Im Brennpunkt: Das Kalorienkonzept

Eingestellt von am 28.02.2013
kalorien

Die Verbindung grüner Smoothie und Kalorien(-überschuss) liegt nicht notwendigerweise auf der Hand. Und trotzdem: Auch dieses „Spezial“ hat seinen Grund:
Genau genommen sind es derer zwei:

  • Immer wieder hören wir die Frage: „Kann man mit grünen Smoothies auch abnehmen?“
  • Immer wieder treffen wir auf (Markt-)Stände, die einen (hyperkalorischen) grünen Smoothie anbieten, der so gar nichts mit dem Reinheitsgebot zu tun hat!

 

Aus gegebenem Anlass also das heutige Spezial.

 

Die Sache mit den Kalorien…

Kalorien aus schulwissenschaftlicher Sicht

Und ab geht’s: Eine Kalorie ist die Menge an Wärmeenergie, die benötigt wird, um ein Gramm Wasser von 19,5 auf 20,5 Grad zu erwärmen.

Ernährungswissenschaftlich betrachtet bedeutet das: Der Energiegehalt der Nahrung wird als Wärme berechnet, die bei vollständiger Verbrennung der Nährstoffe (Kohlenhydrate, Fette und Proteine) unter Sauerstoffzufuhr frei wird. Hierfür wird die obig genannte Maßeinheit „Kalorie“ (cal) bzw. Kilokalorie (kcal) verwendet.

Anmerkung: Die internationale Einheit Joule (J) hat sich zumindest in der Ernährungswissenschaft nicht durchsetzen können (1 cal = 4.186 J).

 

Die bei vollständiger Verbrennung gebildete Wärme wird auch als physikalischer Brennwert bezeichnet. Für Kohlenhydrate beträgt er durchschnittlich 4,1 kcal/g, für Fett 9,3 kcal/g und für Protein 5,5 kcal/g.

Das war’s… noch nicht! Denn neben dem physikalischen, unterscheidet die Ernährungswissenschaft einen physiologischen Brennwert. Dieser bezeichnet den Energiegehalt der Nahrung, der dem Körper tatsächlich zur Verfügung steht, also physikalischer Brennwert abzüglich der Nahrungsenergie, die über Kot und Harn verloren geht. Für Fett und Kohlenhydrate gilt: Der physiologische entspricht weitestgehend dem physikalischen Brennwert. Bei Proteinen hingegen liegt der physiologische mit 4,1 kcal/g (deutlich) unterhalb des physikalischen Brennwerts.

 

Die Ernährungswissenschaft wäre keine Wissenschaft, wenn Sie die durch und durch starre Idee der Kalorien nicht zu einem systematischen Ansatz weiterentwickelt hätte, aus dem sich konkrete Zufuhrempfehlungen ergeben.

Auf Basis durchschnittlicher Referenzmaße wie Körpergröße, Körpergewicht, Geschlecht, Alter und – Achtung – Aktivität werden durchschnittliche tägliche Zufuhrmengen von Nahrungsenergie bzw. Nährstoffgruppen (Kohlenhydrate, Fette und Proteine) empfohlen.

Mit anderen Worten: Durchschnittsempfehlungen für Durchschnittsmenschen. 

 

Es gibt sicher Schlimmeres als das soeben vorgestellte Kalorienkonzept – und trotzdem, zumindest angemerkt sei, dass dieses Konzept nicht geeignet ist die Realität auch nur ansatzweise zu abzubilden:

  1. Es wurde unter „idealen“, d.h. irr-realen Laborbedingunen festgelegt.
  2. Es entspricht in keinster Weise der Komplexität unseres Organismus.
  3. Es führt zu Stress.

 

Christian Opitz hat in seinem Buch „Befreite Ernährung“ einige schöne Anekdoten aufgelistet, die aufzeigen, wie lächerlich Kalorienzählen anmuten kann.

Nichtdestotrotz, offensichtlich ist es so, dass sehr viele Menschen die Sehnsucht nach einem starren, sicherheitgebendem oder besser: –suggerierendem System haben. (Ich war – back in the days – nicht anders: Viel Sport. Viel Fitnessstudio. Viel Kaloriengezähle. Heute erreiche ich die gleichen Ziele ganz ohne Kaloriengezähle und den (oftmals) damit verbundenen (sozialen) Stress.)

