Trenddiäten und alternative Ernährungsformen 2: Ayurveda

Eingestellt von am 11.08.2013
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Herzlich willkommen zum dritten Teil unserer Reihe Trenddiäten und alternative Ernährungsformen.Heute steht der Ayurveda im Mittelpunkt.

Das Wichtigste gleich vorweg: Ayurveda ist wesentlich mehr als eine (reine) Ernährungslehre. Es ist ein ganzheitliche Gesundheits- und Heilkunde, deren Wurzeln sich bis in die Zeit der vedischen Kultur – 3000 vor Christus – zurückverfolgen lassen.

Und damit wäre das „Ursprungsland“ des Ayurveda auch schon genannt: Indien.

 

Übrigens: In bestimmten Regionen Indiens haben sich zum Teil „stark“ vom Ayurveda abweichende Ernährungslehren bis heute erhalten …

 

Die heute am weitesten verbreitete Form des Ayurveda wird „Maharishi-Ayurveda“ genannt. Auf eben diese beziehen wir uns im Folgenden.

Ayurveda

Grundsätze

„Ayurveda“ bedeutet soviel wie „Wissenschaft vom Leben“, also nicht (nur) „Ernährungswissenschaft vom Leben“.

Der Begriff Ayurveda stammt aus dem Sanskrit und setzt sich aus den Wörtern „ayus“ (Leben) und „veda“ (Wissenschaft) zusammen.

 

Im Ayurveda wird der Mensch als untrennbare Einheit von Körper, Geist und Seele, als „Ganzes“ betrachtet. Die gesamte Natur, und damit auch der Mensch ist durchdrungen von „universellen Prinzipen“ und „Energien“, die sich u.a. in den sogenannten „Doshas“ manifestieren.

Diese Doshas, Ayurveda unterscheidet drei, nämlich „Vata“, „Pitta“ und „Kapha“, werden von den fünf Elementen Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde gebildet: Raum und Luft ergeben Vata, Feuer und Wasser Pitta, Wasser und Erde Kapha.

Doshas sind in diesem Sinne ein Modell zur Beschreibung natürlicher Phänomene. Diese modellhafte Beschreibung anhand von Doshas hat sich über Jahrtausende hin entwickelt. Und bewährt.

Bis heute.

 

Laut Ayurveda weist jeder Mensch eine spezifische geburtsbestimmte Prägung dieser drei Doshas auf. Diese Prägung bestimmt den individuellen Konstitutionstyp. Mischtypen der Doshas treten üblicherweise am häufigsten auf. Gerät das ursprüngliche Verhältnis der Doshas aus dem Gleichgewicht, kommt es kurz-, mittel- oder langfristig zu gesundheitlichen Störungen und Krankheit.

Der Erhalt des individuellen Gleichgewichts der Doshas ist daher immer Ziel des Ayurveda.

Dazu werden u.a. diätetische Maßnahmen ergriffen.

Die ayurvedische Ernährungslehre

Ziel der Ernährung in Prävention als auch Therapie ist immer die Harmonie der Doshas, abgestimmt auf den individuellen Konstitutionstyp.

Dazu muss jeder Mensch individuell betrachtet werden. Nur so können Ernährungsempfehlungen passend zum jeweiligen Konstitutionstyp gegeben werden. Und mehr: Um eine Person wirklich ganzheitlich zu behandeln, spielt nicht nur die individuelle Konstitution eine Rolle, sondern im Idealfall alles was diese Person im Hier und Jetzt prägt: Lebensalter, Tätigkeit, Krankheit, Umgebung, Umwelteinflüsse …

Die Diagnostik spielt im Ayurveda also eine herausragende Rolle.

Damit kommt dem Heiler eine entscheidende Rolle zu. Denn Im Gegensatz zur rational-wissenschaftlichen Weltsicht, die stark auf „starre“ (einheitliche) Maßnahmen setzt, fußt Ayurveda auf einer erfahrungsbasierten instinktgeleiteten Herangehensweise.

