Goji (Wolfsbeere)

Eingestellt von am 01.05.2014
gojis

Die Gojibeere
Lycium Barbarum

Klein aber fein, ist sie, die kleine leuchtend rote Beere, die zur Zeit in aller Munde ist. Das sie sich so großer Beliebtheit erfreut, liegt an ihren vielen gesundheitsfördernden Eigenschaften..

Art und Herkunft

„Goji“ ist die im englischsprachigen Raum verwendete Bezeichnung für die Beere des Strauches, den man hierzulande unter dem Namen „Gemeiner Bocksdorn“ oder „Chinesische Wolfsbeere“ kennt. Der Gemeine Bocksdorn (Lycium barbarum) ist ein sommergrüner, laubwechselnder Strauch, der bis zu vier Meter hoch werden kann. Er zeichnet sich besonders durch seine winterharte Kälte- und Frostresistenz aus, die ihn auch in kälteren Regionen mit bis zu -25°C anbauen lässt. Das erklärt seine Herkunft. In China, der Mongolei und Tibet beheimatet, wird der Strauch als Zierpflanze genutzt, die Beere ist seit Tausenden von Jahren fester Bestandteil der chinesischen Küche. In der Traditionellen Chinesische Medizin (TCM) wird sie zur Förderung der Gesundheit und zum Erhalt eines langen Lebens verwendet. Heute ist der Strauch als Kulturpflanze in Europa, Nordamerika sowie Nordafrika und in Australien und Neuseeland zu finden. Bei uns findet er hauptsächlich im Osten Deutschlands starke Verbreitung. Die Gojibeere wächst also nicht nur in China – wie allgemein bekannt – sondern auch direkt „incognito“ vor unserer Haustüre!

Die Blätter des Strauches sind lanzenförmig und graugrün, die trichterförmig gespreizten Blüten des Strauches sind rosa-violett. Die leuchtend roten oder gelb-orangen Früchte sind länglich eiförmig und erinnern im getrockneten Zustand an Rosinen. Die Samen der Früchte werden hauptsächlich mit Hilfe der Tiere, die sie fressen, verbreitet.

Die wertvollen Inhaltsstoffe

Die reifen Beeren werden nach der Ernte entweder getrocknet oder direkt frisch zu Saft verarbeitet. Ich ziehe die getrockneten kleinen Gojis dem Saft vor. Erstens enthalten sie weit mehr der wertvollen Inhaltsstoffe und zweitens sind sie einfach so vielseitig zu verwenden. Wie immer ist es natürlich auch hier wichtig auf die Qualität zu achten und die Herkunft der Beeren zu überprüfen. Nicht biologisch angebaute Beeren enthalten mehr Giftstoffe als Inhaltsstoffe, werden bestrahlt, mit Pestiziden und Chemikalien behandelt, die so giftig sind, das sie nicht eingeatmet werden dürfen und zu schwersten gesundheitlichen Folgen führen – also Finger weg davon.

Gojibeeren weisen eine unglaublich hohe Konzentration an Vitaminen und Mineralstoffen auf und gehören zu den nährstoffreichsten Früchten der Erde. Sie enthalten unter anderem Vitamin C, Vitamin K, Vitamin, B1, Vitamin B2, Eisen, Kupfer, Nickel, Chrom, Magnesium, Natrium, Kalzium und viele essentielle Aminosäuren. Mit 4000 mal mehr Antioxidantien als die gleiche Menge Orangen, ist sie ein wahrer Jungbrunnen und erfreut sich wohl auch aufgrund dieser Eigenschaft der Beliebtheit von Hollywoodstars.

Im TCM wird die Gojibeere bei Diabetes und Bluthochdruck eingesetzt, zur Erhaltung gesunder Augen, zur Versorgung von Leber und Nieren sowie zur Steigerung von Energie, Ausdauer und sexueller Leistungsfähigkeit genutzt. Neben reichlich Vitamin C und E, enthält sie auch Carotinoide wie Beta-Carotin und Lycopen sowie wertvolle Polyphenole wie Flavonoide und Ellagsäure. Doch zu den wichtigsten und aktivsten Wirkstoffen der Gojibeeren gehören die Lycium barbarum-Polysaccharidprotein-Komplexe, die auch unter dem Kürzel LBP bekannt sind. Die aus langen Zuckerketten und Aminosäuren bestehenden Komplexe, sind nicht nur hochwirksame Antioxidantien und Entzündungshemmer, sondern die Anti-Aging-Wirkstoffe gegen oxidativen Stress. Außerdem sind LBP-Komplexe Immunstimmulantien, die zur Steigerung der Leukozytenaktivität (Aktivität der weißen Blutkörperchen) beitragen, und Makrophagen, T-Zellen und Killerzellen unterstützen um den Körper vor schädlichen Einflüssen und Eindringlingen zu schützen. Wissenschaftler haben sogar nachweisen können, dass die LBP-Komplexe auch die Selbstzerstörung von Krebszellen auslösen können. Zudem erhöhen sie die Libido. Sie verbessern die sexuelle Leistungsfähigkeit, die Qualität und Beweglichkeit der Spermien und üben eine Schutzfunktion auf insbesondere die männlichen Fortpflanzungsorgane aus.