Macht grüner Smoothie dick?

Die Antwort, kurz und knapp: Nein!

Die Antwort allerdings gilt unter folgender Einschränkung: unserem Reinheitsgebot.

Wer an Kalorien hängt, der kann auch zählen, Kalorien nämlich. Hier ein Beispiel (für einen Einsteigersmoothie):

  • Grünkohl: ca. 25 kcal / 100 g
  • Spinat: ca. 25 kcal / 100 g
  • Banane: ca. 90 kcal / 100 g
  • Apfel: ca. 50 kcal / 100 g

 

Alle weiteren Zutaten, sprich: Ingwer, Salz, Wasser und Gewürze bzw. Kräuter sind hier nicht mit aufgeführt. Alle Angaben beziehen sich auf 100 Gramm, eine Menge die pro Zutat natürlich nicht erreicht wird!

Mit einem solchen Smoothie zuzunehmen fällt schwer, außerordentlich schwer.

Extern trinken: ein grüner Smoothie am Stand

Wer seinen Smoothie grundsätzlich außer Haus trinkt oder ihn nach Rezepten macht, die dem Reinheitsgebot nicht entsprechen, der kann sein „grünes Wunder“ erleben.

Grüne Smoothies an den allermeisten Marktständen sind darauf „getrimmt“ nicht nur süß zu schmecken, sondern auch süß zu sein. Oftmals kommen (reichlich) Agavendicksaft, Datteln und Bananen zum Einsatz. Allesamt überaus potente, überaus kalorienreiche Süßungsmittel.

Solche Smoothies sollten immer die Ausnahme, niemals die Regel sein!

 

Insofern gilt  für Alle: Haltet Euch an das Reinheitsgebot. Und hört auf  Euer Körpergefühl.

 

Fastenwochen mit grünen Smoothies

Zum Abschluss noch etwas themenrelevantes: (Voraussichtlich) in der Woche vom 18. 03. bis 24. 03. 2013 findet eine ärztlich betreute Fastenwoche mit Dr. Christian Guth auf grünesmoothies.de statt. Wer will macht „live“ mit, sprich: richtet sich für diese Woche darauf ein. Alle anderen Interessierten fasten ganz einfach dann, wenn Sie Zeit und Lust haben. In jedem Fall liefert Euch unsere Fastenwoche alle dazu notwendigen Informationen!

 

Soviel für heute.

Liebe Grüße!

Carlos

Carlos

Carlos

Carlos trinkt seit vielen Jahren Grüne Smoothies und ist Blogger der ersten Stunde von GrüneSmoothies.de. Als ausgebildeter Ernährungs- und ganzheitlicher Gesundheitsberater sowie Personal Coach beschäftigt er sich intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Ernährung und Gesundheit. Ihn zeichnet seine leidenschaftliche Skepsis und Neugierde aus, denn er will es meistens ganz genau wissen.
Carlos vertritt die Auffassung, dass „Ernährung die vielleicht wichtigste Variable zur Gesunderhaltung ist, auf die jeder Mensch am besten Einfluss nehmen kann.“ Grüne Smoothies sind für ihn ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Ernährung, weil sie den Körper natürlich, einfach und wirkungsvoll mit allem versorgen, was er für einen guten Start in den Tag braucht.

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7 Kommentare

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Lieber Carlos,

Da denk ich bei den angegebenen Nährstoffwerten für grüne Smoothies eher an die Kohlenhydrate als an die Kalorien, und zwar wegen der Broteinheiten (z. B. Diabetes): Zwei Bananen können ja bereits auf 4 BE kommen, was für eine Mahlzeit ja okay ist, aber es lässt den Blutzucker doch erheblich und rasch steigen ... Gibt es keine speziellen Rezepte, die beispielsweise auf Diabetiker ausgerichtet sind?

Gute Grüße!

