Chia

Eingestellt von am 19.05.2014
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CHIA
CHIA HISPANICA 

Chiasamen sind unglaubliche, kleine Samen. Sie sind gesund und machen schön, sind wahre Alleskönner in der Küche und aufgrund ihres bei weitem unübertroffenen Nährstoffgehaltes eine Bereicherung für jeden Speiseplan. Bei den Azteken galten sie als „Wunderwaffe“, bei uns sind sie noch ein Geheimtipp, werden aber schon jetzt als das „Plant of the Future“ gehandelt.

Geschmack und Verwendung

Chiasamen sind sehr vielseitig und in jederlei Hinsicht ein wahres Multitalent. Sie haben keinen Eigengeschmack und sind gerade deshalb so leicht in den Speiseplan zu integrieren. Man kann sie zu Salaten, Müslis und Smoothies geben, um seine Nährstoffzufuhr zu erhöhen oder die Konsistenz der Speisen zu verändern.

Gelantine-Ersatz: Da Chiasamen Flüssigkeit aufnehmen, sind sie perfekt zum Binden und Andicken von Suppen und Soßen geeignet. Wer die Kügelchen-Konsistenz vermeiden möchte, kann die Samen im Mixer fein mahlen und das Pulver in ein Glas abfüllen.

Chia ist glutenfrei und kann in Pulverform als Mehlersatz benutzt und zum Backen von Kuchen, Brot oder Pfannkuchen verwenden werden.

Rezepte

Rezepte mit Chia sind ganz einfach und im Handumdrehen zuzubereiten, sehr lecker und obendrein gesund. Meine Lieblingsrezepte:

Der Brei/ Porridge

Genüsslich aus einer Schale zu löffeln, finde ich toll. Es hat was Gemütliches und Entspannendes. Wer meine Angewohnheiten teilt und breiige Konsistenzen mag, kann sich von dem Standardrezept der Ureinwohner Mexikos inspirieren lassen.

Die Indianer nannten ihren Chiabrei „Pinole“. Dieser Porridge-ähnliche Brei bestand aus gemahlenen Chiasamen, die in Wasser eingeweicht einen schleimigen Brei ergaben, der nach Vorliebe gesüßt und gewürzt wurde. Mein Pinole besteht aus Chiasamen, die ich über Nacht in gefiltertem, vitalisierten Wasser oder selbst gemachter Mandelmilch einweiche und am nächsten Tag im Mixer fein püriere. Meinen Brei süße ich vorzugsweise mit Akazien- oder Wildblütenhonig oder Kokosblütenzucker und würze ihn mit meiner eigenen, aus Zimt, Vanille, Kardamon, Ingwer, Anis, Fenchel und Nelken bestehenden Chai-Gewürzmischung. Wer mag, kann noch Datteln, Gojis, Nüsse oder frisches, geschnittenes Obst unterheben.

Für die milde Variante mische ich dem ungewürzten Brei selbstgemachtes Mandelmus und ein wenig Honig unter. Im Sommer kommt frisch gezupfte Minze hinein. Im Winter genieße ich letztere Variante mit einer üppigen heißen Schokolade. Besonders wenn die Schokolade süß und gehaltvoll ist, bildet der Brei einen angenehm milden Gegenpol.

Mal was anderes: Nichts gegen Kaffee und Kuchen – aber wer möchte, kann den „Kaffee-Klatsch“ alternativ ganz wunderbar durch diese unglaublich leckere Kakao-Chia-Kombination ersetzen. Insbesondere in der kalten Jahreszeit eine Sensation – Staunen und Freude sind vorprogrammiert!

Der Pudding

Nicht gemahlene oder fein pürierte Chiasamen ergeben einen tollen, unkonventionellen Pudding. Trotz der überraschend andersartigen Konsistenz, habe ich bislang niemanden getroffen, der dieser vorzüglichen Köstlichkeit hätte widerstehen können.

