja bereits: Es wird viel erzählt, viel versprochen und (leider) noch mehr „gelogen“, wenn es um das Thema Umkehrosmose geht. (Selbiges gilt übrigens auch bezüglich basischem Wasser, aber dazu mehr im nächsten Beitrag …)

Der heutige Beitrag dient in also in erster Linie dazu, aufzuklären – mal wieder …

Um zu verstehen, um was es sich bei Umkehrosmose handelt und wie sie wirkt, könnte es notwendig werden, die ersten Artikel unserer Reihe (genauer: die Artikel über Chemie und Biologie) noch einmal zu überfliegen.

Umkehrosmose

Was ist Umkehrosmose eigentlich?

Wie der Name schon sagt: Umkehrosmose kehrt den (natürlichen) Osmosevorgang zum Zwecke der Trennung in „reines“ und schadstoffbelasteten Wasser um.

Wenn zwei Flüssigkeiten durch eine semipermeable Membran voneinander getrennt sind, diffundieren die Teilchen von der Flüssigkeit mit der höheren Teilchenkonzentration in die Flüssigkeit mit der niedrigeren Teilchenkonzentration. Dieser Vorgang bewirkt im menschlichen Körper den Austausch von Stoffen über die Zellmembran.

Wir haben den Vorgang der Osmose in diesem Beitrag näher beleuchtet.

Bei der Umkehrosmose wird dieser (natürliche) Vorgang durch Druck umgekehrt, d.h. das Wasser wird durch eine extrem feinporige (synthetische) Membran gepresst, um alle Stoffe außer den H2O-Molekülen zu entfernen.

Auf diese Weise sammelt sich auf der einen Seite der Umkehrosmose-Membran „reines“ Wasser, auf der anderen Seite Restwasser mit allen festen und schadstoffbelasteten Teilen.

Im Ergebnis erhält man dadurch „reines“ H2O.

Was zeichnet „reines“ Wasser aus?

Reines Wasser ist nicht nur „schadstofffrei“, sondern buchstäblich „leer“: es enthält also weder schädliche noch (potentiell) gesundheitsfördernde Stoffe, z.B. Mineralien. „Rein“ ist in diesem Sinne also immer auch „leer“. Und solch „leeres“ Wasser ist ziemlich unnatürlich.

Umkehrosmose- und (Dampf-)Destillations-Wasser ist fast immer saures Wasser, d.h. sein pH-Wert liegt (in aller Regel) unter 7 (neutral).

Natürliches Wasser hat einen deutlich „höheren“ pH-Wert, liegt in jedem Fall nicht im saueren Bereich und ist vor allem nicht ent-mineralisiert.

Die Mär von „organischen“ Mineralien

Vor allem von Seiten naturheilkundlich orientierter Laien wird das folgende immer gleiche, nichtsdestotrotz falsche Motiv für den Konsum von Umkehrosmose-Wasser genannt: normales, natürliches Mineralwasser enthalte ausschließlich anorganische Mineralien, die dem Körper schaden. Der Grund: anorganische Mineralien könne der Mensch nicht verwerten. Die Schäden durch den dauerhaften Konsum anorganischer Mineralien könne man folglich durch Trinken von destilliertem, durch Umkehrosmose entmineralisiertem oder ähnlich aufbereitetem Wasser beheben.

Richtig ist: Es gibt keine organischen Mineralien. Mineralien sind immer anorganisch. Sie bleiben auch dann anorganisch, wenn sie in Lebewesen (Pflanze, Tier oder Mensch) eingebaut sind.

(Im Wasser liegen die Mineralien in ionisierter Form, als Mineralsalze vor. „Ionisiert“ bedeutet: Dem Mineral wurden ein oder mehrere Elektronen entzogen, so dass es als positiv geladenes Ion – Kation – vorliegt).

