Trenddiäten und alternative Ernährungsformen 3: Rohkost

Eingestellt von am 14.08.2013
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Herzlich willkommen zum zweiten Teil unserer Reihe Trenddiäten und alternative Ernährungsformen!

Heute wird’s „roh“, denn wir beschäftigen uns mit Rohkost – und d.h. sowohl einem Trend, als auch einer „altgedienten“ Ernährungsform. Mehr dazu gleich …

Rohkost

Grundsätze

Fangen wir – wie gewohnt – mit einer Begriffsbestimmung an: Zur Rohkost zählt jede frische, unerhitzte Nahrung sowohl pflanzlicher als auch tierischer Herkunft. 

Aufgrund unterschiedlicher Auffassungen des Begriffs „Rohkost“ sind zahlreiche Rohkostformen entstanden, deren wesentliches Unterscheidungsmerkmale sind:

  • Anteil der vom Tier stammenden Lebensmittel,
  • empfohlene Menge roher Nahrung (70-100%).

Grundsätzlich jedoch gilt: Die Mehrzahl dieser als Dauerernährung ausgelegten Rohkostformen ist vegetarisch ausgerichtet. Im Rahmen dieser vegetarischen, oftmals veganen Rohkostformen wird außerdem empfohlen, ganz auf gekochte Nahrung zu verzichten.

Letztlich fällt auch der grüne Smoothie in diese letzte Kategorie, denn wie Ihr alle wisst … seine Zutaten sind a) im rohen Zustand und b) nicht tierischen Ursprungs. 

 

Was Ihr vielleicht noch nicht wisst, erkläre ich nun.

 

Historisch gesehen lassen sich zwei wesentliche Rohkostbewegungen unterscheiden:

  1. Die traditionelle Rohkostbewegung der 1920er und 1930er Jahre.
  2. Die moderne Rohkostbewegung der 1980er und 1990er Jahre.

Beide Bewegungen teilen gewisse Gemeinsamkeiten, unterscheiden sich jedoch aber in wichtigen Punkten, zum Teil deutlich voneinander.

Im Rahmen der traditionellen Rohkostbewegung wurden Diäten mit (hohem) Rohkostanteil vor allem zur Behandlung verschiedener Krankheiten sehr erfolgreich eingesetzt. Vor allem einer Person gebührt hier Respekt: Dr. Max-Bircher-Benner.

Bircher-Benner war es, der  im Jahr 1900 erstmal von Erfolgen  durch eine Rohkostbehandlung sprach. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass sich Mitte der 1920er Jahre die medizinisch-wissenschaftliche Forschung in Deutschland „ausführlich“ dem Thema annahm. Rohkost wurde „Studienobjekt“. Das Ergebnis: Mit Rohkostdiäten ließen sich zum Teil bemerkenswerte Ergebnisse in Prävention und Therapie erzielen.

 

Wir halten also fest: Die traditionelle Rohkostbewegung ist in erster Linie „fachlich-wissenschaftlichen“ geprägt.

Ganz im Gegensatz dazu gilt für die moderne Rohkostbewegung eine „laienhaft-missionarische“ Prägung. Im Rahmen dieser Prägung wird der Versuch unternommen, eine reine Rohkosternährung als optimale Ernährung für jeden Menschen darzustellen.

Und um genau diese „modernen“ Rohkostformen wird es im Folgenden gehen. Dazu stellen wir nun eine Auswahl der bekanntesten Rohkostformen im Kurzprofil vor.

Helmut Wandmaker: Leben ohne Kochtopf

Wandmaker zählte zu den Vertretern einer 100%igen Rohkost-Ernährung mit hohem Obstanteil. Er empfiehlt eine vegane Rohkosternährung, die zu 75% aus Obst, 20% aus Gemüse uns 5% aus Nüssen und Trockenobst besteht. Flüssigkeit sollte primär in Form von destilliertem oder stillem, mineralstoffarmen Wasser erfolgen. (Hier ein ausführlicher Artikel zum Thema destilliertes Wasser.)

Guy-Claude Burger: Instinctotherapie

Der (französische) Physiker Burger postuliert eine Ernährungsinstinkt, der sich in der Wahrnehmung von Geruch und Geschmack äußere und bewirke, dass ein dem Organismus nützliches Lebensmittel als „anziehend“, ein schädliches als „abstoßend“ empfunden wird. Dieser Ernährungsinstinkt allerdings funktioniere ausschließlich bei rohen Lebensmitteln, die sowohl ungemischt als auch ungewürzt verzehrt werden.

