Erdbeeren

Eingestellt von am 26.05.2014
Erdbeere_GS

DIE ERDBEERE 
THE STRAWBERRY / LA FRAISE / LA FRESCA / LA FRAGOLA

Die gesunde Verführung.

Die Erdbeere ist die mit Abstand beliebteste unter den Beerenfrüchten. Eine Frucht, die dem Paradies entstammt – herzförmig, süß und unschuldig – zugleich verführerisch saftig und fleischig. Ihr Aroma ist unvergleichlich. Ihr leuchtendes Rot und ihr betörender Duft üben eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Mensch und Tier aus. Erdbeerzeit ist bei uns von Mai bis Juli. Der bloße Gedanke an Erdbeeren lässt den meisten Menschen das Wasser im Munde zusammenlaufen. Nicht ohne Grund denkt man an den schönen Erdbeermund!

Die Erdbeere trägt den Genuss schon in sich. Man kann sie nicht verschlingen oder nebenbei essen – sie verlangt nach Aufmerksamkeit und Widmung. Erdbeeren isst man am besten in Ruhe mit Muße, am liebsten im Garten unter blauem Himmel. Wer das Erdbeer-Abenteuer sucht, kann, ungebändigt wie Kindertagen, freudig auf das Erdbeerfeld laufen oder im eigenen Garten pflücken und Erdbeerlust nachgehen. Direkt vom Strauch in den Mund – ein erfüllendes Erlebnis, auf das ich nicht verzichten möchte.

Doch frische Erdbeeren sind nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund und schon seit Urzeiten ein bewährtes Heilmittel. Dabei ist die Königin der Beerenfrüchte im botanischen Sinne keine Beere, sondern ebenso wie Himbeere und Brombeere eine Samenfrucht, genauer eine Sammelnussfrucht.

Art und Herkunft

Die Erdbeere (Fragaria) ist eine krautige Staude, die zur Gattung der Rosengewächse (Rosaceae) und damit derselben Pflanzenfamilie wie Apfel, Kirsche und Quitte angehört. Erdbeeren lieben nährstoffreiche Böden und gedeihen in freier Natur zwischen Büschen und an Wald- und Wegrändern. Die eigentlichen Früchte der Erdbeere sind die kleinen gelben Nüsschen, die sich auf dem Fruchtfleisch befinden.

Bedeutung als Heilpflanze

Als Heilpflanze fand die Walderdbeere nachweislich erstmals im Mittelalter durch Hildegard von Bingen Erwähnung. Sie fand heraus, dass die kleinen Beeren

  • blutreinigend und
  • harntreibend wirken und die
  • Reinigung von Leber und Niere unterstützen
  • ein Tee aus deren gerbstoffreichen Blättern Soforthilfe bei Stoffwechselproblemen wie Durchfall und Verstopfung bringt und
  • Menstruationebeschwerden lindert

Der, schon im letzten Artikel erwähnte, bekannte, schwedische Botaniker Linné, kurierte sich mit Erdbeeren in Mengen von seiner Gicht, während der Pfarrer Kneipp sie in der Rehabilitationsphase nach Krankheiten zum Aufbau empfahl.

Rezept: Erdbeer-Blätter-Tee

Tee aus Erdbeerblättern wirkt innerlich kühlend und beruhigend. Zudem ist er nicht nur ein wiederentdecktes Heilmittel bei Magen- und Darmstörungen sowie leichtem Durchfall, das Trinken und Gurgeln verhilft auch bei entzündlichen Schleimhäuten im Mund- und Rachenraum zu Linderung. Wer einen Obstgarten hat, ist hier deutlich im Vorteil. Für alle anderen ist die Mischung in der Apotheke erhältlich.
Man nehme:

  • 20g Erdbeerblätter
  • 10g Himbeerblätter
  • 10g Brombeerblätter
  • 10g Pfefferminze

2 Esslöffel mit 500 ml Wasser ansetzen und zum Sieden bringen. Dann 5 Minuten ziehen lassen und abseihen. Wohlschmeckend und beruhigend. Ein Sud der Blätter und Stiele kann als Tinktur bei Schürfwundenund kleineren Verletzungen aufgetragen werden. Diese schützt die Wunde vor Infektionen und unterstützt die Wundheilung.
Wer auf Erdebeeren allergisch reagiert, sollte sie natürlich keinesfalls essen, kann aber den Tee probieren. Nach einer Weile kann man überprüfen, ob eine Allergie noch immer besteht, indem man vorsichtig eine Erdbeere probiert und eine Weile wartet. Manchmal stellt sich der Körper um, und Allergien verschwinden so einfach wieder, wie sie gekommen sind.