Bisher jedenfalls gibt es keinen ernsthaften Beleg dafür, dass Mineralien, die als organische Verbindung vorliegen (z.B. Laktat, Gluconat) in irgendeiner Form besser resorbiert würden. Im Gegenteil: Organische Verbindungen sind ungleich größer und derart stabil, dass die in ihr gebundenen Mineralien nur schwer wieder freigegeben werden. Die „mineralische Ausbeute“ ist infolgedessen deutlich geringer: Die anorganische Verbindung Calciumhydrogenphosphat enthält 23% reines Calcium, die organischen Verbindungen Calciumlaktat und Calciumgluconat noch 13% bzw. 9% Calcium …

Ebenfalls eine Mär: Anorganische Mineralien könne der Körper nicht ausscheiden. Träfe dies zu, würden wir alle – eher früher als später – zu Salzsäulen erstarren.

 

Dessen ungeachtet werden auch anorganische Mineralien den Zellen nicht so angeboten, wie sie im Wasser (das wir trinken) vorliegen. Auch Wasser muss den Magen passieren. Und hier passiert das, was passieren sollte: Wasser wird aufgespalten, seine (anorganische) Mineralien also „zellgängig“ gemacht!

Weitere Nachteile im Schnelldurchlauf

Der Hauptgrund für die offensive Bewerbung von durch Umkehrosmose entmineralisiertem oder ähnlich aufbereitetem Wasser haben wir soeben kennen gelernt – und widerlegt.

Einige weitere Nachteile – es gibt derer viele – im Schnelldurchlauf:

  • Wasser soll Elektronen leiten. Da die elektrische Leitfähigkeit des Wassers durch die darin gelösten Mineralien bestimmt wird, sinkt die Leitfähigkeit je mineralärmer das Wasser ist.
  • Wasser ist von Natur aus – mal mehr, mal weniger stark – mineralisiert. Mineralisiert ist es also in jedem Fall. Eine Quelle mit vollständig entmineralisiertem Wasser ist meines Erachtens noch nicht gefunden worden.
  • Richtig ist: Umkehrosmose-Wasser hat eine sehr hohe Lösungskraft und hilft infolgedessen bei Ausleitungen (Entschlackung). Das Problem: Wasser aus Umkehrosmose-Anlagen löst unterscheidungslos alles, sowohl „saure“ als auch „basische“ Mineralien. Gleiches gilt für (nicht fest eingebundene) Vitamine. Hinzu kommt: Man kann saure Schlacken nicht mit saurem Wasser ausleiten.
  • Umkehrosmose-Wasser verbraucht immense Mengen an Trinkwasser. Der Grund: Bei der Produktion fällt ein großer Anteil „Restwasser“ an. Das Verhältnis von Restwasser zu Umkehrosmose-Wasser beträgt mindestens 1:10!

Der vielleicht wichtigste und gnadenlos subjektivste Grund zum Schluss: Umkehrosmose-Wasser schmeckt nicht, zumindest nicht bei regelmäßigem, d.h. dauerhaftem Gebrauch. Was zu Anfang durchaus munden mag, wird nach mehreren Monaten regelmäßigen Konsums oftmals als „geschmacklos“, „tot“ und „leer“ empfunden. Kein Wunder …

Das Fazit …

… fällt kurz, knapp und (ausnahmsweise) ziemlich eindeutig aus: Falls jemand mit dem Gedanken gespielt haben sollte, sich eine Umkehrosmose-Anlage o.ä. zuzulegen: spart Euch das Geld. Steckt es lieber in einen sehr guten Aktivkohlefilter, einen Mixer oder geht ganz einfach lecker essen!

 

Nächste Woche geht es mit dem gegenteiligen Extrem weiter: basischem Wasser. Alles über Sinn und (vor allem) Unsinn dieser „Innovation“ gibt es dann.

Bis dahin: alles Gute Euch!
Carlos

Carlos

Carlos

Carlos trinkt seit vielen Jahren Grüne Smoothies und ist Blogger der ersten Stunde von GrüneSmoothies.de. Als ausgebildeter Ernährungs- und ganzheitlicher Gesundheitsberater sowie Personal Coach beschäftigt er sich intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Ernährung und Gesundheit. Ihn zeichnet seine leidenschaftliche Skepsis und Neugierde aus, denn er will es meistens ganz genau wissen.
Carlos vertritt die Auffassung, dass „Ernährung die vielleicht wichtigste Variable zur Gesunderhaltung ist, auf die jeder Mensch am besten Einfluss nehmen kann.“ Grüne Smoothies sind für ihn ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung, weil sie den Körper natürlich, einfach und wirkungsvoll mit allem versorgen, was er für einen guten Start in den Tag braucht.