Berger empfahl auch Lebensmittel tierischen Ursprungs: Fleisch, Fisch und Eier musste der Theorie entsprechend roh verzehrt werden.

Norman Walker: Der natürliche Weg zu strahlender Gesundheit

Walker glaubte an ein „Lebensprinzip“, dass nur in natürlicher, nicht erhitzter Nahrung enthalten sei. Außerdem empfahl er das Trinken von Rohkostsäften, vor allem bestehend aus Obst und Gemüse. Er vertrat die Ansicht, dass eine reine Rohkost ohne verschiedene rohe Säfte mangelhaft und d.h. nicht geeignet sei.

Eine weitere Besonderheit: Walker lehnte tierische Produkte nicht ab. So empfahl er beispielsweise das Trinken von rohen Milchprodukten. Getreide und Getreideprodukte hingegen wurden pauschal abgelehnt.

Franz Konz: Urkost

Die Ernährungslehre des gelernten Steuerinspektors Konz lässt sich wie folgt zusammenfassen: Menschen hätten in der „Urzeit“ nur unerhitzte Nahrung, bestehend vor allem aus rohen Früchten, rohem Gemüse, Nüssen und Wildkräutern gegessen.

Jean Huntziger: Bioklimatische Ernährung

Der französische Heilpraktiker Huntziger entwickelte Anfang der 1990er Jahre ein Ernährungskonzept, dass die genetischen Anlagen des Menschen unter Berücksichtigung seiner speziellen klimatischen Wohnbedingungen in den Mittelpunkt stellte. Im Ergebnis empfahl Huntziger eine Ernährungsweise mit hohem (mindestens 75%), aber nicht ausschließlichem Rohkostanteil. Fleisch lehnte er nicht grundsätzlich ab, empfahl jedoch eine massive Reduktion auf  maximal zwei Mahlzeiten pro Monat. Auch Getreide und Getreideprodukte sind erlaubt, vorzugsweise in ihrer „rohen“, d.h. eingeweichten und gekeimten Form.

 

Allen soeben vorgestellten Protagonisten ist Folgendes gemein: Auslöser der Beschäftigung mit Rohkost und d.h. „Urgrund“ ihres missionarischen Eifers war eine individuelle Heilerfahrung durch Umstellung auf Rohkost (in der dann beworbenen Form) oft begleitet von einer tiefen Unzufriedenheit mit den Therapien moderner Medizin / Medikalisierung unserer Gesellschaft.

Ernährungsphysiologische Bewertung

Eines vorweg (um das mal gesagt zu haben, selbst wenn es arg pauschalisierend daherkommt): Rohkost ist die beste Heilnahrung. Mit keiner anderen Ernährungsmaßnahme lassen sich derartige Erfolge in Prävention und Therapie erzielen.

Damit ist allerdings nicht gesagt, dass Rohkost auch die beste Dauerernährung darstellt …

 

Ebenfalls vorweg geschickt sei Folgendes: Eine nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgende Beobachtung und Bewertung unterschiedlicher Rohkostformen ist bisher kaum erfolgt (aus unterschiedlichsten Gründen …).

Alle folgenden Aussagen gründen in den bisher einzigen „verlässlichen“ Studien, der Gießener Rohkost-Studie einerseits sowie den US-amerikanischen bzw. finnischen Pendants. Das sich daraus ergebende Bild wird vervollständigt durch zahlreiche empirische Beobachtungen.

 

Klar ist: Die pauschale Ablehnung gekochter Nahrung als gesundheitsschädlich jedenfalls ist wissenschaftlich nicht haltbar. Genauso klar ist aber auch: Für den Verzehr von nicht erhitzten Früchten, Gemüsen und (wildem) Grün spricht die Thermolabilität zahlreicher Vitamine, (Mineralstoffe), Eiweiße und sekundärer Pflanzenstoffe.

Dazwischen liegt – wie immer – das Optimum, oder besser: das „optimale“ Gleichgewicht.

Lebensmittelverzehr

Wenig überraschend ergaben die bisherigen Studien folgende Ergebnisse:

  • über 70% der Studienteilnehmer waren Vegetarier, 27% Veganer,
  • der durchschnittliche Verzehr von rohem Obst machte mehr als zwei Drittel aller verzehrten Lebensmittel aus und lag damit um das Siebenfache über dem bei Mischköstlern,
  • der Verzehr von tierischen Produkten lag deutlich unter dem Durchschnitt,
  • eine lediglich untergeordnete Rolle spielten Kartoffeln, Brot und Backwaren.