Wirkung und Inhaltsstoffe

Erdbeeren enthalten vor allem Vitamin A, das gut für die Haut ist, B-Vitamine, wie Folsäure und Biotin, die unter anderem verantwortlich für Stoffwechsel und Nerven sind, und mehr Immunsystem und Abwehrkräfte stärkendes und Stoffwechsel regulierendes Vitamin C als die gleiche Menge Zitronen oder Orangen. Neben Zink, Kupfer und Mangan enthalten sie die wertvollen Polyphenole, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören und antibakteriell wirken sowie Herzerkrankungen und Krebs vorbeugen.
Die Blätter der Erdbeere enthalten neben den vor allem entzündungshemmenden Gerbstoffen auch immunstärkende und entgiftende Flavonoide sowie natürliche Salicylsäure, die in der Medizin Verwendung bei der Behandlung von Akne, Hühneraugen und Warzen findet.

Geschmack und Verwendung

Erdbeeren könnten nicht vielfältiger zu verwenden sein. Man kann sie zu Marmelade, Konfitüre oder Kompott verarbeiten oder sie in Müslis, Obstsalate oder Joghurts schneiden. Sie eignen sich als Eisbasis ebenso gut wie als Grundzutat einer Obstkaltschale im Sommer. Genauso unwiderstehlich sind Erdbeer-Smoothies oder Erdbeerkuchen.

Die jungen Blätter der Erdbeere eignen sich hervorragend als Zutat für den Grünen Smoothie. Ich mag Erdbeeren am liebsten ganz pur – ohne alles. Auch lecker ist Fruchteis aus der reinen Frucht oder ein Mandelmilch-Erdbeer-Shake oder Bananen-Erdbeer-Smoothie. Übrigens sind Erdbeeren eine wirklich perfekte Smoothie-Zutat!

Vorweg-TIPP: Die Erdbeere am besten mit kleinem grünen Stiel und Blätterchen waschen. Das verhindert das Eindringen von Wasser und das „Verwässern“ des wundervollen Geschmacks.

REZEPTE

EISCREME  (ohne Zucker oder Milch)

Man nehme:

  • 4 gefrorene Bananen
  • 3 Handvoll Erdbeeren
  • 1 Prise Vanille

Alles in den Mixer – fertig ist ein Eis auf Basis gefrorener Bananen!
Bananen im Eis-Aggregatzustand ersetzen Zucker und Eis und sorgen für Cremigkeit. Heraus kommt das neue Lieblings-Eis! So kann man auch viele andere leckere und gesunde Eissorten ganz einfach selbst herstellen. Alles was ihr braucht, sind gefrorene Bananen und frische Früchte als Basis. Ebenso funktioniert es auch mit vielen anderen Zutaten, wie zum Beispiel Himbeeren und Kokosmilch. Wer experimentierfreudig ist, kann mit rohem Kakaopulver, Lucuma und vielen anderen Gewürzen interessante neue, leckere Eissorten selbst entwickeln!

ERDBEERKALTSCHALE mit SPEZIAL-VANILLESOSSE

Dieses Rezept kommt von meiner Oma und sollte daher besonders in Ehren gehalten werden.

Man nehme:

  • 2 Handvoll Erdbeeren
  • 2 Handvoll Himbeeren
  • 2 Handvoll Blaubeeren
  • 2 Handvoll Nektarinen

Alles klein schneiden. Eine Hälfte in den Mixer geben und fein pürieren. Anschließend das feine Obstpüree mit den verbliebenen kleingeschnittenen Stückchen vermischen und in Schälchen füllen. Fertig ist die Kaltschale!
Wer möchte, kann mit Vanille, Zimt, Anis und Orangenöl abschmecken. Vanillesoße: 2 Bananen, 1 Messerspitze Vanille mit etwas Kokos- oder Nussmilch im Mixer ganz fein pürieren und in ein kleines Kännchen füllen. Fertig!

IDEE: Wer’s optisch besonders ansprechend oder romantisch mag, kann die köstliche und gesunde Interpretation einer Beerenkaltschale mit Rosenblättern garnieren.


ERFRISCHENDE ERDBEERBOWLE 
– Die perfekte Erfrischung an einem heißen Tag!

Man nehme:

  • 4 Handvoll Erdbeeren
  • 1 Limette
  • 1 Büschel Pfefferminze (Nana- oder Krautminze)
  • 3 Liter (energetisiertes, vitalisiertes, gereinigtes) Wasser
  • Eiswürfel

Die Erdbeeren klein schneiden, die Limette in dünne Scheiben schneiden, die Pfefferminze blattweise abzupfen. Alles in eine große Bowleschüssel mit 3 Liter Wasser geben. Wer möchte, kann alternativ auch Holunderblüten anstelle der Minze dazugeben, sollte dann aber auch die Limette durch Zitronen- oder Orangenscheiben ersetzen. Wichtig: Die Zitrusfrüchte auf jeden Fall mit der Schale hinein geben, denn genau diese sorgt für das intensive Aroma. Alles gut ziehen lassen, für mindestens 2 Stunden. Fertig!

IDEE: „Eiswürfel wie Bernstein“
In die Eiswürfelformen kleine Minzeblätter oder Holunderblüten geben, dann sehen die Eiswürfel später auch noch schön aus und erfreuen.