Für diese Variante werden die Chiasamen über Nacht in einer kleinen Form mit weniger Flüssigkeit als beim Brei eingeweicht. Wer keine kleine Pudding- oder Tierform hat, kann auch eine Tasse oder Schale verwenden und diese von Innen mit Kokosöl einfetten. Die am Abend noch flüssige Chiamasse nach Belieben leicht süßen, in die Form geben und am nächsten Morgen ausstülpen – et voilà! Ich empfehle, vor dem Verfestigen nur leicht zu süßen, da man die flüssige Chiamasse schnell übersüßen kann. Und Nachsüßen kann man immer.

Die Soße: Ich esse Pudding am liebsten mit Soße. Und hier kommt bei mir wieder der Mixer zum Einsatz. Ich ziehe frische Früchte immer den gefrorenen Obst vor und sehe auch keinen Grund, warum man auf TK(Tiefkühl)-Obst zurück greifen sollte. Frisches Obst ist in Geschmack und Vitamingehalt einfach unschlagbar. Momentan esse ich am liebsten pürierte Maracuja oder Grenadilla. Ich mag die leichte und erfrischende Säure, insbesondere in Kombination mit dem eher unscheinbar daher kommenden Chiapudding. Außerdem bin ich ein großer Freund von Himbeer- und Erdbeer-, Trauben- und Granatapfelsoßen. Ebenfalls lecker sind Bananen- und Birnensoßen. Letztere kann man, ebenso wie Maracuja und Grenadilla, noch mit einem Löffel Lucuma abrunden. Zur Herstellung einer Soße einfach die Früchte im Mixer fein pürieren – fertig!

Da Lucuma und Grenadilla auch in Südamerika beheimatet sind, wurden sie vielleicht ebenfalls schon von den Ureinwohnern als Beigabe zu Chia gegessen. Eine schöne Vorstellung jedenfalls.

Das Mousse au Chocolat

Chiasamen, Avocado, Kokosöl oder (über dem Wasserbad verflüssigte) Kakaobutter und Kakaopulver, gesüßt mit Honig oder Kokosblütenzucker, abgeschmeckt mit einer Prise Salz und im Mixer zu einer homogenen Masse püriert, ergeben ein herrliches Mousse au Chocolat, das nach einer kleinen „Quellzeit“ stichfest wird. Besser als jedes Mousse auf Milchbasis.

Reminder: Warum Roh?

Ich verwende bei diesen Superfood-Rezepten ausschließlich Zutaten in Rohkostqualität. Rohkostküche ist für mich etwas anderes als „gekochte“ Küche, denn hier geht es nicht nur um die kulinarischen, sondern auch um die gesundheitlichen Aspekte der Nahrung. Was nicht heißen soll, das gekochtes per se schlecht ist. Ganz im Gegenteil. Ich denke, alles hat seine Berechtigung. Superfoods entfalten, genau wie viele andere Obst- und Gemüsesorten, ihre wertvolle und gesundheitsfördernde Wirkung allerdings nur im rohen Zustand. Wärme- und hitzeempfindliche Nähr- und Wirkstoffe überleben nach Erwärmung über 42°C nicht oder verändern ihre positiven Eigenschaften. Gerade in unserer heutigen schnelllebigen Zeit, ist es wichtig, die ganzheitlichen Aspekte der Ernährung wieder in den Fokus zu rücken und ganz natürlich mit einzubeziehen. Es gilt schließlich: Du bist, was Du isst. Wer sich bewusst ernährt, kann viel Gutes für sich tun. Nicht ohne Grund sind Superfoods die „Medizin“ der Zukunft.