Der Erfolg einer ayurvedischen Maßnahme hängt also ganz entscheidend auch vom Einfühlungsvermögen und nicht nur von den Erfahrungswerten des Heilers ab. Jedenfalls mehr als in jeder typisch westlichen Wissenschaft.

Dies hat Ayurveda mit allen östlichen Wissenschaften gemein.

 

Kommen wir nun zu einigen generellen Empfehlungen zur Ernährung, die unabhängig vom individuellen für alle Menschen gelten. Hierzu zählen u.a.:

  • Nahrung sollte alle sechs Geschmacksrichtungen enthalten.
  • Nahrung sollte dem individuellen „Verdauungsfeuer“ angepasst werden.
  • Nahrung sollte keine „Schlacken“ im Körper bilden.
  • Das Essen sollte im Sitzen, in ruhiger Umgebung und ohne Ablenkung eingenommen werden.
  • Es sollte nur bei Hunger gegessen werden, mit möglichst drei- bis sechsstündigem Abstand zwischen den Mahlzeiten.
  • Keine Zwischenmahlzeiten.
  • Niemals „satt“ essen.

Wer diese generellen Empfehlungen liest – es gibt deutlich mehr als die hier aufgezählten – erkennt: das macht durchaus Sinn.

Was allerdings weniger Sinn ergibt, und nun kommen wir zu einigen begrenzenden Annahmen, auch im Bezug zum grünen Smoothie: Eins-zu-Eins-Übertragungen indischer Gegebenheiten auf „deutsche“ Sachverhalte – ohne Berücksichtigung kultureller und / oder geschichtlicher Umstände.

Begrenzungen

Die Milch macht’s!

Wer sich ein wenig mit Ayurveda auskennt, der wird wissen, das (Kuh-)Milch und Milchprodukte im Ayurveda eine wichtige Rolle spielen.

Wir passt das mit der heutzutage kritischen Beurteilung von Milch und Milchprodukten in Natur- und Alternativmedizin zusammen?

Zunächst einmal: Es passt. Und zwar trotz dieses anscheinenden Widerspruchs, weil Milch (leider auch in Indien) HEUTE nicht mehr das ist, was es einmal war: ein überaus wertvolles Lebensmittel, dass zum großen Teil roh und von frei lebenden, grasenden Kühen gewonnen wurde. Lebensmittel, die unter solchen „Bedingungen“ produziert wurden, haben einen völlig anderen Nähr- und Energiewert.

Solche Milchprodukte sind heutzutage nur noch ausnahmsweise und auf Nachfrage (von regional wirtschaftenden Kleinbauern) erhältlich.

Und auch das wird immer schwerer. (Dank sei der Europäischen Union …)

 

Es gibt noch viele weitere Gründe, warum „normale“ Milch heute kein empfehlenswertes Produkt mehr darstellt. Sie lassen sich im Wesentlichen auf Zucht und Industrialisierung zurückführen.

Wenn also Ayurveda Milchprodukte empfiehlt, dann mag das im individuellen Fall zwar wünschenswert sein, ohne ein entsprechendes Wissen des Heilers jedoch unter Umständen kontraproduktiv!

(Jahrtausendealtes) Wissen muss immer an die regionalen und zeitlichen Gegebenheiten des Hier und Jetzt angepasst werden.

 

Gleiches gilt für die Warnung vor Rohkost.

Und damit wären wir bei grünen Smoothies (die ja RAW sind).

Rohe Nahrung gilt, Diese gilt (nicht nur bei Ayurveda) als schwer verdaulich und d.h. nicht empfehlenswert für alle „luftigen“, also Vata-Konstitutionstypen.

Das mag bei Salaten und anderen Formen roher Nahrung sicher stimmen, bei grünen Smoothies jedoch ist eine pauschale Ablehnung nicht nachvollziehbar. Der Grund: grüne Smoothies sind püriert und daher sehr leicht assimilierbar. Leichter jedenfalls als „normale“ Rohkost und viele Formen gekochter Nahrung!