Kommentare auf Facebook

Kommentar hinzufügen

E-Mail-Adresse ist schon registriert. Bitte benutze Login form oder nenne eine andere.

Du hast einen falschen Nutzernamen oder Passwort eingegeben

Entschuldige, aber Du musst eingeloggt sein, um Kommentare zu schreiben.

10 Kommentare

Neueste zuerst
nach Bewertung Neueste zuerst Älteste zuerst

Ich danke Ihnen für diesen informativen Artikel. Die Umkehrosmose ist ein sehr interessanter Vorgang, den wir für unseren täglichen Wasserbedarf nutzen können. Ich kann Wasserfilter für den Hausgebrauch nur empfehlen.

Ich habe von meiner Tochter zu Weihnachten so ein Umkehrosmose Gerät geschenkt bekommen. (Das hier: http://weberbio.de/magento/index.php/umkehrosmose-system-1/umkehrosmose-system.html )

Bin auch nach 2 Wöchiger Nutzung zu dem selben Fazit gekommen, wie du es hier in deinem Blogbeitrag beschreibst.

Aber naja, scahden kann es sicherlich nicht... 🙂

Liebe Grüße

Gisela

Ich möchte eine Anmerkung zu der Aussage machen das es keine "organischen Mineralien" gibt. eine kurze Recherche zeigt das es diese doch gibt. So bei Wiki --> http://de.wikipedia.org/wiki/Mellit

Oder http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Organische%20Mineralien

Carlos

Hey Tom!

Das ist ein „Wortspiel“ - nichts weiter, dann wird's auch organisch.
Mineralien sind immer anorganisch, können aber (zu geringem Umfang) organisch GEBUNDEN werden!

Liebe Grüße!
Carlos

Ich kann dem Kommentar von Ive nur zustimmen. Mir schmeckt Osmose-gefiltertes Wasser nach nun 1 Jahr nach wie vor. Wenn Wasser mit Mineralien zu stark versetzt ist, kann es seiner Reinigungsfunktion nur ungenügend nachkommen. Man kann sich das ähnlich wie ein LKW vorstellen, der beladen ist und somit auch keine weiteren Lasten transportieren kann. Außerdem ist das Verhältnis Filterwasser-Schmutzwasser bei meiner Anlage nicht 1:10 sondern 1:3. Wie gesagt, damit kann man leben. Bei ausgewogener, gesunder Ernährung sollte der Mensch in seinen Nahrungsmitteln (hier besonders pflanzliche Nahrung) genug Mineralien vorfinden. In den ersten zwei Tagen, als ich begann Osmose-gefiltertes zu trinken, verlangte mein Körper bis zu 3,5 Liter pro Tag. Dann relativierte es sich. Ich finde das sagt vieles. Unser Körper übersteigt mit seiner Intelligenz nunmal unsere logische Intelligenz.

Carlos

Hallo Rita!

Wenn Dir Dein Wasser nach wie vor schmeckt: WUNDERBAR!

Mir geht's mehr um Aufklärung, was braucht man WIRKLICH, was nicht. Und auf dem Markt der Wässer gibt es eine Menge völlig übertriebener Anwendungen.
Umkehrosmose gehört definitiv dazu.

Destillation usw. macht durchaus Sinn, wenn es einen triftigen Grund, z.B. in Afrika. Hier kriegst du das Wasser gar nicht mehr anders sauber. In Deutschland ist es schlicht überflüssig, aber d.h. natürlich nicht, dass es Dir nicht schmecken soll / darf. Und es ist schön, dass es das noch immer tut 🙂

Das, was du zu den Mineralien schreibst ist schlichtweg etwas zu verkürzt gedacht.
So funktioniert's leider nicht.