SOSSEN, MARMELADE UND KONFITÜRE

Ich liebe die Erdbeermarmelade meiner Mutter und habe den Hang zum „Marmelademachen“ schon mit der Muttermilch aufgesogen. Marmeladen sind immer lecker und beglücken jederzeit als Geschenk. Aber warum nicht mal frische Marmeladen = Fruchtaufstriche aus dem purem Obst verschenken? Sie sind nicht nur als Brotaufstrich, sondern ebenso köstlich als Soßen, Dessert oder Dressingzutat zu verwenden.
Nur in roher, nicht erhitzter Form bleiben alle wertvollen Inhaltsstoffe und die Kraft der Natur enthalten. … Gesundes kann soooo lecker sein!

Qualität und Größe

Die kleineren Beeren sind immer aromatischer als die großen, meist wässrigen, künstlich übergroßen. Die dunkelroten haben ein intensiveres Aroma als die helleren. Außerdem enthalten sie mehr sekundäre Pflanzenstoffe und sind leichter zu verdauen. (Natürlich trifft dies auch auf alles andere reife Obst zu.) Beim Kauf von Erdbeeren sollte man die biologisch angebauten Erdbeeren den mit chemischen Düngern behandelten vorziehen. Transportiert und gelagert werden sollten die Beeren am besten mit genügend Platz in einem Körbchen oder auf einem Tablett. Sonst entstehen Druckstellen, die sehr schnell zu faulen beginnen.

Wald- und Gartenerdbeere

Aus archäologischen Funden lässt sich schließen, dass die Erdbeere bereits in der Steinzeit bekannt war. Großflächig kultiviert wurde sie, Aufzeichnungen zufolge, allerdings in Form der Walderdbeere (Fragaria vesca) erstmals im Mittelalter. Die heutzutage sehr beliebte Form der Gartenerdbeere verdrängte die kleinere Walderdbeere. Doch stammt unsere Gartenerdbeere nicht wie oft angenommen von der wilden Walderdbeere ab. Die uns bekannte Erdbeere existiert erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts und ist das Ergebnis einer in Holland künstlichen Kreuzung der amerikanischen Scharlach- und Chile-Beere, der Ananas-Erdbeere, Urmutter unserer Erdbeeren.

Mittlerweile gibt es über 1000 verschiedene Erdbeersorten, von denen nur 20 sehr ertragreiche, nicht anfällige Sorten großflächig angebaut werden und die älteren Formen der Erdbeere komplett verdrängt haben. Selbst die Walderdbeere, die in der freien Natur überall wild wächst, verliert zunehmend an Bedeutung. Dabei ist ihr Geschmack ungeheuer intensiv und wildromantisch. Erkennen kann man sie an ihren kleinen Erdbeer-typischen Blättern, unter denen sich die dunkelroten runden Beeren verstecken. Wer beim nächsten Spaziergang bewusst schaut, was am Wegesrand wächst und wuchert, wird bestimmt auch die kleine, unscheinbare und so aromaintensive Walderdbeere finden.

Erdbeeren für Selbstversorger

Erdbeerpflanzen eignen sich hervorragend zum Selbstpflanzen und –ernten. Wer keinen eigenen Garten hat, kann Blumenampeln, Balkonkästen oder Pflanzkübel mit den üppig grünen, mehrjährigen Pflanzen verschönern.
Regelmäßiges Gießen und ein sonniger Platz, bringen jede Erdbeere zum Blühen. Wer wie ich Glück hat, wird von seiner Topferdbeere von Anfang Juni bis in den späten Herbst hinein beschenkt. Überwintern können die Pflanzen draußen an der Luft, nur der Wurzelballen muss geschützt sein. Dafür reicht es den unteren Teil des Topfes in eine dickere Plastiktüte zu wickeln. Erdbeerpflanzen im Beet wachsen im nächsten Sommer natürlich nach.

Pflanzen und Erde

Grundsätzlich empfehle ich auch hier auf samenfestes, biologisches Saatgut zurückzugreifen. Denn wer die Wahl hat,…. hat keinen Grund sich für die schlechtere Alternative zu entscheiden.
Außerdem rate ich zur Verwendung von Terra Preta“, einem nährstoff- und wasserspeichernden Schwarzerde-Kultursubstrat, das Pflanzen schnell und kräftig wachsen lässt und die Erde regeneriert. Je teurer die Pflanze oder die Samen und die Erde, desto mehr haben wir am Ende davon.

Sanft Entwässern mit Erdbeeren

Wenn wir in der Erdbeerzeit täglich wenigstens 200g frische Erdbeeren zu uns nehmen, decken wir nicht nur unseren Tagesbedarf an Vitamin C, sondern unterstützen auch den Körper beim Entwässern und insbesondere die Nieren bei ihrer Entgiftung.

Fazit: Erdbeeren lassen uns länger leben, machen uns schön, glücklich, zufrieden, ausgeglichen und gesund. Was für ein Glück, das endlich wieder Erdbeerzeit ist!

Viel Freude beim Genießen wünscht Euch

Stephanie

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Grüne Smoothies

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