Die Warnung von Ayurveda muss also auch hier „im Kontext“ gesehen werden, d.h. vor dem Hintergrund sehr spezieller Zubereitungsmethoden (Hochleistung- und Turbomixer), die es vor einigen schlicht noch nicht gab, geschweige den vor mehreren hunderten oder gar tausenden von Jahren …

Auch das muss ein guter Heiler wissen, insofern er die „richtigen“ Prinzipien ins heute transferieren möchte.  

Ernährungsphysiologische Bewertung

Diesen Punkt können wir sehr kurz halten: Ayurveda ist in jedem Fall geeignet, um alle wichtigen Nähr- und Vitalstoffe zuzuführen. 

Entscheidend ist weniger die grundsätzliche Eignung, als vielmehr die individuelle Umsetzung unter Anpassung an regionale und geschichtliche Entwicklungen (Stichwort: Milch, grüne Smoothies usw.).

Aus diesem Grund ist es immens wichtig, dem modellhaften Charakter des Ayurveda „Leben“ einzuhauchen, ihn also anzupassen an das Hier und Jetzt.

Ein Vata-Konstitutionstyp kann durch Integration grüner Smoothies immense gesundheitliche Fortschritte machen – und das obwohl er nach klassischer ayurvedischer Sichtweise besser davon lassen sollte …

Fazit

Kurz und knackig: Grüne Smoothies und Ayurveda … das passt!

In jedem Fall sollte es ausprobiert, also am eigenen Leib erfahren werden, bevor man es pauschal ablehnt.

Wer also Ayurveda praktiziert und Interesse an grünen Smoothies hat, der sollte sie unbedingt ausprobieren und selbst entscheiden.

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Soviel zum Ayurveda.

Das nächste Mal beschäftigen wir uns mit den unterschiedlichen Formen der Trennkost.

 

Bis dahin!
Carlos

Carlos

Carlos

Carlos trinkt seit vielen Jahren Grüne Smoothies und ist Blogger der ersten Stunde von GrüneSmoothies.de. Als ausgebildeter Ernährungs- und ganzheitlicher Gesundheitsberater sowie Personal Coach beschäftigt er sich intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Ernährung und Gesundheit. Ihn zeichnet seine leidenschaftliche Skepsis und Neugierde aus, denn er will es meistens ganz genau wissen.
Carlos vertritt die Auffassung, dass „Ernährung die vielleicht wichtigste Variable zur Gesunderhaltung ist, auf die jeder Mensch am besten Einfluss nehmen kann.“ Grüne Smoothies sind für ihn ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung, weil sie den Körper natürlich, einfach und wirkungsvoll mit allem versorgen, was er für einen guten Start in den Tag braucht.

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3 Kommentare

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Danke für den tollen Artikel 🙂

Hallo, Ihr wilden Zaubertrankleute!

Eben habe ich mir mal die Seiten von Carlos über die verschiedenen Diätformen durchgelesen. Als geborener(1949)Gourmet und Fachmann seit den 80ern kann ich nur sagen: ich stimme zu 100% zu. Seit meine Puro die Küche schmückt, macht mehr grüne Rohkost wieder richtig Spass. Jetzt werde ich auf meine alten Tage auch noch Wildkräuterfreak! Leider habe ich aber nach einer mißlungenen Darm-OP vor 7 Jahren (mit fast 3 Monaten Koma) und deren Folgen noch recht gesundheitlich zu kämpfen. Aber wie heißt es bei uns: Unkraut verdirbt nicht. Viel Spass bei Euerer Arbeit wünscht Euch

Franz Josef Koller, Gutwiesen 8a, 94124 Büchlberg, Tel: 08505-9189156

PS: wenn ich mal wieder in Berlin bin, komme ich vorbei!

Carla von GrüneSmoothies.de
Carla von GrüneSmoothies.de

Hallo Franz Josef,
danke für Dein Feedback. Allerdings würde ich wohl sagen: "Wildkraut verdirbt nicht" 🙂 Schön, dass Du diese zauberhafte Welt für Dich entdeckt hast.
Wir wünschen Dir weiterhin alles Gute und würden uns freuen, wenn Du irgendwann vorbei kommst.
Carla

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