Grünkohl, Spitzkohl und Palmkohl – Die Kohl-Bestenliste

Eingestellt von am 22.01.2015
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“Die spinnen, die Römer.” An dieser Stelle ist der bekannte Ausruf aus “Asterix und Obelix” völlig unzutreffend, denn diese erkannten – wie auch die Griechen – schon damals den hohen Nährwert des Kohls und feierten ihn als Heilpflanze.
Nach dieser Hochblüte galt das Kohlgemüse in der neueren Zeit lange als Arme-Leute-Essen, lediglich der Blumenkohl schaffte es bis in die obere Klasse. Heute erlebt der Kohl seine Renaissance. Ob als Grünkohl-Salat in den Szene-Restaurants von New York, als Brokkoli-Sprosse im medizinischen Fokus oder eben als Palmkohl im Grünen Smoothie.
Wir stellen unsere Bestenliste vor – drei Kohlsorten, die wir in Grünen Smoothies nicht mehr missen wollen.

Grünkohl – Der Kosmopolit

GrünkohlKosmopolit – das würde man beim Grünkohl wohl erst einmal nicht vermuten. Wird er doch oft als eine kulinarische Eigenart Norddeutschlands wahrgenommen. Dabei hat die Kohlfahrt längst eine andere Direktion aufgenommen. In den USA herrscht seit Jahren ein regelrechter Kale-Hype. Hier wird Grünkohl mit seinem hohen Vitamin- und Nährstoffgehalt als absolutes Superfood gefeiert. Sogar Michelle Obama schwört angeblich auf Grünkohlchips. Der Bedarf an Grünkohl in den USA ist so riesig, dass er dort ganzjährig angebaut wird. Wie übrigens auch in England und Südafrika. Wie es sich mit dem Geschmack von Grünkohl verhält, der nicht ein bisschen gefroren hat, darüber lässt sich nur spekulieren. Ausgehend von der Annahme, dass die US-Amerikaner doch eine vielleicht etwas stärkere Zuckersozialisierung durchlaufen haben, kann er so bitter dann doch nicht sein.

Weitere Bezeichnungen

Braunkohl, Krauskohl

Wo kommt er her?

Seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. wird Grünkohl in Griechenland angebaut. Mittlerweile findet man ihn auf der ganzen Welt – ob in Afrika, Brasilien oder eben in den USA.

Wie schmeckt er?

Der Geschmack von Grünkohl ist herb mit einer gewissen Süße. Italienischer Grünkohl, so Oldenburger Wissenschaftler, habe wohl die wenigsten Bitterstoffe.

Was steckt in ihm?

Grünkohl gehört zu den Kohlsorten mit dem höchsten Gehalt an Vitamin C. Doch nicht nur in diesem Segment ist der Grünkohl ein Spitzenreiter. Mit insgesamt hohen Vitamin- und Mineralwerten, Omega-3-Fettsäuren, einem reichen Chlorophyll-Gehalt sowie den allen Kohlsorten gemeinen Senfölglykoside hat der Grünkohl ein Nährstoffgefüge, das sich sehen lassen kann. Hinzu kommt sein hoher Protein- und Eisengehalt, mit dem der Grünkohl ein ernstzunehmender Konkurrent des Rindfleischs ist, das als tierischer Eisenlieferanten Nummer 1 gilt.
Kurzum der Grünkohl ist ein wahres Superfood:
– immunstärkend
– entzündungshemmend
– gut für Knochen und Nerven
– dank wenig Kalorien auch bestens zum Abnehmen geeignet

So reich ist der Grünkohl (roh) an Vitaminen und Nährstoffen pro 100 Gramm:

Haupt-Nährstoffe Energie Mineralstoffe Vitamine
Eiweiß 4,3 g 37 kcal Natrium 35 mg B1 0,10 mg
Fett 1 g Kalium 450 mg B2 0,25 mg
Kohlenhydrate 3 g Calcium 210 mg C 105 mg
Ballaststoffe 4,2 g Magnesium 30 mg Folsäure 185 µg
Eisen 1,9 mg
Fluor 20 µg
Quelle der Nährwertangaben: Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Tipp

Beim Kauf von frischem Grünkohl sollte man darauf achten, dass die Blätter dunkelgrün und prall sind, sie sollten bei leichtem Druck zurückfedern. Im Kühlschrank gelagert hält er sich bis zu fünf Tage frisch.