Wenn der Stoffwechsel in Schwung kommen soll, ist neben Avocados der Genuss von Gojibeeren äußerst sinnvoll. Sie fördern Energie und Ausdauer, indem sie eine balancierende Wirkung auf die Darmtätigkeit haben. Eine Verbesserung der Verdauungstätigkeit führt unter anderem auch zu mehr Ausgeglichenheit, weniger Stresssensibilität unter gesteigertem Wohlbefinden.

Sonnenschutz von Innen

Sonnenschutz kann man essen! Lebensmittel wie die Gojibeere, die reich an Antioxidantien sind, können zur Stärkung der hauteigenen Abwehrkräfte beitragen. Regelmäßig verzehrt kann man die schädlichen Auswirkungen von Ultraviolettstrahlung, wie zum Beispiel Entzündungen durch Sonnenbrand, verringern. Außer in Gojibeeren sind Sonnenschutz bietende Antioxidantien auch in Äpfeln und Zwiebeln, dem kurkumareichen Gelbwurz, selenhaltigen Paranüssen und resveratrolhaltigen Weintrauben zu finden.

Geschmack

Die Beeren schmecken säuerlich-süß-herb, wenn das kein Geschmackserlebnis ist! Die im getrockneten Zustand harten Beeren erhalten durch das Einweichen in Wasser oder frischem Fruchtsaft eine weiche und sehr zarte Konsistenz, so das sie förmlich im Mund zerschmelzen. Im harten Zustand sind sie perfekt geeignet um daraus ein köstliches Studentenfutter oder Energie spendende Riegel für unterwegs zu zubereiten. Ob in Schokoladen, Pralinés, Müslis, Salaten, Suppen oder als geschmacks- und farbgebende Zutat in einer Soße – Gojis sind immer eine Bereicherung. Für Auge, Gaumen und Körper. Ich mag Gojis in jeder Variation und finde immer eine Möglichkeit sie ins Essen zu integerieren. Am liebsten „on top“ eines Smoothies oder im Salat. Sehr lecker: Wer den Geschmack der Gojibeere intensivieren möchte, kann sie mit Kokosmus im Verhältnis 1:1 mischen. Das Kokosmus hebt den charakteristischen Geschmack der Beere eindrucksvoll hervor, und das auf äußerst leckere Art und Weise. Lasst es Euch schmecken!

Weil es mir am Herzen liegt

Biologisch angebaute Lebensmittel sind zwar teurer als die aus der konventionellen Produktion, aber der Preis ist es wert. Ist das biologische Produkt zu teuer ist es oft besser ganz darauf zu verzichten. Ein weniger an Preis bedeutet immer ein mehr an gesundheitsschädigenden, krebsfördernden Substanzen. Auch wenn man es manchmal nicht glauben mag, ist es leider die Wahrheit. Abgesehen von den schlimmen umweltspezifischen Aspekten, trägt man so nur zur einer Vergiftung des eigenen Körpers bei. Ausnahme ist: Der Bauer von nebenan oder der eigene Garten. Ich kenne viele Landwirte und Bauern, die sich entweder kein Biosiegel leisten können oder bewusst darauf verzichten, weil sie das normal gültige Biosiegel für Verbraucherbetrug und Schwindel halten. Wer kann ist am besten damit bedient auf Demeter Produkte zurück zu greifen. Das Demeter-Siegel hat hohe Auflagen und Standards und wird von Menschen vertreten, die auch nach diesem Ideal leben.

Eigentlich sollte alles was wir essen biologischer Herkunft und frei von Schadstoffen sein – so hat es die Natur vorgesehen. Wer Informationen zu diesem Thema sucht, kann sich mit den Grundsätzen biologisch dynamischer Landwirtschaft vertraut machen oder sich in die naturimmanenten Geheimnisse der Permakultur einarbeiten. Das Leben bietet so viel mehr!

Interessant

Die chinesischen Provinz Ningxia ist das für die Wolfsbeere älteste Hauptanbaugebiet der Erde. Die einheimische Bevölkerung verehrt den Strauch aufgrund seiner herausragenden gesundheitlichen Bedeutung so sehr, das sie ihm einen eigenen Feiertag gewidmet haben!

Wenn das kein Statement ist. Tun wir es ihnen gleich, und verlieben wir uns in die bezaubernde Gojibeere.

 

Viel Freude beim Experimentieren!

Alles Liebe,
Stephanie

Grüne Smoothies

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