Zum Thema Pflanzengrün wurde wenig Aussagekräftiges festgestellt: Der Verzehr wurde (wie üblich) nicht getrennt ermittelt, sondern zusammengefasst unter „Gemüseverzehr“. Und dieser lag im Vergleich mit Mischköstlern (wie zu erwarten) leicht über dem Durchschnitt.

Mittlerweile wissen wir, dass Pflanzengrün aufgrund seiner Einzigartigkeit hinsichtlich Quantität und Qualität seiner Inhaltsstoffe, als eigene Kategorie gelten sollte.  

Energie- und Nährstoffversorgung

Auch hier: wenig Überraschendes! Natürlich lag die durchschnittliche Nahrungsenergieaufnahme signifikant unterhalb der von Mischköstlern. Wen wundert’s?

Die meisten Kalorien wurden dabei in Form von Kohlenhydraten (56%) zugeführt. die Kalorienzufuhr in Form von Fett lag bei 30%, in Form von Protein bei 10%.

Meine Meinung zum Kalorienkonzept könnt hier nachlesen. In Kurzform: Ich halte weder etwas vom Kalorienzählen noch etwas von „durchschnittlichen Idealwerten“. Auch die „blinde“  Auflistung rein quantitativer, jedoch nicht qualitativer (Kalorien-)Mengen ist mehr oder weniger sinnlos.

 

Und nun zu den Vitalstoffen.

 

Die Zufuhr der Vitamine A, E, B1, B6 , C, Folat sowie Beta-Karotin lag über den Referenzwerten der DGE (Deutsch Gesellschaft für Ernährung). Demgegenüber fiel die Zufuhr von Vitamin D und Vitamin B12 deutlich zu gering aus. Die Empfehlungen für Kalzium, Magnesium, Jod und Zink wurden ebenfalls nicht erreicht.

Ironischerweise spiegelte sich die sehr hohe Zufuhr von Vitamin A und E nicht in den Blutwerten wieder. Dies lässt auf eine stark verminderte Bioverfügbarkeit dieser Nährstoffe bei zeitgleich hohem Rohkostanteil zurück schließen.

 

Eine sehr interessante Korrelation zeigte sich hinsichtlich Nährstoffversorgung und Dauer der Rohkosternährung: Die sowieso schon niedrigen Eisen- und Ferritinkonzentrationen im Blutserum verschlechterten sich mit zunehmender Dauer des Rohkosternährung. Die Folge: Anämie. Deren Entstehung wurde durch den Mangel an Vitamin B12 und einer (zu) niedrigen Proteinzufuhr wesentlich beeinflusst – negativ beeinflusst!

Diese grundlegende Tendenz wird durch die große Anzahl klinischer Analysen bestätigt.

Fazit

Eine verallgemeinernde ernährungsphysiologische Bewertung ist schon aufgrund der sehr unterschiedlichen Rohkost Formen nicht möglich. Sehr wohl jedoch muss festgehalten werden: VEGANE Formen der Rohkosternährung führen fast zwangsläufig zu einer NährstoffUNTERversorgung. Hier ist eine entsprechende Vorkenntnis hinsichtlich Wahl und Zusammenstellung der Lebensmittel notwendig-

Auch der (viel) zu hohe Obstanteil ist definitiv negativ zu bewerten.

 

Rohkost in dieser Form dauerhaft zugeführt, wird kurz- und auch langfristig aller Wahrscheinlichkeit zahlreiche gesundheitlichen Problemen nach sich ziehen. Zu den häufigsten Problemen zählen Untergewicht, Zahnprobleme, eine unzureichende Versorgung mit bestimmten Nährstoffen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Frieren und (bei Frauen) Menstruationsstörungen.

 

Hinzu kommt: der psychische Stress.

Lasst Euch gesagt sein, eine derart extreme und einseitige Art der Ernährung, die zudem auf eine 100%ige Erfüllung eines nur schwer erfüllbaren naturalistischen IDEALS pocht („Rohkost istgleich Urkost istgleich Erlösung“), richtet auf Dauer mehr Schaden an, als sie Nutzen bringt.

Und das sie Nutzen bringt, ist zweifelsfrei belegt: und zwar (auch) als präventive, aber vor allem als therapeutische Maßnahme!

Grüne Smoothies und Rohkost

Ich habe es ja bereits am Anfang dieses Artikel gesagt: grüne Smoothies SIND Rohkost. 

Und um noch einen „drauf zu setzen“: Jede rohe Ernährungsphilosophie profitiert von grünen Smoothies.   