Wer Lust hat, Grünkohl einmal im Grünen Smoothie auszuprobieren, hier gibt es ein köstliches Rezept.

Spitzkohl – Der Empfindsame

SpitzkohlSpitzkohl ist eine mit dem Weißkohl verwandte Kohlsorte mit zarten, gelblich- bis bläulichgrünen Blättern und einem spitzkegeligen Wuchs. Leider wird ihm dieser Wuchs zum Teil auch zum Verhängnis. Insbesondere seinem größer gewachsenen Bruder, dem Filder-Spitzkraut, das in der Region um Fildern bei Stuttgart seit Jahrhunderten angebaut und für die Herstellung von Sauerkraut bevorzugt wird. Da sich Kopfkohl, wie z.B.  der Weißkohl, maschinell jedoch leichter verarbeiten lässt, wird das Filder-Spitzkraut mittlerweile immer seltener angebaut. Aufgenommen als „Passagier“ der Arche für aussterbende Lebensmittel von Slow Food Deutschland, kann man nur hoffen, dass diese Kohlsorte erhalten bleibt. Denn die empfindsamen Spitzkohlbrüder sind gerade auch für Menschen mit empfindlichem Magen zu empfehlen, beide zählen zu den besonders leicht verdaulichen Kohlsorten.

Weitere Bezeichnungen

Spitzkraut

Wo kommt er her?

Der Spitzkohl hält sich in dieser Frage etwas bedeckt. Seine ursprüngliche Heimat wird in China vermutet.

Wie schmeckt er?

Im Geschmack ist der Spitzkohl dezenter als Weisskohl und hat eine süßlich-nussige Note.

Was steckt drin?

Wie alle Kohlsorten ist auch Spitzkohl reich an Vitaminen: Er enthält so viel Ascorbigen (eine Vorstufe von Vitamin C), dass eine Portion Spitzkohl den durchschnittlichen Tagesbedarf von etwa 100 mg deckt. Figurbewusste können sich über einen ausgesprochen niedrigen Kalorien- und Fettgehalt freuen.

So reich ist der Spitzkohl (roh) an Vitaminen und Nährstoffen:

Haupt-Nährstoffe Energie Mineralstoffe Vitamine
Eiweiß 2,1 g 28 kcal Natrium 6 mg B1 0,05 mg
Fett 0,3 g Kalium 249 mg B2 0,05 mg
Kohlenhydrate 2,7 g Calcium 50 mg C 60 mg
Ballaststoffe 2,5 g Magnesium 9,0 mg Folsäure 73 µg
Eisen 0,5 mg
Fluor 12 µg
Quelle der Nährwertangaben: DEBInet Deutsches Ernährungsberatungs- und informationsnetz

Tipp

Spitzkohl ist bereits im Frühjahr im Handel. Frischen Spitzkohl sollte man schnell verbrauchen, denn wegen seiner zarten Struktur ist er nur 2-3 Tage haltbar. Zum Aufbewahren wickelt man den Kopf am besten wie frischen Spargel in ein feuchtes Küchentuch.

Palmkohl – Il Padre

SchwarzkohlEiner der ältesten Blattkohle ist der Palmkohl. Er gilt als Ursprung für viele andere Kohlpflanzen, wie z.B. Wirsing- und Rosenkohl. Vor allem der Wirsing ähnelt mit seinen krausen strukturstarken Blättern sehr dem Vater. Als wahrer Riese unter den Kohlpflanzen ragt der Palmkohl majestätisch bis zu 3 Meter in die Höhe. Der palmartige Wuchs und die schwarzgrünen, nach unten gerollten Blätter geben ihm ein vornehmes Aussehen. Etwas Vornehmes kann sogar sein holziger Trieb haben. Früher wurden aus diesem Spazierstöcke fabriziert.

Weitere Bezeichnungen

Toskanischer Kohl, Schwarzkohl, Cavalo nero

Wo kommt er her?