Katharina von GrüneSmoothies.de
Katharina von GrüneSmoothies.de

Liebe Marie, speziell auf Diabetiker ausgerichtete Rezepte haben wir leider nicht. Bei der Rezeptewahl spielt ja auch eine Rolle, welche Art von Diabetes Du hast, ob Du selbst durch mehrmaliges Zuckermessen am Tag die Insulinmenge bestimmst, etc. Deshalb solltest Du bezüglich der Zutaten im Grünen Smoothie bitte Rücksprache mit Deinen behandelnden Ärzten führen.
Eine Obstsorte, die für Diabetiker sehr geeignet ist und auch gut in einen Grünen Smoothie passt, ist die Heidelbeere sowie sämtliche andere dunkle Beeren wie z.B. Brombeeren, schwarze Johannisbeeren. Je dunkler die Früchte sind, desto mehr Anthocyanen enthalten sie. Diese sekundären Pflanzenstoffe geben den Beeren nicht nur ihre blaue Farbe, sondern sollen auch den Blutzuckerspiegel regulieren. Liebe Grüße Katharina.

Danke für deine "Befreiung" vom Kalorien-Terror...ich bin in den 80er Jahren mit diesen schlimmen "1000 Kalorien pro Tag"-Diãten in Kontakt gekommen und leide seitdem unter meinen "Jojo"-Gewichtsschwankungen. Die grünen Smoothies haben es mir sehr erleichtert, von zu vielen Kohlehydraten in Verbindung mit Fett umzusteigen auf zumindest mehr Obst. Nun würde mich noch interessieren, was das von dir erwähnte "Reinheitsgebot" ist, leider funktioniert die Verlinkung im Text nicht. Danke im Voraus und Frühlingsgrüße!

Katharina von GrüneSmoothies.de
Katharina von GrüneSmoothies.de

Liebe Stefanie, "Reinheitsgebot" ist vielleicht ein etwas zu starkes Wort, für das was gemeint ist. Mit dem "Gebot" meinen wir, das ein Grüner Smoothie eigentlich nur aus folgenden drei Komponenten bestehen sollte: 50% reifes Obst oder Fruchtgemüse (z.B. Tomaten, Paprika, Avocado), 50 % Blattgrün sowie gutes Wasser (möglichst aus Glasflaschen oder gefiltertes Wasser). Auf Wunsch kann sich 50/50 auch zum 40/60 in beide Richtungen entwickeln. So wie es jeder am liebsten mag. Liebe Grüße Katharina.

Hallo Carlos,

ach, so ist es gemeint...ich hatte es so verstanden, daß 100 Gramm pro Zutat nicht verzehrt würden...deswegen habe ich mich gewundert...bei mir liegen die Mengen pro Zutat nämlich immer über 100 Gramm...rein vom Gefühl her...ich wiege die Zutaten für den grünen Smoothie weder ab noch habe ich jemals Kalorien gezählt!!!

Besten Dank und liebe Grüße,

Claudia

Lieber Carlos,

Du schreibst: "Alle weiteren Zutaten, sprich: Ingwer, Salz, Wasser und Gewürze bzw. Kräuter sind hier nicht mit aufgeführt. Alle Angaben beziehen sich auf 100 Gramm, eine Menge die pro Zutat natürlich nicht erreicht wird!"

Meinst Du die weiteren Zutaten, wie Ingwer, Salz usw., die 100 Gramm natürlich nicht erreichen?

Danke Dir schon jetzt!

Liebe Grüße, Claudia

Carlos

Hallo Claudia!

Damit ich meine ich, dass man in den wirklich seltensten Fällen 100g Spinat und 100g Grünkohl und 100g Feldsalat (oder was auch immer) erreicht, sprich: Wer unbedingt Kalorien zählen möchte, der muss alles auf die Waage legen und dann entsprechend runterrechnen.

Kalorien für Ingwer usw. muss noch wirklich keiner berechnen.

Und eigentlich sollte auch kein halbwegs vernünftiger Mensch Kalorien für Grünzeug berechnen. Das ist irre. Und glaub mir, ich hab' - back in the days - mal sehr intensiv Muskeltraining betrieben, inkl. rigidem Ernährungsplan. Da zählst Du die Kalorien von ziemlich Allem - mit einer Ausnahme: GRÜNZEUG 🙂

Liebe Grüße!
Carlos

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