Liebe Grüße!
Carlos

Es gibt genug Studien zu unsererem Trinkwasser,so das ich mich nicht zu wiederholen brauche.Das angeblich bestüberprüfte Lebensmittel Wasser wird aus zirka 15-20 Schadstoffe übeprüft.Was ist mit den anderen 150-200 Stoffen die nachweisbar sind.Warum wurden die Grenzwerte ständig nach oben gesetzt.Kann Kalk der sich ständid in Wasserkochern Kaffemaschinen bildet gut sein.Wenn wir ungefiltertes Wasser trinken ist unser Körper der Wasserfilter, Teile davon werden ausgeschieden Teile davon bleiben im Körper.Alles Wahnsinnig gesund ???

Natürlich ist es sinnlos alles Wasser zum Waschen Spülen Duschen Toilette zu reinigen,aber die 3 Liter zum Kochen von Kaffe Tee Nudeln und und... und zum Trinken das ist mir meine Gesundheit wert.

mit freudlichem Gruß aus Rottweil

Hallo Carlos,

das beste und gesündeste Wasser ist natürliches Quellwasser. Aber wer hat schon Zugang zu einer Quelle? Ich jedenfalls nicht. Also habe ich mich vor ca. einem Jahr über verschiedenste Wasserfilter informiert und mich dann für eine U-Osmoseanlage entschieden.

Geschmacklich hat es bisher an nichts verloren. Uns schmeckt das "leere" Wasser nach wie vor. Selbst mein Mann, der nie Wasser getrunken hat, trinkt nun davon.

Ein Aktivkohlefilter kam für mich nicht in Frage, da lt. meiner Recherche Ihre Hauptwirkung darin besteht, Wasser von Chlor und organischen Schadstoffen zu reinigen. Gegen Schwermetalle und viele weitere Schadstoffe nützen sie allerdings nichts.

Meines Erachtens muss Wasser keine Mineralstoffe mitbringen, denn bei gesunder und ausgewogener Ernährung erhält der Körper genug über die "feste" Nahrungsaufnahme.

Der Franzose, Prof. Huchard, hat in einer Studie nachgewiesen, dass Wasser ab 200 – 332 ppm belastend für den Körper ist, da es keine entschlackende und entgiftende Wirkung mehr hat. Es kann somit seiner HAUPTAUFGABE, den Körper zu entschlacken und zu entgiften nicht mehr nachkommen.

"Wasser arbeitet im Körper nämlich durch das, was es mitnimmt, nicht durch das, was es mitbringt", so Prof. Huchard.

Wer möchte kann Edelsteine nutzen, um das Wasser zu energetisieren. Wobei auch deren Wirkung wissenschaftlich nicht nachweisbar oder medizinisch anerkannt ist.

Ich bin ein großer Fan der grünen Smoothies und eurer Seite. Aber hier hätte ich mir einen objektiveren Bericht gewünscht.

Viele Grüße

Ive

Nachtrag zu oben:

Bei unserer Auftischanlage entstehen aus 1,8l im Tank nach der Osmose 1,3l gereinigtes Wasser und 0,5l Abwasser. Ein Verhältnis, mit dem ich leben kann.

Viele Grüße nochmal

Ulrich

Hallo Carlos,

vielen Dank über die Reihe zum Wasser! - Haben bei uns einen Test machen lassen: die Cd-Belastung war (durch Kunststoffrohre) leider nicht ohne. Bekommt das die Aktivkohle raus?

Und zum 'leeren' Wasser: nach gut einem halben Jahr schmeckt uns das U-Osmose-Wasser noch sehr gut. Und speziell durch das 'Grün' wird's sicher auch mit der Säure nicht so wild sein.

Esoterisch oder auch nicht, läßt sich U-Osmosewasser wieder aufbreiten z.B. durch Wirbler oder Edelsteine. Die Aufnahmen mit dem Dunkelfeldmikroskop (Emoto) sind recht deutlich. Da stört mich noch nichtmal, dass es die Wissenschaft (noch) nicht so recht erklären kann ...

Lese Eure Seiten mit Begeisterung. Und gesten ist unsere Puro angekommen!

Ulrich

Teile diesen Beitrag mit Freunden!