Der Palmkohl stammt, wie andere Kohlarten auch, ursprünglich aus der Mittelmeeregion. Der Südländer gehört zu den Kohlarten, die nicht frosthart sind. Deshalb ist es vielleicht ganz in seinem Sinne, dass er traditionell besonders viel in der Toskana angebaut wird.

Wie schmeckt er?

Palmkohl erinnert geschmacklich an Grünkohl light.

Was steckt drin?

Auch für diese Kohlsorte gilt: Arm an Kalorien, dafür reich an Vitaminen. Unter anderem enthalten die Blätter Carotin und B-Vitamine. Ebenso dienen sie als Vitamin C-Spender. Diese Form des Gemüsekohls kommt auf einen durchschnittlich hohen Anteil an Chlorophyll und stellt somit viele Nährstoffe bereit. Das Nährstoffgefüge von Palmkohl ist vergleichbar mit dem von Grünkohl.

Tipps

Zum Verzehr sollte man jüngere, zartere Blätter des Palmkohls vorziehen, da die älteren Blätter sehr faserig und trocken werden können. Im Kühlschrank lässt er sich meist problemlos länger als eine Woche aufbewahren.

Wer Lust hat, Palmkohl einmal im Grünen Smoothie auszuprobieren, hier gibt es ein köstliches Rezept.

Mehr Infos zum Thema Kohl gibt es hier.

 

 

 

Katharina von GrüneSmoothies.de

Katharina von GrüneSmoothies.de

Berlin-Alexanderplatz, 2012, ein heißer Sommertag auf der Rikscha. Ich bin erschöpft und unterzuckert, habe Wadenkrämpfe und keine Lust auf Magnesiumbrause. Da kommt Konrad um die Ecke mit einer Glasflasche, gefüllt mit dickflüssigem Grün. “Trink! Aber langsam!” Das war mein erster Grüner Smoothie. Etliche Liter an Grünem folgten. Sowie etliche Kilometer auf der Rikscha. Ohne Wadenkrämpfe. Der Grüne Smoothie ist für mich mittlerweile zu einem vitalen Wegbereiter in allen Lebenslagen geworden. Und das Brüllen des Mixers am Morgen hat meinen Wecker ersetzt.

Katharina Göbel ist Blog-Redakteurin.

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4 Kommentare

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Hallo liebes Team,

Ich habe ein Problem. Mein PC funktioniert leider erst heute wieder, habe von euch leider heute erst die erste Mail erhalten können.? Könnt ihr mir bitte alles nochmal schicken, ich wollte ja so gerne teilnehmen.?

❤️ Lichste Grüße Simone

Katharina von GrüneSmoothies.de
Katharina von GrüneSmoothies.de

Liebe Simone, Carla hat Dir eine Mail geschrieben. Liebe Grüße Katharina.

Hallo liebes Grüne Smoothies-Team,

ich habe letzte Woche einen Spitzkohl auf dem Wochenmarkt gekauft. Nun war ich fünf Tage geschäftlich weg. Der Spitzkohl, den ich im Kühlschrank gelagert hatte, ist nun weder gelblich verfärbt noch riecht er irgendwie ungut. Ich habe heute auch einen Smoothie davon gemacht und der hat auch gut geschmeckt. Ich würde jetzt wirklich ungern den Rest einfach wegwerfen... Ist der Spitzkohl denn nun wirklich schon "schlecht"?

Liebe Grüße Angela

Katharina von GrüneSmoothies.de
Katharina von GrüneSmoothies.de

Liebe Angela, aus der Ferne ist es jetzt natürlich etwas schwierig für mich zu sagen, ob Dein Spitzkohl noch gut ist. Generell ist Spitzkohl auf Grund seiner zarten Struktur nicht so lange haltbar wie andere Kohlsorten, sondern sollte spätestens nach 2-3 Tagen Lagerung verarbeitet werden. Falls er aber noch nicht komisch aussieht und Dein Smoothie mit ihm auch geschmeckt hat, scheint Dein Spitzkohl ja noch gut zu sein. Liebe Grüße Katharina.

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