Art und Herkunft

Wie Quinoa, Kakao und Maca haben auch die Chiasamen ihren Ursprung in Mittelamerika. Die botanisch richtige Bezeichnung „Mexikanischer Chia“ verrät bereits sein Herkunftsland. Der lateinische Name „Salvia hispanica“ wurde von dem schwedischen Naturforscher Linné jedoch irrtümlich vergeben, da die Spanier den Chia erst aus Mexiko importieren mussten, bevor sie ihn selbst kultivieren konnten. In Mexiko werden die Samen, die eigentlich aus einer Pflanzenart der Gattung des Salbei (Salvia) kommen, von je her wie Korn und Getreide verwendet. Der Name „Chia“ hat sich mittlerweile verbreitet und findet über alle Sprachgrenzen hinweg Verwendung. Hauptanbaugebiet der bis zu einem Meter hohen, grünen, regenscheuen Wüstenpflanze ist neben Mittel- und Südamerika auch Australien.

Interessante Trivia: Auch „Chia“ entstammt wie das Wort „Kakao“ dem Nahuatl, der alten Sprache der mexikanischen Ureinwohner, der Azteken und der Nahua Völker, die vor der Eroberung des Landes durch die Spanier gesprochen wurde. Wie schön, dass solche Fragmente der alten Welt unserer modernen Welt erhalten geblieben sind. Jeder einzelne Same verbindet uns mit dem Erbe eines der weisesten Naturvölker, die jemals gelebt haben.

Wirkung und Inhaltsstoffe

Übersetzt bedeutet Chia so viel wie „Kraft“ und „Stärke“. Bei den Mayas und Azteken waren die Chiasamen ein Grundnahrungsmittel, das ihnen genau das gab: Stärke, Energie und Ausdauer.

Es gibt über 60 verschiedene Sorten mit jeweils schwarzen oder weißen Samen, die sich in ihrem beeindruckenden Spektrum an Nährstoffen jedoch nicht unterscheiden. Neben leicht verdaulichen Kohlenhydraten enthalten die Samen eine Fülle von Vitaminen und Mineralstoffen (B-Vitamine, Calcium, Phosphor, Kalium, Eisen, Magnesium, Zink, Kupfer, Molybdän, Chrom, Selen, Biotin), zudem Antioxidantien und hohe Konzentrationen an entzündungshemmenden Fettsäuren. Der hohe Proteingehalt übersteigt den anderer Samen und Getreidesorten um ein Vielfaches.

Insbesondere für Veganer und Vegetarier, sind Chiasamen eine hervorragende und sehr zu empfehlende Eisen-, Calcium-, Protein- und Fettquelle.

Im Überblick

Chiasamen sind

  • Blutbildend und Blutdruck senkend
  • schützen die Zellen/ Anti-Aging Wirkung
  • stärken das Immunsystem
  • sind eine ideale Proteinquelle
  • weisen ein nahezu perfektes Fettsäureprofil auf
  • sorgen für schöne Haut, Haare und Zähne
  • beugen Diabetes vor
  • schützen vor Herzkrankheiten
  • helfen beim Abnehmen

Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind die einzigen essentiellen Fettsäuren, die der Körper nicht selbst bilden kann. Chiasamen enthalten mehr Omega-3 als roher Lachs und weisen den höchsten Gehalt an essentiellen Fettsäuren aller Pflanzen überhaupt auf. Diese Fettsäuren helfen dem Körper in ausgewogenem Verhältnis den Blutdruck zu senken, das Immunsystem zu stärken und vor Herzkrankheiten zu schützen. Außerdem beugen sie Diabetes vor und helfen bei Gewebereparaturen, was gerade nach dem Sport bei drohendem Muskelkater von Vorteil ist. Die antioxidantischen, zellschützenden Eigenschaften von Chiasamen sind mit denen der Gojibeeren vergleichbar – ein zusätzlicher Anti-Aging Effekt. Chia ist neben Quinoa, das bei weitem nicht dessen hohen Nährstoffgehalt aufweist, das einzige pflanzliche Lebensmittel, das ein für den Menschen vollständiges Fettsäureprofil aufweist.

Abnehmen leicht gemacht

Aufgrund ihrer „quellenden“ Eigenschaft, spülen Chiasamen unerwünschte Bakterien aus dem Darm, und sorgen für ein wohliges, lang anhaltendes Sättigungsgefühl, indem sie den Blutzuckerspiegel stabilisieren.