 

Wie wir weiter oben gesehen haben, verzehren Rohköstler zwar reichlich Obst, liegen aber im Verzehr von Pflanzengrün nicht sonderlich weit vor dem normalen Mischköstler. Anders ausgedrückt: Der typische Rohköstler ernährte sich vor Erfindung des grünen Smoothies vor allem von Obst, Avocados, Samen und Nüssen – mit all den daraus resultieren negativen Folgen.

Diese sehr einseitige Ernährungsweise kann durch die regelmäßige Zufuhr grüner Smoothies intelligent erweitert werden: Seine unvergleichlich hohe Vital-, Ballast- und (sekundäre) Pflanzenstoffdichte, sucht sowohl in quantitativer, als auch qualitativer Hinsicht ihresgleichen. Hinzu kommt ein einzigartiger Stoff, eine Substanz, die Sonnenlicht in sich trägt: Chlorophyll.

Der grüne Smoothie kann in erheblichem Maße dazu beitragen die Nährstoffdepots wieder aufzufüllen. Unter anderem auch dadurch, dass er in pürierter Konsistenz vorliegt. Durch das Pürieren im  Hochleistungs- bzw. Turbomixer steigt nämlich die Bioverfügbarkeit aller Nähr- und Vitalstoffe nachweislich.

Nichtsdestotrotz: Wer sich als Veganer, veganer Rohköstler, Rohköstler oder Vegetarier dauerhaft müde, träge und abgeschlafft fühlt, der leidet aller Wahrscheinlichkeit nach – und unter anderem (!) – an einer Vitamin B12-Unterversorgung. Hier sind Vitamin B12-Spritzen die erste Wahl, da sofort wirksam.

Wer es gar nicht erst soweit kommen lassen möchte, ergänzt intelligent, d.h. er nimmt (mindestens) ein co-enzymatisches Präparat der Vitamin B-Gruppe zu sich. Daneben kann eine gezielte Vitamin B12-Supplementierung sinnvoll sein. Hierbei ist es wichtig nach Präparaten mit Methylcobalamin, NICHT Cyanocobalamin zu suchen. Der Grund: Die Bioverfügbarkeit dieser Präparate ist signifikant besser! Alles weitere ist individuell festzulegen, so auch die Form der Zufuhr.

Es geht übrigens auch natürlich … und zwar durch den regelmäßigen, vorübergehenden Verzehr tierischer Produkte. Er kann wirklich wahre Wunder bewirken!

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Wer geschmackvoll gesunde grüne Smoothies selbst machen und zubereiten möchte,  der benötigt – über kurz oder lang – einen solchen Hochgeschwindigkeitsmixer.

Solltet Ihr Interesse an einem hochwertigen Turbomixer der Marken BiancoRevoblend oder Vitamix haben, dann besucht unseren Online-Shop. Hier findet Ihr die besten Mixer zur Zubereitung grüner Smoothies!

Natürlich könnt nicht nur online kaufen und bestellen, wir sind auch telefonisch für Euch da: +49 (0)30-44793423 (Mo. – Fr. 0900-1700 Uhr und nach Vereinbarung).

Und wer wissen möchte, wo die Unterschiede, d.h. Stärken und Schwächen der einzelnen Mixer liegen, der wirft einen detaillierten Blick auf unseren Vergleich. Unseren Mixertest findet Ihr hier.

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Kurzum: Grüne Smoothies stellen eine durch und durch intelligente Erweiterung  jeder Form der Rohkosternährung dar.

 

Soviel für heute.

Beim nächsten Mal wenden wir uns dem Ayurveda zu.

 

Bis dahin: liebe Grüße an Euch alle!
Carlos

Carlos

Carlos

Carlos trinkt seit vielen Jahren Grüne Smoothies und ist Blogger der ersten Stunde von GrüneSmoothies.de. Als ausgebildeter Ernährungs- und ganzheitlicher Gesundheitsberater sowie Personal Coach beschäftigt er sich intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Ernährung und Gesundheit. Ihn zeichnet seine leidenschaftliche Skepsis und Neugierde aus, denn er will es meistens ganz genau wissen.
Carlos vertritt die Auffassung, dass „Ernährung die vielleicht wichtigste Variable zur Gesunderhaltung ist, auf die jeder Mensch am besten Einfluss nehmen kann.“ Grüne Smoothies sind für ihn ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung, weil sie den Körper natürlich, einfach und wirkungsvoll mit allem versorgen, was er für einen guten Start in den Tag braucht.

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