Warum man Chia immer dabei haben sollte

Chiasamen sind einfach die perfekte, natürliche Überlebensnahrung. Sie können über eine lange Zeit die Nährstoffanforderungen eines Menschen allein decken. Aufgrund der vielen Antioxidantien werden die Samen nicht so schnell ranzig wie andere fetthaltige Nahrungsmittel und können trocken problemlos bis zu fünf Jahre ohne Qualitätsverlust aufbewahrt werden. Außerdem weisen Chiasamen keinerlei Allergiepotential auf und sind für alte Menschen genauso verträglich wie für junge oder kranke. Ob in der Skihütte oder in der Karibik, in der Wüste oder im Dschungel – wer luft- und wasserdicht aufbewahrte Chiasamen dabei hat, dem kann so schnell nichts passieren.

Mein Fazit

Der Chiasame ist ein Nahrungsmittel, das wertvoller nicht sein könnte. Lasst uns sein gesundheitsförderndes Potential nutzen und dieses wunderbare LEBENSmittel wieder entdecken, das zu Recht von den Mayas und Azteken als heilig gepriesen wurde.
Viel Freude beim Experimentieren und Probieren wünscht Euch
Stephanie

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6 Kommentare

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Hallo,

ich habe eine Frage zu Chiasamen. Wenn ich ihn in eine Smoothie gebe, löffle ich ihn ja eigentlich ohne zu kauen hinunter - werden die Nährstoffe nicht erst freigesetzt, wenn der Samen zerkleinert wird?

Liebe Grüße,

Corinna

Susanne von GrüneSmoothies.de

Hallo liebe Corinna,
da machst Du Dir wirklich unnötig Gedanken darüber. Das ist wie bei Leinsamen, die quellen ja auch im Körper, geben ihre wertvollen Schleimstoffe ab und werden teilweise verdaut. Man nimmt ja Chia-Samen auch ungemahlen oder ungequellt zum Backen.
Du kannst ja den Smoothie mit den Samen dann noch ein Momentchen stehen lassen, damit sie schon vorquellen. Oder stell Dir doch Dein Chia-Gel vorher schon auf Vorrat her, es hält sich im Kühlschrank ca. 1 Woche und Du kannst es für Vieles verwenden. Was Du nicht für den Smoothie brauchst, kannst Du ja mit kleingeschnittenen Früchten zu einem leckeren Chia-Pudding verarbeiten.
Das Rezept für Chia-Gel ist ganz einfach: auf 500ml Wasser (oder Kokoswasser) nimmst Du 50g (4 EL) Chiasamen, einrühren, im Kühlschrank quellen lassen, fertig.
Liebe Grüße, Susi

Hallo liebe Susi,

ganz herzlichen Dank für den tollen Tipp!

Liebe Grüße, Corinna

Ja, ich habe in diesem Jahr zwei Pflanzen gekauft und sie in Kübel gepflanzt, da sie ja nicht winterhart sind. Sie sind sehr wüchsig und ich hoffe, dass ich sie im nächsten Jahr am blühen hindern kann, sonst steben sie ab. Ansonsten würde ich versuchen, sie aus den Samen zu ziehen.

Liebe Güße,

Andrea

Hallo,

wäre die Pflanze Ashitaba nicht auch erwähnenswert bei den Superfoods?

Bei mir kommt immer mal wieder ein Blatt mit Stängel ins Smoothie. Sie schmeckt nicht nur gut sondern ist auch reich an wertvollen Inhaltsstoffen.

Leider ist diese Pflanze bei uns noch nicht sehr bekannt.

Grüne Grüße,

Andrea

Carla von GrüneSmoothies.de
Carla von GrüneSmoothies.de

Hallo Andrea,
vielen Dank für Deine Anregung. Baust Du Ashitaba selber an? Sind auch an dieser Pflanze für unsere Grüne Küche interessiert, da sie ja Vitamin B12 enthalten soll...
einen schönen Tag,
Carla

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